Raus aus der SPD

Frohwein-Sendl verlässt die Partei und tritt bei Penzberg Miteinander an / Fraktionsausschluss angekündigt

Mag nicht mehr bei der Penzberger SPD sein: Ute Frohwein-Sendl. Bei der SPD hält sich die Begeisterung darüber in Grenzen, wie Stefan König sagt.

Penzberg – Am Sonntagabend fanden die SPD-Granden in Penzberg eine Nachricht in ihrem elektronischen Postfach, die ihnen gar nicht geschmeckt hat: Stadträtin Ute Frohwein-Sendl kündigte darin an, dass sie die SPD verlassen werde, um bei der Kommunalwahl 2020 bei Penzberg Miteinander zu kandidieren.

Den Worten ließ sie tags darauf Taten folgen: Bei der Nominierungsversammlung der neue Liste wurde Frohwein-Sendl auf Platz acht gewählt. Dieser Flankenwechsel wird auch im amtierenden Stadtrat nicht ohne Folgen bleiben: Stefan König, der stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende, kündigte bereits an, dass Frohwein-Sendl nach ihrem Austritt aus der Partei und dem Engagement bei der politischen Konkurrenz auch nicht mehr länger Mitglied der SPD-Fraktion sein könne. 

„Manchmal muss man halt ein wenig mutig sein“, sagte Ute Frohwein-Sendl nach ihrer Wahl zur Stadtratskandidatin von Penzberg Miteinander. Dass sie aus der SPD ausgetreten ist, sei keine leichte Entscheidung gewesen, denn eigentlich sei diese Partei mit ihren Werten ihre politische Heimat. „Aber vor Ort hat es inhaltlich nicht mehr gepasst“, betont sie und fügt hinzu: „Wenn man mit den Themen, die einem wichtig sind, nicht mehr durchdringt und auf Granit beißt, dann muss man sich nach neuen Wegen umschauen.“ Dass sie dabei vor allem sozialpolitische Fragen meint, liegt auf der Hand, schließlich ist Frohwein-Sendl zugleich Ortsvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt und somit so etwas wie das soziale Gewissen der Stadt. Umso mehr dürfte die Genossen schmerzen, dass sie zu der Überzeugung gelangt ist, bei Penzberg Miteinander ihre Vorstellungen besser verwirklichen zu können. 

Und in der Tat: „Unsere Begeisterung hält sich in Grenzen“, meint Stefan König. Er würdigt Frohwein-Sendl als „absolut integere und verdiente Stadt- und Kreisrätin“, sagt im nächsten Atemzug aber auch: „Es ist logisch, dass sie jetzt nicht mehr in der SPD-Fraktion bleiben kann.“ Damit macht er eine Diskussion mit Frohwein-Sendl über ihren künftigen Status überflüssig. Die 59-Jährige hatte der SPD nämlich zwei Modelle unterbreitet: dass sie die Fraktion sofort verlässt oder aber erst nach Ablauf dieser Legislaturperiode. Der Vorstand der Penzberger SPD kommt am morgigen Mittwoch turnusmäßig zu seiner nächsten Sitzung zusammen und wird dann auch, wie es König ausdrückt, an einer „Sprachregelung“ zum Austritt von Frohwein-Sendl arbeiten.

Die SPD-Fraktion, die nach der Kommunalwahl 2014 zehn Stadträte umfasst hatte, schrumpft damit auf jetzt acht Köpfe zusammen, da bereits Markus Bocksberger vor knapp einem Jahr den Sozialdemokraten den Rücken gekehrt hat und jetzt mit Penzberg Miteinander eigene politische Wege geht. Ob der Verlust von Frohwein-Sendl letztlich auch dazu führt, dass die SPD in den Fachausschüssen des Stadtrats einen Sitz verliert, konnte Rathaus-Geschäftsführer Roman Reis aufgrund des komplizierten Berechnungsschlüssels noch nicht sagen. 

Bei der SPD leckt man derweil die Wunden: „Wir haben eine Baustelle nach der anderen“, sagt Stefan König und nennt neben den beiden Austritten von Bocksberger und Frohwein-Sendl in diesem Zusammenhang auch noch die interne Bürgermeisterkandidatur von Andreas Vetter. „Das zieht einen Rattenschwanz nach sich, so dass wir immer übers Personal reden müssen und nicht dazu kommen, uns mit den Inhalten zu beschäftigen“, klagt König. la

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