Gut gefüllter Fördertopf

Kulturgemeinschaft erhält im Jubiläumsjahr der Stadt wieder mehr Zulauf

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Gute Laune: Die Mitglieder der Kulturgemeinschaft um deren Vorsitzenden Tom Sendl (stehend) können zufrieden sein, denn die Zahl der Mitglieder steigt und die Höhe der gewährten Fördermittel ist beachtlich.

Penzberg – Wie sehr sich die Mitglieder der Kulturgemeinschaft mit Penzberg und dessen Erhebung zur Stadt vor 100 Jahren identifizieren, konnte man bei der bildreichen Jahreshauptversammlung in der Stadthalle sehen. 

Gisela Geiger, die vormalige Museumsleiterin, hatte bei ihrem Vortrag „100 Bilder – 100 Jahre“ ernst gemacht und in der Tat für jedes Jahr eine Fotografie und eine Geschichte ausgegraben.Ihr wiederholt vorgebrachtes Angebot, das ganze abzukürzen, lehnten die fast 50 Kulturfreunde stets dankend ab. Geiger hatte sich beeindruckend tief durch das Stadtarchiv gewühlt und für das Jahr 1919 eine Aufnahme vom Kriegerfest gefunden, auf dem das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht genehmigte Stadtwappen zu sehen ist. Den Schlusspunkt bildete ein Stimmungsbild vom Eismärchen vor der Kulisse des Rathauses, dazwischen viel Bergwerk, Boehringer und Roche, aber natürlich auch die Penzberger Mordnacht. 

Das Interesse an Kultur und Stadtgeschichte scheint in Penz­berg wieder zuzunehmen, denn Tom Sendl, der Vorsitzende der Kulturgemeinschaft, war sichtlich erfreut darüber, dass die Zahl der Mitglieder nach zwei schwachen Jahren wieder nach oben weist. „Wenn dieser Trend anhält, können wir tatsächlich die 300er-Marke wieder erreichen“, sagte Sendl, verbunden mit dem Aufruf an die Versammlung, unter dem Motto „Mitglieder werben Mitglieder“ einen aktiven Beitrag auf dem Weg zu diesem Ziel zu leisten. 

Sendl blickte in seinem Rechenschaftsbericht aber auch zurück und erinnerte an die im vergangenen Jahr durchgeführten Fahrten zur Bayerischen Landesausstellung „Mythos Bayern“ im Kloster Ettal und zur Ausstellung „Bewegte Zeiten: Der Bildhauer Erasmus Grasser“ im Bayerischen Nationalmuseum. Der Hauptzweck des Vereins ist es aber, das kulturelle Leben in Penzberg zu bereichern und zu fördern. Und da hat die Kulturgemeinschaft im Jubiläumsjahr der Stadt schon einiges geleistet. Zunächst gab es 900 Euro für den Trachtenverein Birk‘nstoana aus dem Erlös der vorweihnachtlichen Lesung der „Heiligen Nacht“ durch Vizebürgermeister Johannes Bauer. 

Und dann wurde auf Vorschlag von Hermann Weinrich ein Fonds mit 10.500 Euro für kulturelle Projekte im Rahmen des Stadtjubiläums ausgelobt. Damit werden die Renovierung der Kirchenkanzel in Nantesbuch und die Jazztage der Kunstzeche auf Gut Hub mit jeweils 1.500 Euro unterstützt, und der Penzberger Hoa­gart von Max Kapfer erhält ebenso 1.000 Euro wie der Trachtenverein Loisachtaler Maxkron für Trachten, Hüte und die Renovierung seiner Fahne. Jeweils 500 Euro gehen an die Volkshochschule für eine Erzählwerkstatt sowie die Musikschule für einen Videoclip zum neuen Musical unter Leitung von Ellen Hennen. Mit 2.000 Euro kann sich der Freundeskreis Heinrich Campendonk für die vor dem Museum geplante Skulptur über den dicksten Batzen aus diesem Fonds freuen. Und schließlich erhalten der Bergknappenverein und die Birk‘nstoana für Jubiläumsveranstaltungen sowie die Musikfreunde für eine Auftragskomposition von Holger Jung jeweils 1.000 Euro. „Das ist schon eine stolze Summe“, sagte Sendl, deutete aber zugleich an, dass der Fördertopf noch nicht ganz geleert ist. 

„Wenn noch ein Verein, eine Gruppierung oder auch Einzelpersonen Ideen für das Jubiläumsjahr haben, kann man sich gerne an uns wenden. Wir werden die Vorschläge wohlwollend prüfen und gegebenenfalls unterstützen.“ me

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