Layritz-Halle: Gutachten ergibt zum Teil erhebliche Belastung von Mineralfasern

Asbest im Staub

Keine Hasen und keine Wohnmobile mehr: Die Layritz-Halle ist wegen Staubbelastung und brüchiger Deckenplatten komplett gesperrt.

Penzberg – Eine dünne Schicht liegt auf den Platten. Ein leichtes, unscheinbares Grau, in dem sich die Gefahr verbirgt. In der Layritzhalle wirbelt ein Gutachten ordentlich Staub auf: Eine Asbest-Belastung wurde nachgewiesen, und nicht die Deckenplatten sind betroffen, zumindest nicht direkt. 

Jetzt also doch. Vor wenigen Tagen wurde an dieser Stelle berichtet, dass die Gerüchte um eine vermeintliche Asbest-Belastung der Layritz-Halle völlig aus der Luft gegriffen seien. Bürgermeisterin Elke Zehetner hatte dies entschieden ins Reich der Fabel verwiesen. Inzwischen aber weiß man: In der denkmalgeschützten Halle sind nicht nur herabstürzende Platten aus der Zwischendecke der Grund für deren Schließung, es herrscht auch eine Gefährdung durch Asbest. 

Die Gefahr lauert hier im Staub. Nachdem Das Gelbe Blatt über die Asbest-Gerüchte berichtet hatte, informierte Stadtbaumeister Justus Klement am Dienstagabend den Stadtrat über den Sachverhalt. „Die Deckenplatten in der Layritz-Halle sind rein mineralisch und enthalten keine Schadstoffe. Dies wurde gutachterlich bei einer Schadstoffanalyse vor dem Kauf des Gebäudes durch die Stadt ermittelt“, sagte er. Im vergangenen Dezember habe dann eine weitere Untersuchung ergeben, dass der Staub auf den Deckenplatten mit Asbest belastet sei. Dies deckt sich auch mit einem Gutachten des Wolfratshauser Ingenieurbüros für Materialreports und Umweltanalytik vom 24. Juni 2016, das von einem damaligen Pächter von Stellflächen in der Layritz-Halle in Auftrag gegeben worden war. Darin heißt es: „Der Asbestbefund im Staub kann u.a. auf die ehemalige Nutzung der Lokhalle als Produktionsstätte zurückgeführt werden, wenn dort mit asbesthaltigen Materialien umgegangen wurde.“ 

Die Wolfratshauser haben darüber hinaus an zwei Stellen der Layritz-Halle den Staub auch noch auf künstliche Mineralfasern (KMF) untersucht. Und hier ergaben die Proben ebenfalls ein beunruhigendes Ergebnis: „Die auf KMF untersuchten Staubproben sind in die Kategorie zwei einzustufen und werden somit als krebserzeugend für den Menschen angesehen“, heißt es in dem Gutachten. 

Inzwischen ist die Layritz-Halle vollständig geräumt, jeder der einen Schlüssel dazu hatte, musste ihn bei der Stadt abgeben. Demnächst soll nun mit der Demontage der Decke begonnen werden. Dabei, so Stadtbaumeister Klement, werde man wegen der Staubbelastung besondere Sicherheitsvorkehrungen treffen. la

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