Die Zukunft wieder positiv im Blick

Jürgen Pohl und Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (h.l.) hatten zu der gut besuchten Jugendbürgerversammlung eingeladen. Foto: Oswald

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SELINA OSWALD, Miesbach – „Es freut mich, dass das hier nicht eine Veranstaltung nur mit Erwachsenen ist“, begrüßte Jugendreferent Erhard Pohl über 30 Jugendliche in der Miesbacher Kneipe „Schlucki“. Dort fand am vergangenen Mittwoch die Jungbürgerversammlung statt, zu der Pohl und Bürgermeisterin Ingrid Pongratz eingeladen hatten, um sich die Wünsche und Anregungen der jungen Leute anzuhören. Die hatten sie reichlich, und am Ende stand schon mal fest, dass der Haindl-Keller als zukünftiger Treffpunkt dienen soll. Bereits 2007 begann die Stadt, in dem alten Bierlager-Gewölbe anzupacken. Bei der Aktion „Drei Tage Zeit für Helden“, besichtigten die jungen Helfer den Keller und sorgten für die ersten Renovierungsarbeiten. Die Idee, aus dem Gewölbe ein Zentrum für Jugendliche zu machen, verlor Pohl auch die vergangenen Jahre nie aus den Augen, „doch die Phase mit Planungs- und Genehmigungsverfahren brauchte Zeit.“ Themen wie Brandschutz, Nachbarn und Konzept wurden in dieser Zeit behandelt. „Aber jetzt kann es endlich weitergehen“, freute sich der Jugendreferent mitteilen zu können. Klar müsse den Jugendlichen jedoch sein, dass die Stadt Miesbach dieses Projekt finanziell nicht unterstützen kann, erklärte auch Pongratz. „Der Stadtrat hat zwar sein Ja zum Haindl-Keller gegeben, aber das Geld dafür, das können wir nicht auftreiben“, betonte die Rathauschefin. Deswegen seien bei diesem Projekt vor allem die Kreativität, Muskelkraft und die Ideen der Jugend gefragt, sagte Pohl, denn da stehe ein hoher Renovierungsaufwand bevor. Einen Förderantrag habe man bereits gestellt, zusammen mit dem neu gegründeten Verein Eigeninitiativ. Dieser stellte sich bei der Versammlung auch offiziell vor. Derzeit bilden fünf Gruppen den Verein: Skate, Musik, Kunst, Philosophie und Party. Das Ziel der selbstverwalteten Zusammenkunft ist, Miesbach „bunter zu machen, mehr Leben reinbringen und Menschen aller Altersklassen, Religionen oder Länder zusammenzubringen.“ Das besondere an dem Verein: Jede Gruppe hat ihre Sprecher, die miteinander kommunizieren, es gibt keinen Einzelnen, der sagt, was passieren soll. Den Haindl-Keller würde auch der Verein für seine Aktivitäten und Treffen nutzen. „Wir müssen jetzt realistisch bleiben, denn der Keller ist sicherlich nicht gleich fertig. Aber mit Durchhaltevermögen und Zusammenhalt können wir gemeinsam nach vorne schauen“, betonte Jugendreferent Pohl. Das Team des Freizeit- und Kulturkellers, kurz „Fukk“, war bei der Jugendbürgerversammlung ebenfalls anwesend und musste sich Kritik der Miesbacher Jugendlichen anhören: „zu klein, zu viele junge Hauptschüler, keine Möglichkeiten, im Freien etwas zu unternehmen, das Gefühl unerwünscht zu sein“. Ein Platz für „Ältere“, könnte in Zukunft der Haindl-Keller werden. Doch die Jugendlichen, Pohl und Bürgermeisterin waren sich einig, dass der neue Treffpunkt keine Konkurrenz zum Fukk sein soll. Der Unterschied bestünde darin, dass im neuen Treffpunkt alle Vereine einen Platz haben sollen, „also auch das THW oder die Trachtler“, ergänzte Pohl. Ein besonderes Anliegen hatten vor allem die Skater aus Miesbach. „Einen Platz, an dem wir fahren können, ohne dass wir vertrieben oder beschimpft werden“, lautete der Antrag aus dem Publikum. Bürgermeisterin Pongratz stimmte dem zu, doch wisse sie einfach nicht, wo der Skatepark hin solle. „Wir haben da wirklich ein Problem, denn wir müssen auch darauf achten, dass die Anwohner nicht gestört werden“, erklärte die Rathauschefin. Der Vorschlag einer Zuhörerin, einen von den vielen unbenutzten Spielplätzen in Miesbach einfach „abzuholzen“, bekräftigten die Anwesenden mit Applaus. Bereits vor acht Jahren sollte das Problem „fehlender Skatepark“ behandelt werden, doch getan hatte sich nichts, nachdem die einzigen freien Plätze nicht in Frage gekommen waren. Pongratz versprach, sich mit den betreffenden Jugendlichen zusammenzusetzen und die Stadtpläne zu durchforsten auf der Suche nach geeigneten Orten für die Anlage. Ein wichtiger Schritt in die Zukunft, mit zufriedenen Jugendlichen.

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