Wie Geschichte lebendig wird

Zwei neue Publikationen zu Stadtarchiv und Museum zeigen Miesbachs Schätze

Barbara Wank
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Barbara Wank präsentiert den neuen Archivführer.

Miesbach – Im Miesbacher Archiv lagern zahlreiche Schätze. Das wissen die Einwohner zu schätzen. Im Corona-Jahr 2020 hat es dort einen Zuwachs um 60 Prozent ergeben.

Obwohl das Miesbacher Kulturzentrum Waitzinger Keller im Jahr 2020 bis auf wenige Wochen geschlossen war, gab es jüngst bei der Sitzung des Kulturausschusses Positives von der Arbeit hinter den Kulissen zu vermelden. Neben der Bücherei, deren Angebote verstärkt nachgefragt wurden, durften sich auch Archiv und Museum über regen Zuspruch freuen.

„Wir konnten einen Zuwachs von 60 Prozent verzeichnen – nachgefragt wurden vor allem Unterlagen zu Familien- und Heimatthemen“, berichtet Archivleiterin Barbara Wank.

2020 58 neue Exponate erhalten

Auch für Museumskustos Alexander Langheiter war 2020 kein Jahr des Stillstands: „Die pandemie-bedingten Schließungen der Museen haben das Haus nicht betroffen, da wir keinen Schauraum besitzen.“ Er verzeichnete einen Zuwachs von 58 neuen Exponaten – darunter Reliefs von Elektrizitätspionier Oskar von Miller und König Ludwig III., dem Miesbach die Stadterhebung verdankt. Beide Reliefs stammen zudem vom Gestalter des Michaelsbrunnens Bernhard Bleeker (1881–1968).

Da Miesbach in Museum und Archiv überaus wertvolle Bestände besitzt, sind die beiden Institutionen inzwischen gefragte Leihgeber. So manches Kleinod wandert daher in die Ausstellungshäuser in ganz Bayern. Um diese stille Arbeit einem größeren Kreis zugänglich zu machen, hat das Kulturamt 2020 zwei neue Publikationen in Auftrag geben.

EDV-gestützte Suchmaschine im Archiv

Das erste Projekt, das bereits fertig gedruckt vorliegt, ist die 68 Seiten starke Broschüre „Stadtarchiv Miesbach“. Darin gibt es Interessantes, Erstaunliches und Wissenswertes zu den Schätzen zu entdecken wie ein Stiftbuch der Waldecker Grafen von 1510, ein Verzeichnis der Hausbesitzer von 1865 und die komplette Ausgabe des Miesbacher Anzeiger/Miesbacher Merkur.

Wie das Archiv es schafft, in den mittlerweile 350 Metern Beständen in kürzester Zeit gewünschte Unterlagen zu finden, ist nicht Zauberei, sondern Ergebnis einer EDV-gestützten Suchmaschine, die Barbara Wank akribisch führt. Erhältlich ist das Büchlein zum Preis von 7,80 Euro, Bestellungen per E-Mail an ticket@waitzinger-keller.de und telefonisch unter 08025/70000.

2.000 Jahre Kultur und Geschichte in Miesbach

In der gleichen hochwertigen Aufmachung erscheint in Kürze auch der Museumsführer. Er wird eine Übersicht über die 2.000 Jahre Kultur und Geschichte in Miesbach und Umgebung vorstellen. Ausgewählt hat Langheiter besonders schöne und wertvolle Stücke wie ein vorromanisches Kruzifix, ein sogenanntes Miesbacher Zimmer mit filigranen Intarsien von 1712, die Skulptur „Das Barlament“ (Raimund Jäger) im Stil des Simplicissimus oder das Bildnis „Minna“ von Fritz Freund. Insgesamt warten 100 Höhepunkte auf ihre Entdeckung.

Dass beide Publikationen so gut gelungen sind, freut auch Rathauschef Gerhard Braunmiller. „Mit beiden Heften können wir die Bedeutung unserer Vergangenheit kompakt nach außen tragen“, ist er überzeugt. vwo

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