Seniorenbeirat in Penzberg

Advent findet Ostern statt

Verschiedene Platzerl liegen in einer Schale und auf einem Holztisch.
+
Der Seniorenbeirat wollte Platzerl in die Heime bringen.

Penzberg – Überraschend kommt die Absage nicht: Das Adventsstündchen des Penzberger Seniorenbeirats in den beiden örtlichen Seniorenzentren der AWO und im Steigenberger Hof muss der Corona-Beschränkungen wegen ausfallen.

Heftig diskutiert wurde in der jüngsten Sitzung des Seniorenbeirats eine abgespeckte Version der geplanten Minifeier. Erlaubt ist demnach nur eine Übergabe der Geschenke vor den Eingängen der Einrichtungen. Lediglich zwei Personen hätten über die Schwelle der Häuser treten dürfen. Eine Einschränkung, welche die ganze Idee in Frage stellte. Liselotte Schlossbauer brachte den Stein des Anstoßes in die Sitzung ein: Die Vertreterin des Vereins für Denkmalpflege und Penzberger Stadtgeschichte legte einen Antrag vor, nach dem das Adventsstündchen in den beiden Seniorenheimen nicht ganz ersatzlos gestrichen werden sollte.

Alles war organisiert

Eigentlich war vorgesehen, die Heimbewohner mit Musik zu erfreuen und ihnen Plätzchentüten zu überreichen. „Wir hatten schon alles organisiert – von den Musikern bis zur Beschaffung der Unmengen an Platzerln“, erklärte Beiratsvorsitzender Siegfried Höfler. Die heimische Konditorin Rosi Freudenberg hatte schon in den Startlöchern gestanden, um die rund 160 Plätzchentüten zu befüllen. „Die alten Menschen in dieser Stadt haben schon das ganz Jahr über auf alles verzichten müssen, vom Sommerfest über den Tag der Älteren bis hin zur angedachten Minifeier“, so Schlossbauer. Sie fand, der Seniorenbeirat sollte wenigstens die Gelegenheit wahrnehmen und die Plätzchentüten vor den Heimtüren abstellen. „Ausserdem haben wir jetzt das Budget, und das sollten wir auch jetzt ausgeben“, erklärte die Befürworterin der Aktion. Wer weiß, ob das Geld nächstes Jahr noch zur Verfügung stünde.

„Nicht übers Knie brechen“

Vorsitzender Höfler und ein Großteil der Beiräte sahen dies anders: „Wir sollten und müssen das jetzt nicht übers Knie brechen“, stellte Höfler seinen Standpunkt klar. Und die Plätzchen vor der Tür abzustellen, war auch vier weiteren Sitzungsteilnehmern einfach „zu doof“. „Vor allem zu unpersönlich“, konkretisierte Brigitte Gerlach. Außerdem hätten die Menschen in den Heimen alle selber tonnenweise Plätzchen, meinte Ursula Schreier. Der Sinn der Aktion sei es nicht gewesen, die Platzerl abzustellen, sondern die alten Menschen mit einem kleinen Kulturprogramm zu erfreuen und ihnen etwas Abwechslung in ihrem Heimalltag zu schenken. Verworfen wurde auch die Idee von Herbert Preuß, die Plätzchentüten wenigstens mit einem Foto der Beiratsmitglieder und des Bürgermeisters sowie einem Weihnachtsgruß zu versehen.

Knappes Votum für Verschiebung

Schlussendlich einigten sich die Mitglieder des Seniorenbeirats mit 3:5 Stimmen darauf, die Adventsaktion ganz sein zu lassen und auf Ostern zu verschieben. Da werde sich wohl die Corona-Situation entspannt haben, so die Hoffnung der Beiräte. Eine Hoffnung, die nicht alle Menschen teilen, auch nicht Katharina von Platen, Seniorenbeauftragte im Penbzberger Stadtrat. „Täuscht euch mal nicht. Wir werden weiterhin hohe Infektionszahlen haben, die womöglich im Januar und Februar noch mehr ansteigen“, so die Grünen-Stadträtin. Ostern sei schneller da als gedacht – ohne Ostereierkörbchen und Frühlingsständchen. Sandra Gerbich

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kein Platz für Besucher: Penzberger „Oase“ sucht neues Domizil
Kein Platz für Besucher: Penzberger „Oase“ sucht neues Domizil
Unfall auf der A95 bei Iffeldorf: Ein Schwerverletzter und hoher Schaden
Unfall auf der A95 bei Iffeldorf: Ein Schwerverletzter und hoher Schaden
Corona in Penzberg und der Region: Ein Todesfall und sechs neue Infizierte im Landkreis Weilheim-Schongau
Corona in Penzberg und der Region: Ein Todesfall und sechs neue Infizierte im Landkreis Weilheim-Schongau
Klinikum Penzberg: „Impfskepsis“ bei Mitarbeitern gewichen - Zehn Patienten Corona-positiv
Klinikum Penzberg: „Impfskepsis“ bei Mitarbeitern gewichen - Zehn Patienten Corona-positiv

Kommentare