Lösung mit Verspätung?

Zug erfasst Auto an Bahnübergang in Warngau: Bürgermeister mit heftiger Kritik

Drei Schwerverletzte und ein riesiger Sachschaden sind die Bilanz des Unfalls am Bahnübergang bei Thann.
+
Drei Schwerverletzte und ein riesiger Sachschaden sind die Bilanz des Unfalls am Bahnübergang bei Thann.

Warngau – Ein Zug der BRB hat auf der Strecke zwischen Holzkirchen und Schaftlach an einem Bahnübergang ein Auto erfasst. Dass dieser noch immer unbeschrankt ist, sorgt nun für Diskussionen in Warngau.

Wieder ein schwerer Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang in Warngau: Am Dienstag (8. September) hat ein Zug der Bayerischen Regiobahn bei Thann ein Auto erfasst. Der 29-jährige Fahrer, eine 22-Jährige und ein vier Monate altes Baby wurden schwer verletzt. Nun stellt sich wieder die Frage, warum die unfallträchtigen Übergänge nicht besser gesichert werden.

An der Gemeinde liege es nicht, macht Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber klar. „Wir sind dran“, sagt er, „leider schon seit Jahren“. Anfang 2018 war es zuletzt zu einem schweren Unfall an dem Bahnübergang – einem von vier unbeschrankten im Gemeindegebiet von Warngau – gekommen. Damals habe die Gemeinde – sie wäre neben Bund und DB Netz AG an den Kosten beteiligt gewesen – schnell 500.000 Euro für die Ertüchtigung von Bahnübergängen bereitgestellt, wie Thurnhuber berichtet.

Die Ernüchterung folgte aber auch schnell, denn zu einer Lösung kam es nicht. Mittlerweile müsste die Gemeinde nicht mehr – statt ihrer der Freistaat – mit zahlen, würde aber unterstützen, wo es geht. „Wir haben uns sehr stark bemüht“, betont Thurnhuber. Doch die DB Netz AG fordert als Gegenleistung für die Ertüchtigung eines Bahnübergangs, die drei anderen unbeschrankten zu schließen. Begründet werde dies mit einem Gesetz aus den 1960er Jahren. Die Bedingung ärgert Thurnhuber. „So kann man nicht in Verhandlungen gehen“, findet er, „Das ist kein Umgang miteinander.“ Entgegenkommen und Unterstützung der Gemeinde sagt er zu.

Eine Lösung erwartet er allerdings nur durch politische Entscheidungen. Aber auch da hatte Thurnhuber bisher wenig Erfolg. So hat er von Verkehrsminister Andreas Scheuer nicht mal eine Antwort bekommen. Bei aller Tragik des jüngsten Unglücks, es könnte für Bewegung in den Verhandlungen sorgen.

Bei dem schweren Unfall kam niemand ums Leben. Immerhin krachte der Zug frontal in den Peugeot des 29-Jährigen aus Baden-Württemberg. Das Auto schleuderte gegen ein Schalthäuschen neben den Bahngleisen. Es entstand Schaden in Höhe von fast 1,5 Millionen Euro, teilt die Polizei Holzkirchen mit. Die Zugstrecke war für rund drei Stunden gesperrt. Wegen der Schäden an der Eisenbahninfrastruktur kam es auch die Tage danach zu Verspätungen. ft

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Diese vier Einbahnstraßen in Miesbach werden für Radfahrer geöffnet
Diese vier Einbahnstraßen in Miesbach werden für Radfahrer geöffnet
Corona-Virus im Landkreis Miesbach: Diese Veranstaltungen sind abgesagt
Corona-Virus im Landkreis Miesbach: Diese Veranstaltungen sind abgesagt
Mit vielen Ideen und Erfahrung! Standortförderin Koppa will „Dinge in die Hand nehmen und umsetzen“
Mit vielen Ideen und Erfahrung! Standortförderin Koppa will „Dinge in die Hand nehmen und umsetzen“
Der dritte Streich – Fahrschule Thaler nun auch in Miesbach
Der dritte Streich – Fahrschule Thaler nun auch in Miesbach

Kommentare