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Zustimmung für Grünen-Antrag: So will Miesbach Energie sparen

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Von: Fridolin Thanner

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Eingang zum Warmbad Miesbach
Das Wasser im Miesbacher Warmbad wird bereits weniger geheizt. Nun sollen weitere Ideen gesammelt werden, um Energie zu sparen. Einem entsprechenden Antrag der Grünen-Fraktion hat der Stadtrat zugestimmt. © Thanner

Miesbach – Der Stadtrat Miesbach unterstützt einen Antrag der Grünen-Fraktion, Ideen fürs Energiesparen zu sammeln. Der TEV kann aufs Eis aber nicht verzichten.

Neben dem Klimawandel mit seinen vielfach sichtbaren Effekten haben die weltpolitischen Entwicklungen dem Thema Energie neues Gewicht verliehen. Auch in der Stadt Miesbach drehte sich zuletzt viel darum. Zeitschaltung für Brunnen, geringere Wassertemperatur im Warmbad und ein neues Biomasseheizwerk diskutierten die Stadträte. Die Grünen-Fraktion möchte neue Ideen für Energiesparmaßnahmen sammeln, hat dazu einen Antrag gestellt und Zustimmung erhalten.

Wie Gebäude-, Energie- und Umweltreferent Manfred Burger erläuterte, gehe es nicht nur darum, wegen des Ukraine-Kriegs und des damit einhergehenden Mangels an Gas bei dessen Verbrauch zu sparen. Vielmehr müsse auch Strom gespart werden, weil dann weniger Gas und Kohle verstromt werden müssen, sagte Burger.

Ideen zusammentragen und verwirklichen

Es seien alle dazu aufgerufen, möglichst bald und möglichst umfassend Energie zu sparen, heißt es im Antrag der Grünen. Auch die Stadt solle ihren Beitrag leisten. Das auf den Weg gebrachte Energiemanagement stehe nicht im Widerspruch zu dem Antrag. Da gehe es nun um Ideen, was man schnell und einfach umsetzen kann, wie Burger sagte. Jeder könne seine Ideen einbringen und sollte diese dem Energiereferenten mitteilen. Er werde sie bündeln, um sich dann in Zusammenarbeit mit der Verwaltung an die Umsetzung zu machen. So soll auch der Aufwand für die Verwaltung nicht zu groß werden.

Bei Bürgermeister Gerhard Braunmiller kam der Vorstoß gut an, wie auch beim Rest des Stadtrats. Markus Seemüller (FWG), der das Ansinnen ebenfalls unterstützt, hielt den Antrag allerdings für gar nicht nötig. „Der Beschlussvorschlag entspricht der Stellenbeschreibung des Energiereferenten“, sagte er. „Als Referent kann ich nichts selbst machen“, widersprach Burger. Der Beschluss reiche weiter, nämlich dahingehend, dass konkrete Ideen auch direkt umgesetzt werden.

Energiewende Oberland soll beraten

Der Beschluss dazu fiel einstimmig. Burger wird nun kurz- und mittelfristige Maßnahmen zur Energieeinsparung ermitteln. Auch die Stadträte und Mitarbeiter der Verwaltung sollen Ideen einbringen. Diese werden der Energiewende Oberland im Rahmen des bestehenden Energiemanagements zur Beurteilung vorgelegt. Kleinere Maßnahmen sollen in Absprache mit der Verwaltung direkt umgesetzt werden. Über größere entscheiden die Stadträte.

Frühes Eis wichtige Einnahme für TEV Miesbach

Im Rahmen der Diskussion zu Energieeinsparmöglichkeiten rückte auch das Eisstadion in den Blick. „Wie passt es, das dort bereits im Juni Eis bereitet wird?“, fragte Michael Lechner (FWG). Der TEV Miesbach habe früher begonnen als alle umliegenden und auch höherklassigen Vereine.

Wie Oliver Back, Zweiter Vorsitzender des TEV, auf Nachfrage mitteilt, beschere die lange Eiszeit an der Schlierach dem Verein wichtige Einnahmen, da zahlreiche Sportler aus der Umgebung nach Miesbach kommen und die Halle nutzen. Sie gehört dem TEV, während bei den meisten Eishallen der Umgebung nicht der Verein Eigentümer ist. Somit spielt die Wirtschaftlichkeit der Halle eine zentrale Rolle. Vor allem verweist Back aber auf das Angebot für den Nachwuchs. Pro Woche stehen 250 Kinder aus Miesbach und der Region auf dem Eis in der Kreisstadt. „Wir sehen es als unsere Verpflichtung, den Kindern ihren Sport zu ermöglichen“, erklärt Back. Bei der Eisbereitung stehe nicht die Bayernliga-Mannschaft im Vordergrund.

Gas werde in der Eishalle nur für Warmwasser in den Duschen benötigt. Das Eis werde mit Strom bereitet. Auch der Entfeuchter laufe mit Strom. Sparen sei darüber hinaus ein großes Thema. Die erfolgte energetische Sanierung der Halle senkt Verbrauch und Kosten. Zudem sollen bald Fans günstig mit dem Zug statt mit dem Auto nach Miesbach kommen. Dafür plant der TEV eine Kooperation mit der BRB.

ft

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