Das Handwerk dominiert

Benediktbeurer CSU nominiert ihre Kandidaten für die Gemeinderatswahl

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Das sind die CSU-Kandidaten für den Benediktbeurer Gemeinderat: Josef Hundegger, Margarete Steffens, Ursula Rieger, Franziska Huber und Cordula Sindlhauser (vorne von links) sowie Matthias Reiser, Thomas Rest, Dieter Drewanz, Hanns-Frank Seller, Florian Bacher, Maximilian Sperl, Peter Strauch, Hans-Otto Pielmeier, Thomas Guggemos und Anton Lugauer (hinten von links). Nicht auf dem Bild ist Anton Dengg jun.

Benediktbeuern – In der Aufstellungsversammlung der Benediktbeurer CSU votierten alle 25 wahlberechtigten Mitglieder für die vorgeschlagene Liste. Und auf dieser ist neben einer breiten Mischung von Berufen mit Schwerpunkt im Handwerk diesmal auch die Landwirtschaft vertreten.

Die neu gegründete Junge Union (JU) wird unabhängig von der Mutterpartei mit einer eigenen Liste antreten. Über die Neugründung der JU zeigte sich Hans-Otto Pielmeier sehr erfreut, denn es sei ein Unterschied, ob man Politik aus dem Blickwinkel eines 60-Jährigen oder eines 30-Jährigen mache. „Die JU wird ihren eigenen Wahlkampf machen, sich selbst finanzieren und ist erstmal Konkurrenz für unsere Liste“, stellte der Ortsvorsitzende klar. Von einem Rennen „Jung gegen Alt“ kann dabei aber nicht die Rede sein, denn mit vier unter 35-Jährigen hat auch die CSU-Liste Nachwuchs in den eigenen Reihen. 

Ein Amt, das Rückgrat erfordert

Der CSU-Kreisvorsitzende Thomas Holz dankte allen Kandidaten für ihre Bereitschaft, ein Amt auszuüben, das „nicht immer ein Vergnügen ist“. Man müsse schon Rückgrat haben, wenn man im eigenen Dorf überall auf strittige Entscheidungen angesprochen werde. „Die tragende Rolle der CSU in Bayern kommt aber nicht von ungefähr“, meinte Holz. Es sei die Partei mit einem „festen Kompass“, sprich wer CSU wähle, wisse, was er kriege. 

Vier amtierende Gemeinderäte wollen es wieder wissen

Vier amtierende Gemeinderäte bewerben sich im März um eine weitere Amtsperiode. Vizebürgermeister Hanns-Frank Seller warb mit der Kontinuität, wenn diejenigen, die viele Themen angestoßen haben, diese auch zur Vollendung bringen und „nicht andere die Lorbeeren einstecken“. Der 59-Jährige ist seit 18 Jahren dabei und will bei den wichtigen Zukunftsthemen seine Stimme auch weiterhin einbringen. Ihr Amt als dritte Bürgermeisterin bezeichnete die 58-jährige Förderschullehrerin Margarete Steffens als Auszeichnung, die ihr viel bedeutet habe. Steffens will sich schwerpunktmäßig für soziales Miteinander, die Erhaltung des Ortsbildes durch Verhinderung „seelenloser Neubauten“ sowie mehr Begrünung einsetzen. Der Steuerberater Thomas Guggemos (54) möchte weiterhin seine Kompetenz im Finanzbereich einbringen und Aufgaben unabhängig von der Partei so umsetzen, dass für die Gemeinde das Bestmögliche erreicht wird. Der vierte im Bunde ist Konditormeister Anton Lugauer, dessen Engagement hauptsächlich dem Handwerk gilt. Seit 24 Jahren ist er im Gemeinderat, „nicht der lauteste, aber leidenschaftlich“, wie der 56-Jährige über sich sagt. Als wichtige Aufgaben sieht er die Dorferneuerung, die Straßensanierung und den kommunalen Wohnungsbau, als Herausforderung die hohen Kosten bei sinkendem Gewerbesteueraufkommen. 

Bautechniker, Maurermeister, Kaminkehrer

Ganz oben auf der Agenda mehrerer Bewerber stand die Baupolitik. Hans-Otto Pielmeier (62, Diplom-Kaufmann), der beruflich sowohl in leitender Funktion wie auch als Betriebsrat tätig war, will sich „vehement“ für die Bewahrung des Ortsbildes einsetzen. „Betroffenheit alleine reicht nicht, man muss proaktiv tätig werden“, sagte er mit Blick auf ein aktuelles Beispiel in der Asamstraße, wo ein ortsprägendes Gebäude dem Abriss zum Opfer fallen soll. Zügig die Dorferneuerung vorantreiben will Florian Bacher, der einst bei der Bundeswehr als Fachlehrer an der Gebirgs- und Winterkampfschule tätig war und jetzt eine Hausverwaltung betreibt. Man müsse schauen, dass man die geplanten Projekte zeitnah durchziehe, bevor in ein paar Jahren die Förderquellen versiegten, betonte der 53-Jährige. Ihre berufliche Kompetenz im Bauwesen würden gerne Matthias Reiser (51, Maurermeister und Bautechniker), Gerüstbauer Josef Hund­egger (30) und Kaufmann Peter Strauch (35) in den Gemeinderat einbringen. Ebenso wie Strauch sieht sich auch Schreinermeister Thomas Rest (37) im richtigen Alter, nämlich der bislang nicht vertretenen Altersgruppe „Ü30 bis U40“, um noch eine Zeit lang etwas bewegen zu können. Auch Anton Dengg jun. (42, Kaminkehrermeister) gehört zum Reigen der Handwerker und wurde in Abwesenheit wärmstens von Pielmeier empfohlen, da jeder Gemeinderat froh sein könne, einen solchen „Handwerker, der voll im Leben steht“, in seinen Reihen zu haben. 

Tracht, Tradition und Tourismus

Endlich einen Landwirt in den Gemeinderat bringen will die parteifreie Cordula Sindlhauser, die schon jetzt in keiner Sitzung fehlt, allerdings bislang als Zuhörerin. Die 63-jährige Bäuerin will vor allem den Tourismus vorantreiben, die Transparenz in der Gemeinderatsarbeit erhöhen und den Stellenwert von Kultur und Tradition erhöhen. Brauchtum und Tracht sowie die Weiterentwicklung des Tourismus sind auch Schwerpunktthemen von Ursula Rieger (49, Bäuerin und Trachtenschneiderin). Ebenfalls aus der Landwirtschaft stammt mit Franziska Huber die jüngste Kandidatin. Der 29-jährigen Lehrerin liegen soziale Themen und die Erhaltung des Ortsbilds am Herzen, zudem will sie jungen Menschen ein Vorbild sein und zeigen, dass man durch Engagement etwas ausrichten kann. Als „frisches Blut“ versteht sich der gleichaltrige Business Prozess Manager Maximilian Sperl, der gerne angelt und in der Natur unterwegs ist. Gemeinderat werden möchte ferner Dieter Drewanz, der Anfang des Jahres den Ortsvorsitz abgegeben hat. Der 54-jährige Ingenieur ist technischer Beamter bei der Bundeswehr und bezeichnete die Verkehrsproblematik als sein Steckenpferd. cw 


Die CSU-Kandidaten nach Listenplätzen: 1. Anton Lugauer, 2. Margarete Steffens, 3. Thomas Guggemos, 4. Hanns-Frank Seller, 5. Cordula Sindlhauser, 6. Hans-Otto Pielmeier, 7. Maximilian Sperl, 8. Ursula Rieger, 9. Matthias Reiser, 10. Thomas Rest, 11. Anton Dengg jun., 12. Franziska Huber, 13. Josef Hundegger jun., 14. Peter Strauch, 15. Dieter Drewanz, 16. Florian Bacher

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