Einstimmige Entscheidung

37 Nistkästen für Großweil: Gemeinde will Artenvielfalt stärken

Joachim Strobel Gemeinderat Nistkästen
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Joachim Strobel stellte den Räten die Nisthilfen vor.
  • Max Müller
    VonMax Müller
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Großweil – Die Gemeinde Großweil lässt im Dorf 37 Nistkästen anbringen. Dafür stimmte der Gemeinderat einhellig. Es soll ein Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt sein. 

  • Gemeinderat ist sich einig
  • 37 Nistkästen kommen nach Großweil
  • Stückkosten der Nisthilfen liegen zwischen 30 und 50 Euro

Joachim Strobel, der mit seinem Unternehmen „Projekt Artenvielfalt“ nun die Nistkästen für Höhlen-, Nischen- und Gebäudebrüter nach Großweil bringen will, stellte das Projekt in der Gemeinderatssitzung vor. Dass die Kommune nichts zum Erhalt der Arten beiträgt, kann man so nicht sagen: Geht es nach Bürgermeister Frank Bauer (FWG), so sei man in Großweil durchaus bemüht, etwas zum Schutz von Insekten, Vögeln und anderen Lebewesen beizutragen. Im Gemeindewald etwa werde nicht sämtliches Totholz beseitigt, um natürliche Lebensräume zu erhalten, sagte der Rathauschef. Allerdings gebe es von den Bruthöhlen zu wenig, weshalb man das nun ändern wolle.

Strobel, der gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Sven Ott in der Sitzung war, betonte, dass es sich bei „Projekt Artenvielfalt“ nicht um einen Verein handele. „Es steht eine Profession dahinter“, sagt der Agraringenieur, Ornithologe, Jäger und Fischer. Schwerpunkt ihrer Arbeit sei das Anbringen sowie der Unterhalt von Nisthilfen für Höhlen-, Nischen- und Gebäudebrüter. „Wir erstellen auch Konzepte“, sagt Strobel und verweist auf die „allerbesten Ornithologen“, mit denen man dabei zusammenarbeite. Einer von ihnen könne sogar erlauschen, wenn ein Vogel einen Katarrh hat, schmunzelt Strobel.

„Akute Wohnungsnot“

Einen Rückzugsort finden Vögel – erkältet oder nicht – aber nicht immer, eigentlich sogar immer seltener. „Es herrscht akute Wohnungsnot“, sagt der Agraringenieur mit Blick auf Häuser und Mauern, die „hermetisch abgeriegelt“ seien, zum Leidwesen von Vögeln, Fledermäusen, Bilchen und Insekten. Um der tierischen Wohnungsnot in Großweil Herr zu werden beziehungsweise vorzubeugen, will Strobel nun in dem Gebiet um Schwimmbad, Freizeitheim, Kindergarten und Spielplatz Nistkästen anbringen, um „Tierleben zu etablieren“ – aber auch, um Menschen für die Natur zu begeistern. „Der Star ist so ein Kasperl, dem zuzuschauen ist eine Schau“, schmunzelte Strobel.

Und weil Strobel den Gemeinderat von sich, seiner Idee und seiner Profession zu überzeugen versucht, betont er noch gleich, dass sich Großweil mit einem Projekt dieser Art profilieren könne. „Das strahlt nach außen“, ist sich der Vogelkenner sicher, der sich gut vorstellen kann, auch Führungen zu den Brutstätten anzubieten. Mit Blick auf die heimischen Vögel, von welchen manche zunehmend rarer werden, glaubt Strobel, dass es „ein Haufen zu tun gibt“.

Reinigung ist nötig

Er wirbt für sein Produkt: „Die Kästen halten Jahrzehnte“, betont Strobel. Jedoch müsste man sich um diese kümmern, sie Jahr für Jahr reinigen beziehungsweise ausräumen, eine nicht allzu appetitliche Angelegenheit, können einem da schon mal Mäuseköttel oder Vogelflöhe entgegenfliegen. Strobel stellt sich für Großweil Starenkästen am Stangerl, Halbhöhlen sowie Mulitkästen vor. In Letzteren können sogar Vögel und Fledermäuse zusammen hausen. Insgesamt sollen 37 Kästen montiert werden, wobei sich die Kosten zwischen 30 und 50 Euro pro Stück bewegen.

„Das sollten wir unbedingt angehen“, unterstützt der Bürgermeister, der zu Hause selbst ein paar Kästen hängen hat, das Vorhaben. Derselben Meinung ist das restliche Gremium: Einhellig stimmt der Gemeinderat dafür, die 37 Kästen anbringen zu lassen. Antonia Reindl

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