Kurz vor der Auflösung

Verzweifelte Vorstandsuche: Mütterzentrum kämpft um seine Existenz

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Die Zeit ist knapp: Binnen weniger Wochen muss das Mütterzentrum an der Winterstraße einen neuen Vorstand aufstellen, ansonsten droht dem Verein das Aus.

Penzberg – Seit 15 Jahren gehen Kinder an der Winterstraße 20 A ein und aus. Das Mütterzentrum ist ein Ort, an dem in Strampler eingepackte Babys über den Teppich krabbeln und Kinder in Spielgruppen ihre Sozialkompetenzen ausbauen. Doch wie lange es den Verein noch gibt, steht in den Sternen.

Das Mütterzentrum ist eine private Elterninitiative, und also solche vom Einsatz der Mütter und Väter aus Penzberg und Umgebung abhängig. Jahrelang hat das auch gut funktioniert, doch nun droht das Aus. Die derzeitigen Vorstände können schon bald nicht mehr als solche wirken, „aus zeitlichen Gründen“, erklärt Flavia Schadler, Vizevorsitzende der Vereins. Genau wie die Vorsitzende Susan Servo werde sie sich künftig wieder voll und ganz auf ihre berufliche Laufbahn konzentrieren. Findet sich bis Mitte November kein neuer Vorstand, „so ist die Auflösung des Vereins unumgänglich“, bedauert Schadler. 

Auch finanziell ist es nicht bestens um den Verein bestellt, auf der jüngsten Mitgliederversammlung wurde daher vorgeschlagen, in der nächsten Versammlung die Mitgliedsbeiträge „in einer Beitragssatzung festzuschreiben und etwas zu erhöhen“, heißt es auf der Homepage des Vereins. Das bedeutet: Spielgruppenmitglieder könnten statt 5,50 Euro künftig 6,50 Euro pro Monat aus dem Geldbeutel schütteln müssen, so Schadler. Auch die Beiträge für die Flohkiste, einer betreuten Spielgruppe, welche derzeit für Defizite in der Kasse sorgt, „sollen von 3 auf 4 Euro pro Stunde für Mitglieder steigen und von 4 auf 5 Euro pro Stunde für Nichtmitglieder“, erklärt die Vizevorsitzende. Auch werden neue Betreuer der Flohkiste künftig lediglich auf Übungsleiterpauschale angestellt, um Kosten zu sparen. Preiserhöhungen zwischen 20 und 30 Prozent, die „das Mütterzen­trum wieder ins finanzielle Gleichgewicht“ bringen sollen, so die Hoffnung, die sich auf der Homepage breit macht. 

Doch nicht allein finanziell soll sich einiges ändern, auch organisatorisch, so stand der Vorschlag im Raum, die Mitglieder vermehrt ins Mütterzentrum einzubinden, schließlich handelt es sich um eine Elterninitiative, und die erfordert, wie der Name nun einmal sagt, die Initiative von Eltern. Pro Familie sollen nun acht Elternstunden im Jahr eingeführt werden, verkündet Schadler. Für Mütter und Väter bedeutet das: Kuchen backen, Rasen mähen, Veranstaltungen betreuen, beim Spielzeugwaschtag oder auch im Eltern-Kind-Café helfen. Sollten aktive Mitglieder keine Zeit oder Muse haben, sich vermehrt einzubringen, so sei „eine Unterstützung des Mütterzentrums in Form einer Spende angeregt“ worden, heißt es auf der Internetseite des Vereins. Nun bleibt abzuwarten, ob sich die aktiven Mitglieder, derzeit sind es 40 an der Zahl, mehr engagieren. Zunächst einmal gilt es jedoch, bis zum 20. November einen neuen Vorstand zu finden, um eine Auflösung gemäß der aktuellen Vereinssatzung zu verhindern. ra

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