Keine feudalen Schlösser

Genaue Anlieger: Bebauungsplan Rothenberg-Süd wird zum vierten Mal ausgelegt

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Geht ins vierte Jahr: Der Bebauungsplan „Am Rothenberg Süd“ (blau markiert) beschäftigt den Gemeinderat länger als erwartet.

Kochel – Er hält sich hartnäckig: Seit fast vier Jahren steht er immer wieder auf der Tagesordnung des Kocheler Gemeinderates, der Bebauungsplan „Am Rothenberg Süd“. Nun beschäftigte sich das Gremium abermals mit dem Plan, inklusive Stellungnahmen und Einsprüchen von Anliegern.

Beim Bebauungsplan „Am Rothenberg Süd“ bringen sich die Anwohner äußerst aktiv ein und erreichten bereits einige Zugeständnisse der Gemeinde. So wird es in dem Gebiet keine Wohngebäude für Asylsuchende und Obdachlose geben, und das derzeit noch als Grünfläche genutzte „Sondergebiet Museum“ wird nur in enger Absprache mit dem benachbarten Franz Marc Museum bebaut. Die öffentliche Auslegung dreht nun eine weitere Runde, nachdem zuletzt falsch übermittelte Pläne für Aufregung unter den Anliegern gesorgt hatten. 

Seit April 2015 beschäftigt der Bebauungsplan für das oberhalb des Franz Marc Museums liegende Wohngebiet nun schon Kochels Gemeinderat. „Eigentlich wollten wir bloß eine geregelte Nachverdichtung in dem Bereich“, stellte Bürgermeister Thomas Holz fest, „und dazu so viel wie nötig und so wenig wie möglich Einzelfestsetzungen treffen.“ In seiner jüngsten Sitzung wägte das Kommunalparlament insgesamt zehn eingegangene Stellungnahmen ab, darunter Einsprüche von vier betroffenen Anwohnern. Manche der Einsprüche hätte sich der Bauausschuss aber sparen können, denn die zuletzt geänderte Auslegung enthielt Fehler. „Man hat ned immer a Massl“, sagte Holz lapidar zu den vom Planungsbüro falsch übermittelten und durch die Verwaltung nicht kontrollierten Unterlagen, in denen sich plötzlich zwei statt drei Geschoße fanden und Änderungen gegenüber der vorherigen Planung nicht farblich hervorgehoben waren. 

Sehr genau gearbeitet haben hingegen zwei Anlieger, die in ausführlichen Stellungnahmen die neuen Pläne akribisch unter die Lupe nahmen. Manche Einwände ließ der Gemeinderat gelten, so wird etwa auf die Festsetzung von privaten Verkehrsflächen verzichtet, die als „erheblicher und nicht gebotener Eingriff in die privaten Rechte der Grundstückseigentümer“ angeprangert worden waren. Da die Erschließung der Grundstücke bereits gesichert sei, „ist das für uns auch fein“, urteilte Holz. Anders sieht es bei der Höhe künftiger Gebäude aus. Die Befürchtung, dass die in einem Teilgebiet zugelassene Wandhöhe von bis zu 9,60 Metern nicht lediglich die Hanglage ausgleiche, sondern zu „schlösserartigen Bauwerken mit feudalen Abmessungen“ führe, teilte der Gemeinderat nicht. Vielmehr entschied das Gremium, in den anderen verbleibenden Teilgebieten die Wandhöhen auf einheitlich 7 Meter zu erhöhen, womit deren Unterscheidung hinfällig wurde. 

Der angepasste Entwurf wird nun mit einer verkürzten Frist von zwei Wochen erneut öffentlich ausgelegt, Stellungnahmen können dabei nur noch zu geänderten oder ergänzten Teilen abgegeben werden. cw

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