Penzberger André Stapelfeldt bei "Jugend forscht"

Kampf gegen Überlebenskünstler

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Penzberg - Am Mittwoch starten die Wettbewerbe „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ der Region Voralpenland. Die 105 Teilnehmer präsentieren bis morgen in Schongau der Jury ihre Projekte. Mit André Stapelfeldt, der das Max-Rill-Gymnasium in Reichersbeuern besucht, ist ein Penzberger dabei.

Der 16-Jährige untersucht die Vermehrung von Planarien, auch Dugesia genannt. „Das sind spannende Tiere“, berichtet der Schüler über diese Stulwürmer, die in der Aquaristik sowie in der Grundlagenforschung zu Gehirnfunktionen und zum Gedächtnis eingesetzt werden. „Die Tiere sind zwar sehr gut erforscht, aber man weiß immer noch nicht, welche Verhältnisse wichtig sind, damit sie sich am besten fortpflanzen können“, erklärt Stapelfeldt. In der Aquaristik sei dieses noch nicht vorhandene Wissen wichtig, da Planarien Schnecken, Garnelen und Fischlaich befallen können und sie dann vernichten.

André Stapelfeldt betont: „Ich möchte wissen, was die optimalen Bedingungen für die Vermehrung der Planarien sind, um dann Rückschlüsse für die Vernichtung zu ziehen. So will ich herausfinden, welche Wasserwerte wie eingestellt werden müssen, damit die Vermehrung eingedämmt wird und die Tiere keinen Schaden anrichten.“ Die nachtaktiven Planarien sind mit bloßem Auge nicht zu sehen und reagieren auf Licht- und Stromreize. Der kleine Wurm „ist ein guter Überlebenskünstler“, erklärt der Penzber­ger, „er kann Hungerperioden von bis zu sechs Monaten überstehen“. Viele Aquarianer, darunter auch er selbst, seien an den Planarien verzweifelt. Mit seiner Forschungsarbeit will Stapelfeldt dazu beitragen, dass weniger Medikamente ins Aquarium gelangen, um die Dugesia zu bekämpfen. Und er versucht Rückschlüsse zu gewinnen, wie die Tiere einzudämmen sind. Er untersucht unter anderem, wo die Dugesia Schwierigkeiten hat, sich zu vermehren, und wie sie schneller altern.

Begleitet wird Stapelfeldt zum „Jugend forscht“-Wettbewerb von seinem Biologie- und Chemielehrer Christian Danner. Die Dugesia sei „der klassische Parasit“, grinst der Pädagoge. Er hat seinen Schüler während dessen Forschungen unterstützt. Danner verteilt ein großes Lob an den 16-Jährigen: „Ich habe in meinem Lehramtstudium manche Arbeit von Kollegen gesehen, die von der Aufmachung her nicht so gelungen war.“

Das diesjährige Motto der Wettbewerbe - die Firma Hoerbiger unterstützt dabei als Patenunternehmen - lautet „Frag nicht mich. Frag Dich.“ Die Nachwuchswissenschaftler sind dieser Aufforderung gefolgt und zeigen eine große Bandbreite an innovativen Arbeiten in den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik. Insgesamt wurden 57 Projekte eingereicht. Die Gewinner des Regionalentscheids qualifizieren sich für die bayerischen Landeswettbewerbe von 1. bis 3. März in Vilsbiburg. akr

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