Pläne vom Wasserwirtschaftsamt

Zurück zur Natur: So wird die Schwaighofbucht in Tegernsee umgestaltet

Schwaighofbucht am Tegernsee
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Die Schwaighofbucht am Tegernsee soll renaturiert werden. Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim plant die Arbeiten.
  • vonKatja Schlenker
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Tegernsee – Statt entschlammt, wird die Schwaighofbucht am Tegernsee nun renaturiert. Einstimmig haben die Stadträte die Pläne des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim befürwortet.

Lange Zeit hat es Überlegungen und Diskussionen gegeben, wie dagegen vorgegangen werden kann, dass die Schwaighofbucht am Tegernsee immer weiter verschlammt. Nun planen die Experten vom Wasserwirtschafts­amt Rosenheim, das auch für den Landkreis Miesbach zuständig ist, den Bereich nahe dem Seeforum zu renaturieren.

„Nach umfangreichen Abstimmungen hat das Umweltministerium festgelegt, dass in der Schwaig­hofbucht am Tegernsee keine Entlandungsmaßnahmen durchgeführt werden“, erläutert Andreas Holderer, Abteilungsleiter Landkreis Miesbach, Rosenheim-West und Stadt beim Wasserwirtschaftsamt. „In Abstimmung mit Tegernsee beabsichtigen wir aber im Rahmen der Gewässerunterhaltung in Teilbereichen des Seeufers in der Schwaighofbucht wieder Schilf anzusiedeln und die natürliche Gewässerentwicklung in diesen Bereichen zu unterstützen.“

Testpflanzung für Schilf Anfang Mai

So ist unter anderem geplant, standortgerechte Gehölze zu pflanzen und so den Zugang zu den verlandeten Uferbereichen zu erschweren. Im Bereich des Seeufers sollen eine Beobachtungsplattform und Infotafeln entstehen, um Besuchern den Entwicklungsprozess näher zu bringen. „Die Uferanlage und die Uferwege werden sich nicht verändern, da die Pflanzungen im Wesentlichen am Ufer und im Wasser durchgeführt werden“, erklärt der Experte.

Bereits im Frühsommer sollen die Pläne gemeinsam mit den Mitarbeitern der Flussmeisterstelle Miesbach umgesetzt werden. Eine erste Testpflanzung für das Schilf sei für Anfang Mai geplant. Gepflanzt werden die Gehölze am Ufer dann im Herbst. Wenn es soweit ist, könne es für kurze Zeit zu Engpässen beim Begehen von Teilen der Uferwege beziehungsweise der Uferanlage kommen.

Kosten in Höhe von 15.000 Euro

Auch im Stadtrat Tegernsee sind die Pläne jüngst vorgestellt und positiv aufgenommen worden, trotz Kritik im Vorfeld. „Es ist eine schöne Idee, das so aufzugreifen und den verschlammten Bereich so ökologisch aufzuwerten“, sagte zum Beispiel Carolin Machl (CSU). Günter Allerstorfer (CSU) sah es als den bestmöglichen Kompromiss an, damit Ruhe einkehre. Am Ende folgte ein einstimmiges Votum für die Pläne.

Die Kosten für die Pflanzung der Gehölze sowie das Einbringen der Schilfmatten übernehme das Wasserwirtschaftsamt beziehungsweise der Freistaat Bayern. „Dafür sind derzeit rund 15.000 Euro veranschlagt“, sagt Andreas Holderer. „Bei Ausfall von gepflanzten Gehölzen werden wir in den ersten fünf Jahren Ersatzpflanzungen durchführen.“

Beobachtungsplattform geplant

Die Kosten für die Beobachtungsplattform werde ebenfalls der Freistaat Bayern übernehmen. Die Entwicklungspflege der Pflanzen und die künftige Verkehrssicherungspflicht für die Gehölze obliege dann der Stadt. Dabei würden aber nur geringe Kosten anfallen. In Sachen Tegernsee ist weiterhin der Freistaat für den Unterhalt zuständig, zum Beispiel wenn Kies aus der Rottachmündung abgetragen werden muss.

Offen ist momentan noch, wie es mit dem Steg des Rudervereins am Tegernsee weitergeht. Dieser müsse verlängert werden, erklärte Bürgermeister Johannes Hagn in der Sitzung des Stadtrats, damit die Ruderer weiterhin ohne aufzusetzen in See stechen können. Bei dem Vorhaben solle der Verein unterstützt werden. „Konkrete Pläne für eine Verlängerung des Stegs gibt es derzeit noch nicht“, teilt Andreas Holderer mit. „Dazu sind noch Abstimmungen mit dem Ruderclub und insbesondere der Schlösser-und Seeverwaltung als Eigentümer des Sees erforderlich.“ ksl

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