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Antrag für Penzberger Gemeinschaftsgarten fällt auf fruchtbaren Boden

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Garteln steht hoch im Kurs und soll in Penzberg gefördert werden.
  • Andreas Baar
    VonAndreas Baar
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Penzberg – Die Idee einer gemeinschaftlichen Gartenanlage kam im Stadtrat gut an. Das Rathaus startete jetzt eine Abfrage bei Bürgern und Vereinen in Penzberg.

Angestoßen hatte das Projekt die Fraktion von Penzberg Miteinander (PM) im Februar. Wie berichtet, stellte die Wählergruppe den Antrag auf Freigabe eines städtischen Grundstücks für einen Gemeinschaftsgarten. Ziel: Kommunale Areale grüner gestalten, das Garteln in der Bevölkerung verankern und gemeinsames Engagement stärken. Ansätze, die in der jüngsten Stadtratssitzung durchaus wohlwollend aufgenommen wurden.

Anette Völker-Rasor (PM) warb für einen „Schnittpunkt von ökologischen und sozialen Zielen“. Sie hatte sich vergleichbare Objekte in der Region angeschaut. Ihr Fazit: „Wir bleiben finanziell in überschaubarem Rahmen.“ Völker-Rasor hofft vor allem auf Hilfe vom städtischen Bauhof. Auf dem Areal seien lediglich Wassertank, Hochbeete und Erde nötig. Die PM-Rätin denkt an Holzspenden, viel Eigenleistung und das Einbeziehen von Schulklassen.

Dass die Grünen angetan waren von der Idee, überraschte nicht. Allerdings sei eine Bedarfserhebung wichtig, mahnte Fraktionssprecherin Kerstin Engel an. Sollte das Interesse nicht groß sein, könnte immer noch über den Bauhof ein Kräutergarten angelegt werden. Jack Eberl (FLP) fand die Idee eines Gemeinschaftsgartens grundsätzlich gut, verlangte aber feste Strukturen und eine solide juristische Basis. Wichtig sei zudem, dass die Kommune „als Unterstützer“ auftrete, was die letztendlich die Akzeptanz verbessern würde.

Auch Armin Jabs (BfP) sprach von einem „guten Gedanken“. Sollte sich genug Interessenten finden, regte er einen Probebetrieb für zwei Jahre an. Jabs hatte auch gleich einen Standortvorschlag: Der Garten könnte doch in der Breitfilz-Anlage entstehen.

Bauhof „hat genug zu tun“

Elke Zehetner (SPD) zeigte sich aufgeschlossen für das Projekt. Örtlichkeiten könnten auf der Berghalde oder auf Gut Hub sein. Einbeziehen sollte unbedingt man den Bund Naturschutz und den Gartenbauverein. „Wir haben gute Vereine, die grüne Arbeit leisten.“ Nur bei einem legte sich Zehetner quer: Den Bauhof will sie nicht für den Gemeinschaftsgarten einspannen. „Die haben genug zu tun.“ Eine Ansicht, die Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) teilte.

„Mehr wie skeptisch“, sah dagegen Christian Abt (CSU) das Vorhaben. Einfach so einen Garten anlegen, davon hält er nichts. Es brauche Verantwortliche und einen Verein, „der das Ganze betreibt“, betonte er. Zudem sei ein Gemeinschaftsgarten im innerstädtischen Bereich kaum vorstellbar. Abt warnte auch vor der finanziellen Belastung des Stadtsäckels.

Feste Strukturen, gar einen Verein: Eine Vorstellung, die Ute Frohwein-Sendl (PM) grauste. „Man darf es nicht komplizieren“, warnte sie davor, mögliche Interessenten abzuschrecken.

Rathaus will‘s wissen

Die Stadtverwaltung spricht jetzt Bürger, Familien, Vereine oder Bildungseinrichtung direkt an: Sollten diese Interesse an einem Gemeinschaftsgarten oder -acker haben, können sie sich bis Freitag, 30. April, im Rathaus (Abteilung 6 – Klima- und Umweltschutz) melden. Meldungen sind per E-Mail (andreas.wowra.penzberg.de) oder Brief möglich und sollten Anschrift und Kontaktdaten beinhalten. Im Rahmen der Abfrage möchte die Verwaltung die Frage der Verantwortlichkeit oder der Übernahme einer Schirmherrschaft klären. Wer sich vorstellen kann, auch organisatorisch als Ansprechpartner mitzuwirken, soll dies in seinem Schreiben mitangeben. Mit dem Rücklauf will das Rathaus einschätzen, ob gegebenenfalls sogar mehrere städtische Flächen bereitgestellt werden sollten. ab

Am Ende wurde es dann doch einstimmig. Der Stadtrat beschloss, dass die Kommune erstmal einen Aufruf in der Bevölkerung startet. Zudem werden mögliche Grünflächen geprüft – auf der Berghalde, in der Breitfilz-Anlage, am Bahnhof und auf Gut Hub. Darüber hinaus klärt die Verwaltung die anfallenden Kosten ab. Erst dann will man über die Form des Angebots diskutieren. Die Bedarfsermittlung zumindest hat das Rathaus jetzt gestartet (siehe Kasten).

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