Debatte um Strangenweiher

Widerstand vorprogrammiert

Penzberg - Der Strangenweiher soll trocken gelegt werden. Das beschloss der Haushaltsausschuss der Stadt Penzberg.

Käme es wirklich dazu, wäre der Anglerverein Fischwaid Penzberg in seiner Existenz bedroht. „Das wäre wirklich drastisch“, sagt dessen Vorsitzender Franz Geiger. Seine Frau, die CSU-Stadträtin Christine Geiger, war am Montagabend kreidebleich von der Vorberatung des Vermögenhaushalts nach Hause gekommen. Denn dort hatte sich erstmals Petris Unheil angedeutet: Der Strangenweiher, das Heimatgewässer von Franz Geiger und seinen Kollegen soll abgelassen und trocken gelegt werden.

Wird der Vermögenshaushalt vom Stadtrat tatsächlich so beschlossen, wie er nun vom Haushaltsausschuss vorberaten wurde, dann hat der rechter Hand an der Zufahrt zu Gut Hub gelegene Weiher die längste Zeit Wasser geführt. Denn das Gremium nickte jenen Vorschlag der Stadtverwaltung ab, in dem die ursprünglich aufgeführten 1,12 Millionen Euro nicht mehr enthalten waren. Genau dieser Betrag müsste für den Bau eines Deiches aufgewendet werden, um einen verbesserten Hochwasserschutz, wie ihn das Wasserwirtschaftsamt mit Nachdruck fordert, zu gewährleisten. Dass nämlich der 2,5 Hektar große Strangenweiher bei massiven Regenfällen überläuft und sich die Wassermassen dann in Richtung der Bahnlinie Tutzing-Kochel ergießen, ist für die Weilheimer Behörde nicht länger hinnehmbar. „Hier handelt es sich um die Gefährdung eines Verkehrsweges, da werden ganz strenge Maßstäbe angelegt“, betonte Stadtbaumeister Justus Klement vor dem Haushaltsausschuss. Nachdem aus den Reihen dieses Gremiums keine Neigung zu erkennen war, den Millio­nenbetrag aufzubringen, erklärte Bürgermeisterin Elke Zehetner kurz und bündig: „Dann wird der Strangenweiher eben abgelassen.“

Franz Geiger hat die Nachricht, die ihm seine Frau überbracht hat, „mit Staunen“ vernommen. Erstens mag er nicht daran glauben, dass man im Rathaus die Existenz eines Vereins so ohne weiteres aufs Spiel setzt, zweitens glaubt er aber auch nicht, dass das Ablassen so einfach möglich ist. „Man kann so eine Fläche nicht einfach ohne Wasser stehen lassen“, betont er. Zwar hat Stadtbaumeister Klement schon anklingen lassen, dass man in diesem Fall in eine naturnahe Lösung investieren müsse, Geiger sieht sich hier aber Seite an Seite mit dem Bund Naturschutz (BN). „Der wird sicher ein gewichtiges Wort mitzureden haben“, so der Fischwaid-Vorsitzende. (mehr dazu in der Printausgabe) la

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