Sorgenfalten auf der Stirn

Penzberg braucht mehr ehrenamtliche Schulweghelfer an Brennpunkten

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Engel ohne Flügel, dafür aber mit leuchtenden Westen: Den „Gelben Engeln“, wie die Penzberger Schulweghelfer in ihren Neonwesten genannt werden, dankten Stadt, Polizei und Kreisverkehrswacht beim traditionellen Abendessen.

Penzberg – Sie stehen frühmorgens an Straßen in Penzberg und leuchten bei Wind, Regen und Sonne in ihren neongelben Westen. In Penzberg sorgen neun aktive Schulweghelfer dafür, dass Kinder sicher zur Penne kommen. Zu wenig, geht es nach Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann.

Eigentlich ist das gemeinsame Abendessen zum Dank an die ehrenamtlichen Schulweghelfer in Aris Taverne eine lustige und gemütliche Angelegenheit. Doch seit fünf Jahren graben sich Sorgenfalten in die Stirn von Holzmann: „Wir hatten im Jahr 2015 noch fünfzehn aktive Schulweghelfer an den Brennpunkten der Straßen, vor drei Jahren waren es elf und nun sind es gerade mal neun“, klagt er. 

Als Grund für den Rückgang führt Holzmann Krankheit, aber auch die Rückkehr einiger Helfer ins Berufsleben an. „Da wandeln sich die Zeiten“, meint Bürgermeisterin Elke Zehetner. Anders beurteilt dies Heidi Schauer, die dienstälteste Schulweghelferin, die seit rund 20 Jahren an der Bushaltestelle in Untermaxkron ihren Dienst tut. Bei Wind und Wetter sieht man sie in ihrem beigen Mantel an der Brücke gegenüber der Pizzeria stehen, die aussteigenden Kinder begrüßen und sicher über die Straße geleiten. Sie selbst denkt, dass die Angst, Verantwortung für andere zu übernehmen, potenzielle Nachfolger daran hindert, sich für den Dienst an den Kindern zu entscheiden. 

Auf Alfons Maier trifft das jedenfalls nicht zu: Bereits seit 13 Jahren ist er Schulweghelfer am Übergang an der Birkenstraße. Für ihn ist es das Schönste, wenn die Kinder fröhlich „Guten Morgen“ rufen und ihnen auch mal ein „Dankeschön“ über die Lippen kommt. „Man muss die Freude daran spüren, etwas Gutes und Sinnvolles zu tun“, so Maier. Wilhelmine Waldhör, die seit 10 Jahren am Übergang an der Seeshaupter Straße steht, bekam sogar schon öfter einen Kaffee spendiert. Gerade an dieser viel befahrenen Straße ist eine Aufsicht unerlässlich: „Ohne entsprechenden Schutz und Hilfe nehmen einige Autofahrer die kleinen Schüler frühmorgens gar nicht richtig zur Kenntnis. Sogar bei den Drückampeln kommt es immer wieder vor, dass sie auch bei Rot von Auto- und Lastwagenfahrern übersehen werden“, so Zehetner. Zwar sind die Schulwegunfälle im vergangenen Jahr in Bayern leicht gestiegen, „Fakt ist aber, dass an Übergängen, die mit Schulweghelfern besetzt sind, keine Unfälle passieren und das in ganz Bayern“, betont Georg Off von der Kreisverkehrswacht Weilheim. 

Den Kindern ein sicheres Gefühl vermitteln, ein Lächeln schenken und manchmal auch Gefahren aufzeigen, „gehört zu den täglichen Aufgaben der Schulwegbegleiter“, so Peter Holzmann. Er hofft sehr, dass sich in Zukunft wieder mehr Personen finden, welche die Aufgabe übernehmen wollen. „Wir tun auch unser Bestes, die Schulweghelfer in der Nähe ihres Wohngebietes einzusetzen“, verspricht Holzmann. Pro Einsatz bekommen die Helfer 5 Euro und 11 Cent von der Stadt als Aufwandsentschädigung bezahlt und werden in leuchtendes Gelb gekleidet. 

Wer sich für diese Tätigkeit interessiert, kann sich im Ordnungsamt des Rathauses unter Tel: 08856/813400 oder per E-Mail an peter.holzmann@penzberg.de melden. au

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