Auch der Landrat erhöht den Druck auf Hoefter

Mit Engelszungen haben Bürgermeister Thomas Gründl (unser Bild) und später auch Landrat Josef Niedermaier bei der Bad Heilbrunner Bürgerversammlung die Kurfürstin GmbH & Co KG aufgefordert, die Provokationen im Ort einzustellen. Sonst stehe der einst ruhmreiche Name Hoefter auf dem Spiel.

Den Menschen in Bad Heilbrunnern reichen die immer neuen von der Kurfürstin GmbH & Co KG ausgehenden Provokationen. Inzwischen wird die Vermutung immer lauter, das zur Jodquellen AG gehörende Unternehmen wolle mit der bewussten Verunstaltung der Ortsmitte einen Keil zwischen die Bevölkerung und die Rathausverwaltung schieben, um seine Pläne durchzusetzen. Jedenfalls war dieser seit Jahrzehnten andauernde Streit ein Hauptpunkt der diesjährigen Bürgerversammlung im überfüllten Kursaal. Selbst Landrat Josef Niedermaier hat sich erstmals öffentlich und mit Vorwürfen gegen die Kurfürstin GmbH zu Wort gemeldet.

In seinem Rechenschaftsbericht hatte Bürgermeister Thomas Gründl zuvor zum wiederholten Male seine Bereitschaft zu weiteren Gesprächen und zur Mitarbeit der Jodquellen AG bei der Aufstellung des Be- bauungsplans für die Ortsmitte angeboten und das Unternehmen aufgefordert zu sagen, was es denn wolle. Kurfürstin-Chef Max Hoefter war selbst zwar nicht anwesend, er hatte aber seinen Berater Siegfried Mössner geschickt. Dieser wurde mehrmals direkt angesprochen, zuletzt mit ganz konkreten Fragen von Rolf Alabowitz, weigerte sich aber zunächst was zu sagen („Ich bin nicht befugt, eine Erklärung abzugeben“), um dann aber doch was zu sagen, ohne aber konkret zu werden. Nur die Äußerung, auch er wolle eine Lösung des Problems, bitte aber um Geduld, war ihm zu entlocken. Das ermutigte Gründl zu der positiven Nachfrage an Mössner, ob er denn zu neuen Gesprächen bereit sei, wenn er, Gründl, mit dem Landrat demnächst einen Termin vereinbare. Eine Antwort blieb aus. Nicht eingegangen war Mössner auch auf die vielen Vorschläge der Verwaltung und auf das Entgegenkommen der Gemeinde bezüglich der Ausweisung eines Mischgebiets für das Kurhotel-Gelände, die Gründl aufgelistet hatte. Stattdessen hob Mössner Streitsachen hervor, die viele Jahre zurückliegen. Aus der Sicht Niedermaiers hat die Gemeinde nicht nur mit den jüngsten Vorstellungen ein „gutes Angebot“ für die Beilegung des Streits gemacht. „Zur Lösung aber gehören zwei“, sagte der Landrat, und wenn der zweite Partner die Verhandlungen nicht wolle, „so ist das äußerst bescheiden“. Mit dem Aufkochen von 20 Jahre zurückliegenden Streitereien und dem Vernageln der Fenster mit schwarzen Kreuzen, das hob an diesem Abend auch Niedermaier hervor, komme man nicht weiter. Direkt an die Adresse von Hoefter gerichtet, erklärte der Landrat: Wenn das Unternehmen bei der Neugestaltung der Dorfmitte nicht mitmachen wolle, müsse es sich eben von Bad Heilbrunn verabschieden und seine Immobilien verkaufen, und zwar zu einem reellen Preis, den auch die Rechtsaufsicht genehmigen könne. Verkaufen wolle die Firma ja, war dabei Mössner zu entnehmen, aber nur zu dem Preis, den das Unternehmen fordere. Bekanntlich liegt dieser mehrfach über dem Gutachter-Schätzwert. Wenn die Jodquellen AG weiterhin mit dem Vernageln von Fenstern und den anderen Schikanen in der Ortsmitte auf reine Provokation setze, meldete sich Niedermaier wieder zu Wort „dann steht der Ruf der Familie Hoefter, die früher viel für den Ort geleistet hat, auf dem Spiel“. Der Ärger in der Gemeinde richtet sich aber nicht nur gegen Hoefter, sondern auch gegen das Landratsamt. Direkt an den Landrat gewandt, stellte Ernst Hauer nämlich die Frage, warum die Kreisbehörde gegen solche Verunstaltungen wie das Vernageln der Gebäudeöffnungen mit schwarzen Kreuzen nicht einschreite, „während jedem kleinen Bauwerber die Pläne nicht genehmigt werden, wenn ein Fenster nicht genau so angeordnet ist, wie es den Behörden vorschwebt“. Niedermaier konterte, sich schon selbst diese Frage gestellt zu ha- ben. Nach dem neuen Baurecht sei aber die Kreisbehörde von Gestaltungsfragen befreit. Bei einer Klage wegen „grober Verunstaltung“ würden die Chancen vor Gericht nicht groß sein, das zu verhindern, befürchtet Niedermaier. Selbst wenn, wie in diesem Fall, offenkundig sei, dass es sich nur um eine totale Provokation handele. Als sich zu Ende der Versammlung die Wogen wieder geglättet hatten, war bei privaten Gesprächen der Gemeinderäte wenig Optimismus zu vernehmen. „Der Hoefter“ wolle doch gar nicht bauen, sondern die Heilbrunner nur massiv ärgern, da- mit die eines Tages doch die von ihm geforderten überhöhten Preise für die Grundstücke bezahlen, war da immer wieder zu hören.

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