Kündigung von Gnadl: Verwaltungsräte lehnen Wiedereinstellung ab

Ein Interview mit Folgen

Wurde fristlos gekündigt und wird nicht wieder eingestellt: Alexander Gnadl, der sich mit den Stadtwerken nun vor Gericht auseinandersetzt.

Penzberg – Seine Badeschlappen muss er wohl erst einmal verstauen: Die Verwaltungsräte Markus Kleinen, Klaus Adler, Nick Lisson, Markus Bocksberger und Adrian Leinweber sowie Bürgermeisterin Elke Zehetner wollen den fristlos gekündigten Alexander Gnadl nicht ins Wellenbad zurückholen.

Alexander Gnadl, der von den Stadtwerken fristlos entlassene stellvertretende Leiter des Wellenbads, hat ja ohnehin nicht damit gerechnet, dass dieser Vorstoß etwas bewirkt. Gefreut hat er sich aber trotzdem, als mit Michael Kühberger (FLP) und Woflgang Sacher (BfP) zwei Mitglieder des Stadtwerke-Verwaltungsrates seine Wiedereinstellung gefordert hatten. Daraus wird nun definitiv nichts, denn die Verwaltungsräte Markus Kleinen, Klaus Adler, Nick Lisson, Markus Bocksberger und Adrian Leinweber sowie Bürgermeisterin Elke Zehetner als Vorsitzende des Verwaltungsrates haben dieses Ansinnen entrüstet zurückgewiesen. 

„Mit großem Befremden“, so heißt es in dem gemeinsamen Schreiben, haben die Unterzeichner den Antrag zur Wiedereinstellung von Gnadl zur Kenntnis genommen. Was so staatstragend daherkommt, ist freilich nicht ironiefrei: Als Markus Bocksberger dieses Schreiben am 26. November unterzeichnete, war er für die SPD tatsächlich noch Verwaltungsrat der Stadtwerke, als die Stellungnahme zwei Tage später veröffentlicht wurde, hatte Bocksberger bei der SPD aber schon gekündigt. Ebenso fristlos, wie dies bei Alexander Gnadl der Fall war. 

Alle Unterzeichner der Stellungnahme können die von Stadtwerke-Chef Josef Vilgertshofer ausgesprochene fristlose Kündigung von Gnadl nachvollziehen: „Mit seinem Interview im Gelben Blatt vom 10. Oktober hat Herr Gnadl nicht nur die Loyalitäts- und die Verschwiegenheitspflicht gegenüber seinem Arbeitgeber verletzt, sondern sich auch geschäftsschädigend verhalten“, heißt es. Eine Kündigung sei deshalb „sehr wohl begründet und angemessen“. Der Hinweis auf die Verschwiegenheitspflicht ist deshalb interessant, weil Gnadl in dem Interview nur erklärt hat, dass das Wellenbad nicht so marode sei, wie von vielen Befürwortern eines Schwimmbad-Neubaus behauptet wurde. 

Als wesentlich bedenklicher und „in hohem Maße besorgniserregend“ stufen die Unterzeichner aber „die weiteren Rückschlüsse“ von Kühberger und Sacher in Bezug auf Stadtwerke-Chef Vilgertshofer ein: „Hier von diktatorischen Verhältnissen oder unseriöser Personalpolitik zu sprechen, Josef Vilgertshofer Charakterlosigkeit vorzuwerfen und dem Stadtrat zu empfehlen, bei der nächsten Bestellung des Vorstands andere Bewerber in die engere Auswahl zu nehmen, zeugt von fehlender Seriosität und fehlendem Anstand der Antragsverfasser.“ Die Verwaltungsräte vermuten, dass es Kühberger und Sacher nur darum gehe, von Vilgertshofers „guter Arbeit“ abzulenken und ihn „öffentlich in Misskredit zu bringen“. 

Für Alexander Gnadl hat dieses politische Geplänkel ohnehin keine Auswirkung: Er klagt gegen seine Kündigung. Bevor es vor dem Arbeitsgericht aber zu einem Prozess kommt, steht nächste Woche erst einmal der in solchen Fällen vorgeschriebene Gütetermin an. Vielleicht finden Gnadl und die Stadtwerke da ja eine einvernehmliche Lösung. la

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