Gummibären und ein toter Hase

Antdorfer Plattler-Nachwuchs hat seine Proben wieder aufgenommen

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Desinfektion und Distanz: Jedem Burschen des Antdorfer Trachtenvereins Wax‘nstoana wurde ein Stuhl zugeteilt, in dessen Nähe es zu platteln galt, schließlich muss der Mindestabstand gewahrt werden. Davor mussten sich Burschen aber erst einmal die Hände gründlich waschen und desinfizieren.
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Desinfektion und Distanz: Jedem Burschen des Antdorfer Trachtenvereins Wax‘nstoana wurde ein Stuhl zugeteilt, in dessen Nähe es zu platteln galt, schließlich muss der Mindestabstand gewahrt werden. Davor mussten sich Burschen aber erst einmal die Hände gründlich waschen und desinfizieren.
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Desinfektion und Distanz: Jedem Burschen des Antdorfer Trachtenvereins Wax‘nstoana wurde ein Stuhl zugeteilt, in dessen Nähe es zu platteln galt, schließlich muss der Mindestabstand gewahrt werden. Davor mussten sich Burschen aber erst einmal die Hände gründlich waschen und desinfizieren.
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Desinfektion und Distanz: Jedem Burschen des Antdorfer Trachtenvereins Wax‘nstoana wurde ein Stuhl zugeteilt, in dessen Nähe es zu platteln galt, schließlich muss der Mindestabstand gewahrt werden. Davor mussten sich Burschen aber erst einmal die Hände gründlich waschen und desinfizieren.
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Desinfektion und Distanz: Jedem Burschen des Antdorfer Trachtenvereins Wax‘nstoana wurde ein Stuhl zugeteilt, in dessen Nähe es zu platteln galt, schließlich muss der Mindestabstand gewahrt werden. Davor mussten sich Burschen aber erst einmal die Hände gründlich waschen und desinfizieren.
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Desinfektion und Distanz: Jedem Burschen des Antdorfer Trachtenvereins Wax‘nstoana wurde ein Stuhl zugeteilt, in dessen Nähe es zu platteln galt, schließlich muss der Mindestabstand gewahrt werden. Davor mussten sich Burschen aber erst einmal die Hände gründlich waschen und desinfizieren.
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Desinfektion und Distanz: Jedem Burschen des Antdorfer Trachtenvereins Wax‘nstoana wurde ein Stuhl zugeteilt, in dessen Nähe es zu platteln galt, schließlich muss der Mindestabstand gewahrt werden. Davor mussten sich Burschen aber erst einmal die Hände gründlich waschen und desinfizieren.
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Desinfektion und Distanz: Jedem Burschen des Antdorfer Trachtenvereins Wax‘nstoana wurde ein Stuhl zugeteilt, in dessen Nähe es zu platteln galt, schließlich muss der Mindestabstand gewahrt werden. Davor mussten sich Burschen aber erst einmal die Hände gründlich waschen und desinfizieren.

Antdorf – Vom Radlsattel gesprungen, den Drahtesel abgestellt und die Loferl zurechtgezupft: Die jungen Plattler der Wax‘nstoana warten vor dem Proberaum. Die Lederhosen werfen Falten, die bestickten Hosenträger sind so bunt wie die Stoffmasken, welche Mund und Nase der Burschen bedecken. Es ist die erste Probe der Plattler des Antdorfer Trachtenvereins nach der coronabedingten Zwangspause. Und Andreas Huber, Vorsitzender der Wax‘nstoana und Plattel-Trainer der Kleinen, hat alle Mühe, die Buben zu bändigen. Noch sehr diszipliniert geben sich die Kinder bei den Hygienemaßnahmen, doch als es ans Platteln geht, zeigen sich die Jungs sehr mitteilungsbedürftig.

Nach und nach wächst die Gruppe, die vor dem Proberaum auf die Erlaubnis von Andreas Huber wartetet, eintreten zu dürfen. „Konnst no platteln“, fragt da ein Junge seinen Nebenmann. Und der antwortet sogleich mit Geplattel. Ein anderer Junge dagegen sorgt sich um die Unvollständigkeit seiner Tracht: „Anderl, i hob koa Hosnträger o, die san mia z‘kloa“. Ein paar Wochen keine Plattlerporbe und schon ist der Junge aus seinem Gwand herausgewachsen. „Is dei Bauch so groß wordn?“, lacht Huber und schleppt einen Karton mit Safttüten und Gummibären in den Proberaum, um die Naschereien anschließend auf Stühlen zu verteilen. Ein Tütchen und ein Päckchen pro Platz und Kind. 

Die Stühle sind an die Wand gerückt und mit reichlich Abstand voneinander aufgestellt worden. Die Kinder betreten nach und nach den Raum, es geht zum Händewaschen, eine junge Frau im Dirndl wartet vor der Toilettentür mit einem Handdesinfektionsmittel auf die Burschen. Nach jedem Händewaschen träufelt sie das Mittel auf die Handflächen. Erst dann dürfen sich die Kinder setzen, erst dann die Maske abnehmen. Geplattelt werden soll nun nicht wie gewohnt im Kreis, sondern in Stuhlnähe, damit sich die Buben nicht auf die Pelle rücken. „Griaß eich“, sagt Huber laut in die Runde, was einen Jungen gleich zum Plaudern veranlasst, „Anderl, mei Hos is gstorbn“, sagt er. Nicht die erste Geschichte, der Huber mit viel Aufmerksamkeit lauscht. Denn während gemeinhin und alles andere als gendergerecht den Mädchen der Hang zum Tratschen und Quasseln nachgesagt wird, erweisen sich nun auch die Jungs als äußerst kommunikativ. Huber versucht dennoch, erst einmal ein wenig zu platteln, verspricht aber, zwischendurch Pausen zum Ratschen zu machen. „Wir ham uns ja lang nimmer g‘sengn“, sagt er und fordert sogleich den Plattler von den Kindern, mit dem die Antdorfer letztes Jahr den Weltrekord aufgestellt haben: die Ambosspolka. Und kaum spielt die Ziach, lässt sich erkennen, dass nicht jeder Bursch in den vergangenen Wochen geübt hat, was auf Hubers Nachfrage aber auch bereitwillig zugegeben wird. 

Huber muss zudem viel schreien, weil die Kinder aufgekratzt sind. „Was passiert wenn i Halsweh bekomm?“, fragt er da die Burschen. „I muaß Bier trinken und dann bekomm i Kopfweh“, antwortet er selbst. Das hält die quirligen Jungs aber nicht vom Quasseln ab. Also lässt Huber die Burschen noch den Haushamer Schuhplattler tanzen und merkt dabei selbst: „Segts, i hob a schon lang nix mehr do, i schwitz.“ Die Fenster im Proberaum sind bereits geöffnet, Lüften ist in Corona-Zeiten Pflicht. Der schwitzende Huber gönnt den Kindern nun eine Trinkpause und zieht selbst kräftig am Strohhalm der Safttüte, ehe er die Kinder fragt, wie sie die vergangenen Wochen so verbracht haben. Mit reichlich Homeschooling, so die Antwort. Und mit viel Arbeit in der heimischen Landwirtschaft. Das zeigt sich, als ein paar Burschen herausfinden wollen, bei wem zuhause die meisten Ballen vom Feld geholt wurden. Als das geklärt war, die Tüten leer getrunken waren und noch einmal über das Schicksal des dahingeschiedenen Hasen diskutiert worden war, ging es wieder ans Platteln. Denn der Haushamer muss gut sitzen, wenn die Burschen schon bald wieder mit den Madln proben. ra

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