Pute für den Profi

Alois Perkmann vom Campingplatz am Kesselberg kochte bei „Mein Lokal, Dein Lokal“

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Arbeitsplatz mit Seeblick: Brigitte und Alois Perkmann betreiben den Campingplatz am Kesselberg, der nun auch im Fernsehen zu sehen ist.

Kochel – Vor etwa acht Jahren fuhr Alois Perkmann regelmäßig nach der Arbeit auf ein Alkoholfreies zum Biergarten am Camping Kesselberg. Nicht nur, weil der Bäcker es so schön dort fand, nippte er am Glas, wischte den Schaum von seiner Oberlippe und steckte die Gabel in die Currywurst. Er hatte ein Auge auf den Platz unmittelbar am Kochelsee geworfen. Dann kam der Tag, als der Platz der Seine war. Perkmann lächelt, wenn er daran zurückdenkt. Er und seine Frau Brigitte sind stolz auf das Idyll, umso mehr bedauern sie, dass sie dieses nun im Fernsehen nicht in voller Blüte präsentieren konnten.

Im März trat der gebürtige Südtiroler gegen andere Inhaber von Campingplätzen in einem Special des Wettkochformats „Mein Lokal, Dein Lokal“ auf dem Sender Kabel 1 an. Ein Kamerateam, Regisseur, Assistenten und Tonmänner wirbelten in Altjoch umher. Zu dieser Zeit war der Platz noch nicht fein herausgeputzt, quasi im Winterschlaf. Es gab überall kleine Baustellen, hier wurden neue Spülbecken angebracht, dort erhielten die Fässer ein Vordach. Die Blumen blühten noch nicht. Wohnwagen von Dauercampern standen einsam da, der Zeltplatz war leer. Umstände, welche die Perkmanns bedauerten und noch immer bedauern, was sie aber nicht an einer Teilnahme hinderte. „Mei Mo hat schon immer g‘sagt, dass er da mitmachen möcht‘“, lächelt Brigitte Perkmann. Ihr Mann nickt, den Sieg hatte er nicht im Visier. „Es geht um was anderes“, sagt Alois Perkmann, er habe einfach mitmachen und einen Profikoch in seiner kleinen Küche begrüßen wollen. Fast nebensächlich scheint es da, dass es wie aus Eimern schüttete, als der Profikoch, der zugleich Juror der Sendung ist, dann zu den Perkmanns kam: Am 10. März stand Mike Süsser in der tatsächlich sehr kleinen Edelstahlküche, in der „man das Salz immer an derselben Stelle aufbewahren sollte“, lacht Alois Perkmann. Viele Menschen hantierten da aber ohnehin nicht am Herd. Denn während die anderen Campingplatz-Inhaber ihre Areale zu dieser Zeit geöffnet hatten und dort reger Betrieb mit vielen Mitarbeitern und Gästen herrschte, war der Platz am Kochelsee geschlossen. „In unserem Rahmen haben wir das aber super gemanaget“, findet Alois Perkmann, der am Drehtag ganz allein gewesen wäre, hätte er nicht eine Bedienung und „unseren Junior“, wie er sagt, verpflichten können. 

Ein Putengericht servierte der Kochler dem Profi schließlich, und das sei gut angekommen, sagt der 61-Jährige. Nur habe ihm der Fernsehkoch geraten, auf Bio-Fleisch umzustellen, ein Rat, den Perkmann nun beherzigen möchte. Wie viel Punkte von eins bis zehn er letztlich von Süsser bekam, sieht der Kochler erst morgen Abend, wenn das Ergebnis der Dreharbeiten auf seinem Campingplatz ausgestrahlt wird (17.55 Uhr auf Kabel 1). Da erfährt er dann auch, was seine Konkurrenten, Campingplatzbetreiber aus Lenggries, Kössen, Fieberbrunn und Berchtesgaden, von ihm, seinen Kochkünsten und seiner Campingphilosophie wirklich halten. Zwar wurde ihm deren Kritik bereits nach jedem Gang in kurzen Statements serviert, doch die volle Dosis bekommt er erst morgen. Und er sieht auch, was von den Interviews, von denen er so viele geführt hat, dass er schon gar nicht mehr weiß, was er alles gesagt hat, tatsächlich gesendet wird. Angst vor der Ausstrahlung hat der Kochler nicht, „es war niemand dabei, der ekelhaft war“, sagt er. Auch habe er noch „ein bissl Kontakt“ zu seinen Kollegen, also „noch“, lacht er einen Tag vor der Ausstrahlung. 

Seinen Konkurrenten tischte der 61-Jährige Putencordonbleu, Grillschweinshaxe, Saibling und natürlich seine Currywurst mit hausgemachter Soße auf, die gehöre einfach zum Platz, lächelt Brigitte Perkmann. Ihr Mann nickt, vielleicht, weil er diese selbst immer gegessen hat, als er vor acht Jahren von der Backstube an den Kochelsee fuhr. 

Gerade sitzt aber niemand im Biergarten bei Currywurst und Bier, corona­bedingt ist der Campingplatz noch geschlossen. Am 30. Mai soll es wieder losgehen, unter Schutzmaßnahmen. Dann hofft Alois Perkmann wieder Leben zu sehen, bunte Zelte auf der großen Wiese oder Kinder, die am Bach, der kurz darauf in den See rauscht, Brücken bauen, und nicht mehr nur Dauercamper, die zum Rasenmähen vorbeischauen. ra

Ab dem heutigen Montagabend, 25. Mai, um 17.55 Uhr ist das fünfteilige Camping-Special von „Mein Lokal, Dein Lokal“auf Kabel 1 zu sehen.

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