Stärken erkennen

Berufsberatung der Arbeitsagentur Weilheim erfolgt nun am Telefon und online

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Viele Unterrichtsräume sind verwaist. Seit vergangenen Montag sind zumindest die Abschlussklassen wieder in der Schule. Und die müssen sich nicht nur über den Prüfungen ihren Kopf zerbrechen, sondern auch über ihre Zukunft.

Penzberg/Weilheim-Schongau – Erst step by step öffnen, wie im Rest Bayern, Penzbergs Schulen wieder. Die angehenden Absolventen sind bereits ins Klassenzimmer zurückgekehrt, weitere Jahrgangsstufen folgen peu à peu. Da hatten in den vergangenen Wochen die angehenden Schulabgänger viel Zeit nachzudenken, nicht nur über die anstehenden Prüfungen, sondern auch über ihre Zukunft. Wegen der Corona-Pandemie finden derzeit aber keine Ausbildungsmessen statt, und auch die Berufsberatung der Agentur für Arbeit in Weilheim ist geschlossen. Dennoch haben die Berater dort offene Ohren. 

Die Liste der Möglichkeiten ist lang, das zeigt sich beim Blick auf die Pressemitteilung der Agentur für Arbeit in Weilheim schon beim ersten Blick. Dort werden verschiedene Links aufgeführt, Internetseiten, auf welchen sich junge Menschen kurz vor ihrem Schulabschluss über Berufsbilder, Ausbildungen und Studienfächer informieren können. In einem „Selbsterkundungstool“ der Arbeitsagentur können Jugendliche darüber hinaus herausfinden, welche Fähigkeiten sie besitzen und was sie mit diesen beruflich alles anstellen können. Doch von Angesicht zu Angesicht lässt es sich noch immer am besten beraten, ob in der Schule oder in einem Büro der Arbeitsagentur. In Letzterem sitzt Petra Callwitz, Leiterin der Berufsberatung vor dem Erwerbsleben Weilheim Süd. „Derzeit finden ausschließlich telefonische und schriftliche Beratungen beziehungsweise Informationstransfers statt“, sagt sie. Ob die Corona-Krise und die Schließung der Schulen etwas an der Beratungssituation geändert hat, dazu will Callwitz noch keine Angaben machen, denn „diese Frage ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht realistisch zu beantworten“, immerhin setzen Schüler wie Lehrer momentan „andere Prioritäten“. Oliver Wackermut, kommissarischer Leiter der Arbeitsagentur Weilheim, meint jedoch: „Wer jetzt clever ist und sich vielfältig informiert, kann nur gewinnen.“ 

Sofern Schüler die Berufsentscheidung wieder zu einer oberen Priorität ernennen und auf der Suche nach Information die Weilheimer Berufsberatung kontaktieren, so weiß Callwitz genau, welche Fragen auf sie zukommen, Fragen, die so vielschichtig seien wie die Möglichkeiten, welche Schulabgängern offenstehen. Themen sind etwa der Erwerb eines höheren Schulabschlusses, die Entscheidung für das Studium oder die Ausbildung, die Berufswahl oder auch Auslandsaufenthalte sowie Engagement im Freiwilligen Sozialen Jahr oder Freiwilligen Ökologischen Jahr. Dabei erkennt Callwitz eines immer wieder: „Oft fehlt die Kompetenz, die richtigen Informationen im Internet zu recherchieren und die Inhalte richtig zu interpretieren beziehungsweise auf die eigene Person zu projizieren.“ Auch den Grund, aus dem diese Kompetenz häufig fehlt, meint Callwitz zu kennen, wenn sie sagt, dass junge Menschen oft nicht wissen, welche Schwächen und Stärken sie eigentlich haben. Doch nicht nur die mangelnde Selbsteinschätzung kann auf der Suche nach dem rechten Weg hinderlich sein, auch „defizitäre Deutschkenntnisse, kulturelle Unterschiede, Teilleistungsschwächen und psychische Probleme“, so die Berufsberaterin. 

Dass es jedoch im Laufe der Zeit nicht unbedingt leichter geworden ist, das weiß auch Callwitz, immerhin sei die Arbeitswelt agil, ständig erfolgen Veränderungen im Rahmen der Digitalisierung. Die Konsequenz: „die Herausforderungen und Anforderungen an die jungen Menschen wachsen“. Um Orientierung und Information zu bieten, arbeitet die Berufsberatung mit Schulen zusammen, zeigt Präsenz in den Einrichtungen, vernetze sich, und auch die „Schulen arbeiten vertrauensvoll mit der Berufsberatung zusammen“, sagt Callwitz. Gerade im Frühjahr, wenn die Abschlussprüfungen anstehen, dürfte der Beratungsbedarf hoch sein, vor allem für diejenigen, die noch nicht wissen, wohin mit sich. Doch nun dürften sich viele Schüler erst einmal die Frage stellen, wie sie die Prüfungen nach Wochen des Homeschooling wohl meistern werden. ra

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