Frösche hüpfen wieder

Amphibien wandern: Schutzzäune von Penzberg bis Steingaden

Grasfrosch Amphibie Naturschutz
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Bis zu 700.000 Amphibien werden jährlich gerettet.
  • Max Müller
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Region – In Weilheim-Schongau wurden Zäune aufgestellt, um wandernde Amphibien zu schützen. An vielen Sammelstrecken gibt es heuer erstmals Tempolimits.

Nicht nur Menschen erwarten sehnsüchtig den Frühling: Mit den milden Temperaturen und ersten warmen Regenfällen werden Amphibien in großer Zahl vorwiegend in den frühen Abendstunden ihre Winterquartiere verlassen und auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern gehen. An elf Straßenabschnitten im Landkreis wurden Amphibienzäune aufgebaut, um tausende Erdkröten, Gras- und Laubfrösche, Berg- und Teichmolche vor dem Überfahren zu retten.

Die Kreisgruppe Weilheim-Schongau des Bund Naturschutzes hat zusammen mit den Straßenbauämtern auch heuer wieder Zäune mit einer Gesamtlänge von rund 7500 Metern aufgestellt. Diese werden von zahlreichen freiwilligen Helfern bis in die späten Nachtstunden betreut. Im vergangenen Jahr wurden fast 8000 Tiere an damals neun Strecken gerettet, so Bund Naturschutz-Kreisvorsitzender Helmut Hermann.

Von Penzberg bis Steingaden: Schutzzäune zur Amphibienwanderung werden aufgestellt.

Die Zäune stehen heuer in Penzberg am Stocksee, am Riederer Weiher und in Maxkron. Weitere Sammelstrecken sind am Kaltwasserweiher zwischen Murnau und Habach, am Goppoltsrieder See zwischen Seeshaupt und Eberfing, am Haarsee bei Marnbach, am Zellsee bei Paterzell, an der Eyach bei Oberhausen, am Bismarckweiher bei Steingaden, am Schwaigsee bei Wildsteig und bei Peustelsau südlich Wildsteig.

Im Loisachtal gibt es ebenfalls eine betreute Amphibienwanderstrecke in Kochel. Es wird darum gebeten, auf den Straßen nahe der Wanderstrecken die Tempolimits zu beachten und vorsichtig zu fahren. Die insgesamt etwa 80 ehrenamtlich tätigen Helfer sind mit Warnwesten und Taschenlampen ausgerüstet.

Freiwillige gesucht

Wer beim Sammeln der Frösche, Kröten und Molche mithelfen möchte, melde sich unter Telefon 0881/637375 oder unter der E-Mail Adresse bn.weilheim@t-online.de bei der Koordinationsstelle Amphibienwanderung der Bund Naturschutz Kreisgruppe Weilheim-Schongau.

Nicht nur Straßen sind laut Bund Naturschutz eine Gefahr für die Amphibien. Denn die Hauptwanderzeit der Tiere fällt mit der Gülleausbringung und Wiesenpflege der Landwirte zusammen. Für die Tiere, die sich tagsüber in der Wiese vergraben haben, ist das Striegeln oder Walzen der sichere Tod. Gülle mit ihrer ätzenden Wirkung kann aufgrund der empfindlichen Amphibienhaut noch Tage nach der Ausbringung deren Gesundheit gefährden. Der Bund Naturschutz bittet deshalb Landwirte, die Wiesenpflege und Gülleausbringung vor den Zäunen auf die Zeit nach der Hauptwanderung der Amphibien auf Ende März zu verschieben. Max Müller

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