Auf die Schöpfung achten

Beim Georgi-Ritt mahnt Pfarrer Holz die Rücksichtnahme auf die Natur an

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Immer wieder ein prächtiges Bild: Angeführt von Georg Buchner mit der Fahne des Georgi-Vereins ziehen Ross und Reiter vom Gutshof zur Hub-Kapelle.

Penzberg – Das lange Haar reicht fast bis zum Boden, die ersten rund 30 Zentimeter sind aufwendig geflochten, weiße Blümchen und eine üppige rote Rose stecken in dem Kunstwerk - am Hinterteil des Pferdes. Doch auch von vorne zeigten sich die Rösser in voller Pracht beim Georgi-Ritt in Penzberg.

Der Blick nach oben verhieß nichts Gutes: Dunkle Wolken hingen über der Hub-Kapelle und kündigten ein Gewitter an. Das blieb zwar letztlich aus, doch scheuten ganz offenbar viele Pferdefreunde die Aussicht auf einen kräftigen Regenguss, so dass der traditionelle Georgi-Ritt diesmal nur rund 200 Besucher anlockte. Die wurden dafür aber von einem prächtigen Bild belohnt, das Ross und Reiter bei der 39. Auflage des vom Georgi-Verein veranstalteten Umritts abgaben. 

Allen voran marschierte die Stadt- und Bergknappenkapelle unter der Leitung von Simon Zehentbauer, gefolgt von den Vorreitern, Georg Buchner mit der Fahne des Vereins sowie Georg Demel und Helmut Waxenberger. Rund 80 Pferde, darunter viele süddeutsche Kaltblüter, Noriker und Haflinger sowie die kleineren Isländer und Norweger, aber auch je zwei Maultiere und Esel zogen hinüber zur Kapelle, wo Stadtpfarrer Bernhard Holz und die Rieder Alphornbläser schon für die Andacht Aufstellung bezogen hatten. Die jüngste Reiterin in diesem Jahr war die erst sieben Jahre Magdalena Höck, die zusammen mit ihren Eltern und Großeltern, alle hoch zu Ross, aus Benediktbeuern gekommen war. Gerade mal sechs Wochen alt ist Baronesse, das jüngste Pferd, das seine Mutter Bavaria in all dem Trubel erstaunlich gelassen begleitete. Ältester vierbeiniger Teilnehmer dürfte übrigens der fast 30-jährige Haflinger Asterix gewesen sein. 

Ehe Ross und Reiter den kirchlichen Segen erhielten, mahnte Pfarrer Bernhard Holz in der Andacht einen rücksichtsvollen Umgang mit der Schöpfung an. Wie das Volksbegehren „Retter die Bienen“ gezeigt habe, sei es mittlerweile erstaunlich vielen Menschen ein dringendes Anliegen, mit der Natur rücksichtsvoll umzugehen. Er ermahnte gleich Fußgänger und Radfahrer, die ungemähten Wiesen nicht unnötig zu betreten oder zu befahren. „Der Erhalt der den Menschen anvertrauten Schöpfung kann nicht einfach so nebenbei gelingen, sondern erfordert ein verantwortungsbewusstes Handeln und Miteinander aller gesellschaftlichen Gruppen und der internationalen Staatengemeinschaft“, sagte Holz. Und er fügte hinzu: „Gott ist die Quelle alles Guten und allen Segens, er will, dass sich Mensch und Tier auf der Erde vermehren und sie als Lebensraum nutzen können“. Deshalb sollten alle ihr Möglichstes daransetzen, „die Heimat zu schützen und zu bewahren, um sie auch an künftige Generationen weitergeben zu können“. Danach umrundeten Ross und Reiter dreimal die Kapelle, ehe sie gesegnet wurden. Im Anschluss ging‘s zurück zu Gut Hub, wo die Mitglieder des Georgi-Vereins sowohl an der Grillstation wie auch am süßen Kuchenbuffet ganze Arbeit geleistet hatten. fw

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