Beistand in der Einsamkeit

Am Telefon statt am Tisch: Altenclub sagt alle Veranstaltungen bis Ende Juli ab

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Am Telefon hat Renate Schneiderling ein offenes Ohr für die Senioren.

Penzberg – Eine Liste mit zahlreichen Telefonnummern hatte sich Renate Schneiderling vom Altenclub der Pfarrei Christkönig schon vor Ostern zusammengestellt. Gewählt hat sie all die Nummern auch schon und dabei ausführliche Telefonate mit den Senioren geführt, die sie für gewöhnlich zusammenbringt.

Doch das ist nun nicht mehr möglich. Aufgrund der Corona-Krise entfallen alle Veranstaltungen des Altenclubs bis einschließlich Juli. Über drei Monate sind eine lange Zeit, vor allem dann, wenn Senioren angeraten wird, zuhause zu bleiben und als Risikogruppe ihre Gesundheit nicht zu riskieren. Ob im Herbst wieder Altennachmittage stattfinden können, ist noch nicht sicher, im August wolle man darüber entscheiden, sagt Renate Schneiderling, die zugibt, bei dieser Frage „etwas schwarz“ zu sehen. 

Trübsal ist in Schneiderlings sanfter Stimme zu hören, wenn sie an all die Veranstaltungen denkt, die der Altenclub in den kommenden Wochen geplant hatte. An einem Nachmittag etwa wollte man sich über „Starke Frauen im Märchen“ unterhalten, an einem weiteren über die „Bedeutung der Kräuterbuschen“. 

Auch die Altennachmittage wären vermutlich wieder gut besucht gewesen. Zwischen 30 und 80 Senioren kommen stets im Barbarasaal zu Kaffee, Kuchen und Gesprächen zusammen, und jedes Mal wieder sind es Treffen, die der Seele der Senioren gut tun. „Der Großteil sind Frauen, die alleinstehend sind“, weiß Schneiderling. 

Mit einigen Senioren hat die Engagierte bereits Telefonate geführt, wenngleich sie nicht von allen Teilnehmern die Telefonnummer besitzt. In diesen Gesprächen habe sie Beruhigendes wie Beunruhigendes erfahren. „Sie sind gut versorgt“, sagt Schneiderling erleichtert. Oftmals seien es Angehörige oder auch Freunde, die stets da sind, wenn Hilfe, sei es beim Einkaufen oder im Haushalt, gebraucht werde. „Manche gehen aber auch selber noch einkaufen“, ergänzt Schneiderling, die glaubt, dass der Alleingang nicht zwangsweise mit körperlicher Fitness zusammenhängen muss, denn viele Senioren hätten einfach keine helfende Hand. 

Die Nachbarschaftshilfe scheint nicht von allzu vielen Senioren in Anspruch genommen zu werden. Jedenfalls lässt Schneiderling dies durchblicken, wenn sie erzählt, dass ihre Enkelin lange gewartet habe und nun überglücklich sei, endlich für eine Seniorin einkaufen zu dürfen. ra 

Wer Gesprächsbedarf hat oder Hilfe benötigt, der kann sich an Renate Schneiderling unter Tel: 08046/189309 wenden

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