Ein Schultag auf dem Wasser

Ökoaktivist Pascal Rösler sensibilisiert Realschüler, die sich dann auf dem SUP versuchen

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Schau leichter aus, als es ist: Während André Wacke bombensicher auf dem Board steht, wackelt es bei den Schülern noch ganz schön.

Penzberg – Nicht auf die Schulbank, sondern auf das Stand-Up-Paddle-Board (SUP) ging es an einem Tag vor den Sommerferien für die Achtklässler der Heinrich-Campendonk-Realschule. Doch mit Sportunterricht hatte die Tour in Badehose und Schwimmweste auf dem Fohnsee nichts zu tun.

Mit seiner Serie von Wasser-Schultagen machte Pascal Rösler kurz vor Ferienbeginn Station an der Heinrich-Campendonk-Realschule. Alle vier Klassen der achten Jahrgangsstufe nahmen daran teil. Begonnen hatte der Tag mit einer Vorführung des Dokumentarfilms „2467 km – Eine Reise bis ans Schwarze Meer“, der zeigt, wie Rösler vor zwei Jahren auf dem Stand-Up-Paddle-Board startete, um 63 Tage später die Donaumündung zu erreichen. Anschließend durchliefen die rund hundert Schüler in kleineren Gruppen vier Stationen am Fohnsee, um mehr Achtsamkeit für das Wasser und das eigene Leben zu gewinnen. Den Abschluss bildete eine gemeinsame SUP-Tour unter fachkundiger Anleitung am See. 

„Nimm drei“ lautet das Credo, wenn Pascal Rösler in die Natur geht. Nimm drei – das bedeutet: Nimm drei Gegenstände aus der Natur mit, die dort nicht hingehören: von der Bierdose über die Schokoriegel-Folie bis hin zur weggeworfenen Cola-Flasche: Rösler schult alle Sinne. Dabei hatte der Unrat am Ufer gar nichts direkt mit dem Thema des Tages zu tun: Wasser. Das Wasser und Pascal Rösler haben eine ganz besondere Beziehung. Wenn man wie er wochenlang auf Isar und Donau unterwegs ist und am Ende ins Schwarze Meer hinaus­paddelt, dann baut sich eben ein anderes Gefühl für das Wasser auf. 

Rösler und sein Team tourten seit Anfang Juli durch Bayern, um Schülern von der 5. bis zur 10. Klasse die Themen Naturschutz und Wasserqualität sowie den Erhalt der Umwelt näher zu bringen. Angefangen hatte alles am 20. Juli 2016: Rösler geht in München an den Start, erreicht nach 505 Flusskilometern und zwölf Tagen die österreichische Hauptstadt Wien – und sammelt 8.500 Euro Spenden für lokale Wasserschutzprojekte. Die Gründung des gemeinnützigen Vereins Pure Water for Generations ein Jahr später war der zweite Schritt. 

Der nächste folgte dann im Juni 2017 mit dem zweiten Stand-Up-Paddel-Projekt. Es führte Rösler von München bis ins Schwarze Meer. „Der Film sollte die Jugendlichen erst einmal in die Thematik einstimmen und sie dafür sensibilisieren“, erklärte Rösler nach der Vorführung im Kino P. Mit den gewonnenen Eindrücken fiel es so manchem Schüler leichter, sich auf die Übungen am See einzulassen: „Mit einem Seil haben wir dann die 2.467 Kilometer nachgelegt“, berichtete ein Schüler. 

Rösler ist dankbar für seine vielen – auch stillen – Helfer. Da wären Claudia und Markus Wenzl, die ohne viel Tamtam ihr Kino P. für die Vorführung des Films zur Verfügung gestellt haben, die Leitung der Realschule, die das Projekt unkompliziert befürwortete, die am Fohnsee auf Campingplatz und Wirtschaft zuständigen Betreiber, die der SUP-Aktion zustimmten oder die Münchner Investmentfirma Golding Capital Partners, welche die Boards finanzierte. 

Während Rösler den Vormittag gestaltete, führte André Wacke von Sunnawind die Achtklässler zunächst via Trockenübungen in die wichtigsten Grundsätze beim Stand-up-Paddeling ein. Es ist nämlich gar nicht so einfach, das Paddel richtig zu führen und einen guten Stand auf dem Board zu finden. Unterhaltsame spielerische Trockenübungen dienten den Jugendlichen als Vorbereitung auf dem Wasser. Für viele war es ihre SUP-Premiere, in jedem Fall ein Teil bleibender Erinnerungen. Die Schüler lobten die Aktion ausnahmslos: „Klar, wir sind keine Lehrer“, resümierte Rösler, „und fordern etwas ganz anderes als in der Schule.“ sg

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