Zurück zum Glanz

Hubertusstadion in Holzkirchen: Förderverein will Hallenneubau

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Das damalige Hubertusstadion im Jahre 1957.

Holzkirchen – In den kommenden Tagen steht für das Holzkirchner Hubertusstadion ein großes Jubiläum an: Am Freitag jährt sich seine Eröffnung zum 60. Mal. Zum Ehrentag berichtet Stefan Kammler, zuständig für die Stadionzeitung beim ESC Holzkirchen, von der Entstehung und Geschichte der Sportstätte und kündigt das Wirken eines neuen Fördervereins an, der dem Eissport in der Marktgemeinde zu neuem Glanz verhelfen will.

Am 22. Dezember 1957 eröffnete der Eishockey-Club Holzkirchen mit einem 8:2-Sieg gegen die Münchner Stadtauswahl das neue Eisstadion und brach damit in eine neue Ära auf. Denn noch ein Jahr zuvor sah es für die Holzkirchner Eissportler düster aus, wie Kammler erklärt: „Mit dem Neubau des Arbeitsamtes am Herdergarten verlor die dort seit 1933 existierende Natureisfläche ihren Platz und musste ersetzt werden.“

Nachdem die Holzkirchner Eishackler die Saison 1956/57 behelfsmäßig in Bad Aibling absolvierten, was der Eishockeyverband nur für ein Jahr gestattete und der Vereinskasse arg zusetzte, war es insbesondere Vorstand Hubert Wochinger zu verdanken, dass bereits in der darauffolgenden Saison eine neue Spielstätte zur Verfügung stand. Denn Wochinger warb nicht nur um Spenden, sondern stellte dem Verein außerdem das Grundstück an der Thanner Straße zur Verfügung. Lediglich 500 der 40.000 Mark, die für das Eisstadion veranschlagt wurden, konnte der Eishockeyverein aus eigener Kasse bezahlen. Um immerhin 10.000 Mark konnten die Baukosten durch Eigenleistungen verringert werden, weitere 5000 steuerte die Marktgemeinde bei. Der Rest wurde durch private Wohltäter zusammengetragen.

Beflügelt durch die verbesserten Trainingsbedingungen, avancierte die Holzkirchner Mannschaft in den Folgejahren zu den Spitzenmannschaften der Gruppenliga und stieg 1963 in die zweitklassige Oberliga auf. Dafür wurde vom Deutschen Eishockeybund jedoch die Umrüstung des Eisstadions zum Kunsteisstadion vorgeschrieben, welche in den Jahren zuvor stets an den Kosten gescheitert war. Die große Euphorie, die den Aufstieg begleitete, vermochte es nun, politische Entscheidungen herbeizuführen. Der 4500-Einwohner-Ort konkurrierte in den Folgejahren mit großen Namen wie dem Kölner EK, der Düsseldorfer EG und dem Berliner Schlittschuhclub. 1967 errang Holzkirchen sogar den Oberligapokal.

Die Ära des Holzkirchner Eisstadions als überregional bedeutsame Kultstätte des Eissportes währte jedoch nicht lange, erklärt Kammler. „Während andere Eishockeyhochburgen im Laufe der 60er- und 70er-Jahre in Eishallen investierten, begann der Holzkirchner Eissport zunehmend unter seiner Wetterabhängigkeit zu leiden.“ So schloss Rosenheim beispielsweise erst Ende der 60er-Jahre im Eishockey zu Holzkirchen auf, konnte sich durch den Hallenbau 1973 laut Kammler „bis heute im hochklassigen Eishockey halten, während Holzkirchen sein Renommee nicht zuletzt technisch bedingt einbüßte“. Heute wird das Eisstadion von mehr Holzkirchnern genutzt denn je zuvor, sei es beim Publikumslauf, Eiskunstlauf, Eistanz, Eisstockschießen oder auch beim Eishockey. „Und dennoch hat es seine Funktion als wesentlicher Identifikationspunkt, der die Bewohner des Ortes zu Tausenden zusammenbringt und gemeinsam mitfiebern und feiern lässt, verloren“, bedauert Kammler. Um einen Ort von solcher Strahlkraft wiederaufleben zu lassen, hat sich im September ein Verein zur Förderung einer Holzkirchner Halle gegründet. Diese soll nicht nur dem Holzkirchner Eissport zu alter Größe zurück verhelfen, sondern auch überregional relevanten Kulturveranstaltungen, wie es sie im Landkreis bisher nicht gibt, sowie den Veranstaltungen der ortsansässigen Vereine ein Zuhause bieten. Derzeit arbeitet der Verein an der Aufstellung eines Konzepts für den Hallenneubau, sagt Kammler. Weitere Infos gibt‘s hier.

gb

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