Bei Geiger ist man irritiert

Nachfolge für HAP: Murnauer Unternehmen fühlt sich instrumentalisiert

Geiger statt HAP: Was am Mittwoch von Elke Zehetner als fast beschlossene Sache verkündet wurde, sorgte in Murnau für großes Unverständnis.

Penzberg – Nun ist die Zukunft des Areals von Hörmann Automotive Penzberg (HAP) doch weiterhin offen. Denn die vermeintlich frohe Botschaft, das Unternehmen Geiger Automotive aus Murnau beerbe HAP, sorgt für Irritation.

Die frohe Botschaft hielt nicht einmal 24 Stunden: Am gestrigen Mittwochnachmittag verkündete Bürgermeisterin Elke Zehetner der Presse, dass das Murnauer Unternehmen Geiger Automotive die Nachfolge von HAP auf dem Gelände an der Seeshaupter Straße antreten, seinen Firmensitz von Murnau nach Penzberg verlagern und dort mindestens 300 Arbeitsplätze schaffen werde. Am heutigen Donnerstagmorgen zeigte sich Thomas Fahrner, als Vice President für die weltweiten Produktionsstandorte zuständig, über diese Aussage „irritiert“. Und er sagte: „Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb das so kommuniziert wurde.“ 

Zehetner und Heinz Runte, der Geschäftsführer der AIC GmbH, in welcher das Immobiliengeschäft der Hörmann-Gruppe gebündelt ist, waren sich beim Pressegespräch im Rathaus offenbar eine Spur zu sicher. Und möglicherweise haben sie einen Satz Fahrners zu optimistisch interpretiert. Der Geiger-Chef hatte beiden am Dienstagabend folgendes per E-Mail wissen lassen: „Für Ihre Veranstaltung können Sie – gemäß unseres gemeinsamen Meetings vom 19. Februar 2020 – das von uns geäußerte ernsthafte Interesse der Geschäftsleitung von Geiger Automotive an der Anmietung des Areals der Hörmann Automotive in Penzberg wiedergeben.“ Zwar haben Zehetner und Runte darauf hingewiesen, dass der japanische Sanoh-Konzern, zu dem Geiger gehört, Ende April oder Anfang Mai dem Penzberg-Deal erst noch zustimmen müsse, dies aber mehr oder weniger als Formsache bezeichnet. 

Und genau das ist Thomas Fahrner ganz offenbar sehr sauer aufgestoßen. Er erklärte am heutigen Donnerstag nämlich, dass die Aussagen im Verlauf des Penzberger Pressegesprächs eben „nicht autorisiert“ gewesen seien. Das Verhalten der Bürgermeisterin und des Hörmann-Vertreters bezeichnete er als „nicht gut“ und erklärte mit Blick auf den Wahlsonntag: „Wir fühlen uns schon ein wenig instrumentalisiert.“ Fahrner betonte, dass für sein Unternehmen Penzberg nach wie vor eine von mehreren Optionen sei, um die dringend erforderliche und in Murnau nicht zu bewerkstelligende Vergrößerung des Unternehmens zu realisieren. 

Bürgermeisterin Zehetner versteht nun die Welt nicht mehr: „Wir hatten uns selbstverständlich bei Geiger final versichert, dass wir alle Aussagen so auch treffen können“, erklärte sie. Wie dem auch sei: Die Zukunft des HAP-Areals ist also weiter offen. la

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