Kein Kavaliersdelikt

Zerstörte Wahlplakate in Otterfing: Empfindliche Strafen drohen

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Die Zerstörungswut trifft in Otterfing Plakate praktisch aller Parteien und gehört inzwischen fast schon zum täglichen Erscheinungsbild. Die Gemeinde weist darauf hin, dass dies einen Straftatbestand darstellt, der massive Strafen nach sich ziehen kann.

Otterfing – Vandalismus an Wahlplakaten gibt es seit jeher. In Otterfing hat das aber einen Umfang angenommen, der bedenklich stimmt. Darauf, dass dies kein Kavaliersdelikt oder „Dumme-Jungen-Streich“, sondern ein Straftatbestand ist, haben in der jüngsten Otterfinger Gemeinderatssitzung mehrere Gemeinderäte und Bürgermeister Jakob Eglseder hingewiesen.

Thomas Hogger (Grüne) machte seinem Ärger Luft: „Seit die Wahlplakate für die Europawahl in Otterfing hängen, werden sie massiv zerstört. Das gipfelt in Darstellung von nationalsozialistischen Symbolen.“ Fakt ist, dass die Zerstörungswut in Otterfing praktisch vor Plakaten keiner Partei Halt macht. „Ich bin mir nicht sicher, ob die Leute wissen, dass dies einen Straftatbestand darstellt“, sagte Michael Falkenhahn (SPD). Sein Parteikollege Max Ruf ergänzte: „Es ist eine Grenze überschritten, die nicht mehr tolerierbar ist.“ Das Gremium debattierte dann kurz, ob es für Hinweise auf denjenigen, der die Plakate zerreißt, überklebt, klaut oder vollschmiert eine Belohnung aussetzt. Davon wurde aber dann Abstand genommen. Bürgermeister Jakob Eglseder bat aber die Bevölkerung um Mithilfe bei der Ergreifung der Schmierfinken: „Das ist wirklich ein Saustall und hat nichts mehr mit einem Jugendstreich zu tun.“ Werden Plakate-Zerstörer erwischt, drohen ihnen Geldstrafen oder sogar Haft wegen Sachbeschädigung. „Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert“, heißt es im Strafgesetzbuch. hac

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