Verkehrsprobleme in Nantesbuch: Zehetner verspricht Ortsteilversammlung

Zwei Dimensionen

Verkehrsfreies Idyll? Der Schein trügt, denn Nantesbuch leidet zunehmend unter den Autos. Weil die aber vorzugsweise den Märznhof ansteuern, kann SPD-Stadtrat Lenk nun eine Wohnung in seiner Zimmerer errichten.

Penzberg - Auspuff und Lärm - viele Autos, wenig Fläche. Verkehrsprobleme in Nantesbuch. Dass diese in nächster Zeit nicht zu lösen sind, befürchten einige Anwohner. Denn der Stadtrat hat eine Veränderung beschlossen, die in den Augen mancher die Situation verschlimmern könnte.

Der Stadtrat ist der Empfehlung des Bauausschusses gefolgt und hat die Außenbereichssatzung für Nantesbuch geändert. Damit darf SPD-Stadtrat Hardi Lenk ein Nebengebäude seiner Zimmerei zu einem Wohnhaus mit Garage umbauen - vorausgesetzt das Landratsamt spielt mit. Zwar gab es auch im Stadtrat dazu wieder ein paar kritische Anmerkungen, und auch der Unmut über den Expansionswunsch des Märznhofs war abermals Gegenstand der Debatte. Und die Unterschriftenliste gegen die beantragten Bauvorhaben in Nantesbuch wird dem Vernehmen nach sogar wieder kleiner.

„Themaverfehlung“, nannte Thomas Keller (SPD) den Beschwerdebrief, der inzwischen von einigen Anwohnern unterzeichnet worden war. Hauptkritikpunkt: der viele Verkehr, der inzwischen in Nantesbuch zu verzeichnen ist. Nur stamme der eben nicht von der Zimmerei Lenk, machte Keller deutlich. Und wenn der Betrieb erst, wie geplant, seinen Betriebssitz in den Nonnenwald verlagere, „dann reduziert sich der Anlieferverkehr komplett“, sagte Keller. Er hat inzwischen auch herausgefunden, dass sich so mancher Anwohner wieder von der Unterschriftenliste habe streichen lassen, da diese Erkenntnis gereift sei. Schließlich würde nur ein bestehendes Lager in ein Haus umgewidmet.

Johannes Bauer (Grüne) unterstrich abermals, dass bei den Nantesbuchern verschiedene Projekte vermengt werden. Unproblematisch sei Lenks Baugesuch für das Bestandsgebäude. Aber: Die Erweiterungspläne für den Märznhof (wir berichteten) hätten eine andere Dimension: „Da gibt es ein massives Verkehrsproblem, auch für die Landwirte“, so Bauer. Er forderte deshalb, eine Ortsteilversammlung auf neutralem Boden, „am besten im Rathaus“, durchzuführen. Dann könne jeder seine Ängste und Pläne vorbringen. Das Wachstum müsse man in Nantesbuch aber „eher restriktiv“ halten.

Jack Eberl (FLP) hingegen hatte zuvor an den Stadtrat appelliert, zunächst das Verkehrsproblem anzugehen, „bevor wir uns mit dem Wohnhaus nur wieder ein neues Problem schaffen“. Sein Fraktionskollege André Anderl sieht dies etwas gelassener, denn mit einer neuen Wohnung, wie von Lenk beantragt, „muss der Betriebsleiter dann ja nicht mehr woanders wohnen“. Sprich: Dessen Wohnung wird dann frei, „wir schaffen also Wohnraum“, so Anderl. Ein bis zwei zur Betriebsleiterwohnung gehörende Fahrzeuge seien jedenfalls unproblematisch für Nantesbuch: „Das passt“, meinte Anderl.

Wolfgang Sacher (BfP) hätte es allerdings „sauberer“ gefunden, wenn der Antrag auf Änderung der Außenbereichssatzung nach Lenks Betriebsverlagerung eingegangen wäre. Deshalb stimmte er am Ende zusammen mit seinem Fraktionskollegen Reinhard Mende sowie Jack Eberl und Michael Kühberger (beide FLP) gegen die Satzungsänderung. Der Antrag geht nun ans Landratsamt. Bürgermeisterin Elke Zehetner versprach unabhängig davon, den Vorschlag zu einer Ortsteilversammlung aufzunehmen. la

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