Jogis Elf spielt sich warm

Bad Heilbrunner CSU präsentiert ihre Kandidaten für den Gemeinderat

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CSU-Landratskandidat Toni Demmel (vorne l.) und die CSU-Kandidaten für Bad Heilbrunns Gemeinderat nach Listenplatz: (vordere Reihe v.l.) 1. Bürgermeisterkandidat Thomas Gründl, 2. Silvia Abeltshauser, 3. Josef Schwaller, 4. Horst Kürzeder, 5. Josef Rohrmoser, 6. Josef Schröfl, 7. Berta Soukup sowie (hinten v.l.) 8. Tomas Schaal, 9. Oliver Hanke, 10. Vitus Nießen, 11. Matthias Bromberger, 12. Rosi Abeltshauser, 13. Christoph Engel, 14. Alexander Glockmann, 15. Florian Lettner, 16. Uwe Langheinrich und Ersatzkandidat Johann Schlickenrieder. Nicht auf dem Bild ist der zweite Ersatzkandidat Friedrich Linecke.

Bad Heilbrunn – Die Aufstellungsversammlung der Christsozialen erinnerte ein wenig an eine Pressekonferenz mit Jogi Löw, wenn dieser den Kader für die Nationalelf bekannt gibt. Denn auch Bürgermeister Thomas Gründl wählt die Kandidaten für seine Mannschaft ganz bewusst aus.

Äußerst gut organisiert und mit straffem Zeitablauf hielt Rathaus­chef Gründl die Aufstellungsversammlung im voll besetzten Nebensaal der Park-Villa ab. Auf den Tischen lagen Faltblätter aus, auf denen nicht nur die Kandidaten prangten, sondern auch ein bereits fertiges Wahlprogramm sowie die Liste mit dem Wahlvorschlag. „Überlassen Sie nichts dem Zufall“, steht darunter als Aufforderung, das Wahlrecht auszuüben. Nichts dem Zufall überlassen hat auch Gründl und, wie er sagt, sein „bestes Team“ zusammengestellt. Statt Jogis Elf saß also Thomas‘ Sechzehn an den Tischen, statt im Fußballtrikot in Loden gewandet (bis auf Regisseur Christoph Engel, der sich als Künstler abhob). Auch die Ersatzbank ist mit zwei Bewerbern besetzt. 

„Meine Kandidaten“, wie Gründl sie bezeichnet, kommen aus unterschiedlichen Alters- und Berufsgruppen, aus verschiedenen Ortsteilen und sind alle über Vereine im Gemeindeleben verwurzelt. „Sie bilden unsere Gemeinde ab“, stellte Gründl fest, der sich jeden der 13 Männer und drei Frauen in einem Gespräch geangelt hat, was ihn „das ein oder andere Bier gekostet“ habe, denn nicht jeder habe sofort Ja gesagt. Bei der Listenreihung wurde „in jedes Drittel eine Dame gesetzt“, ansonsten führen die amtierenden Gemeinderäte die Liste an, und die hinteren Plätze wurden im Losverfahren besetzt. Gut, dass unter den 36 Stimmzetteln nur ein ungültiger, ein Nein und eine Streichung dabei waren, so wurde die Reihung bestätigt, und das schöne Faltblatt muss nicht neu gedruckt werden. 

„Bad Heilbrunn ist gesegnet mit guten Chancen“, sagte „Jogi“ Gründl und schickte dann seine Spieler in Zweierteams aufs Feld. Diese hatten in den vergangenen Monaten in themenbezogenen Arbeitsgruppen neun Punkte zu Tage befördert, von denen der Polizeibeamte Oliver Hanke und der Soldat Vitus Nießen den Klima- und Naturschutz als „ein Kernthema“ vorstellten, mit Plänen wie den Bau von Fahrradwegen, die energetische Gebäudesanierung und den Ausbau erneuerbarer Energien. Radiologieassistentin Silvia Abeltshauser und Regisseur Christoph Engel nannten als Ziele im Bereich Familie und Wohnungsbau bedarfsgerechte Kinderbetreuung, bezahlbaren Wohnraum für alle Alters- und Einkommensgruppen sowie einen festen Treffpunkt für die Jugend. Bankkaufmann Josef Rohrmoser und IT-Unternehmer Uwe Langheinrich sprachen die Tourismusförderung an, bei der es um umweltverträgliche „Maßnahmen mit Verstand statt Aktivismus und Schnellschüsse“ gehe. Die Ansiedlung eines mittelständischen Beherbergungsbetriebes mit gutbürgerlicher Gaststätte ziehe man einem 150-Betten-Hotel vor. 

Die beiden Ärzte Tomas Schaal und Alexander Glockmann hatten den Gesundheitsstandort Bad Heilbrunn analysiert und empfahlen ein zentrales, barrierefreies Ärztehaus, um die Ansiedlung im Dorf für junge Ärzte durch eine entsprechende Infrastruktur attraktiver zu machen. Als Bänker prädestiniert für den Punkt Kommunalverwaltung sah sich Horst Kürzeder, der für solide Gemeindefinanzen, einen maßvollen Schuldenabbau sowie das Nutzen von Synergieeffekten zwischen Kommunen warb. Das Thema Landwirtschaft mit geplantem Austausch zwischen Gemeinde, Bürger und Bauern stellte der Landmaschinenmechaniker Florian Lettner vor, während Landwirt Josef Schwaller sich gemeinsam mit dem Postbeamten Josef Schröfl der Ortsentwicklung annahm. In der Ortsmitte wolle man eine behutsame Entwicklung „Schritt für Schritt“ angehen, in den Außenbereichen gebe es viel Potenzial für Aufstockung und Ausbau von Wohnraum. 

Der Medizintechniker Matthias Bromberger verkündete die Unterstützung der Ortsfeuerwehren und zahlreichen Vereine sowie die Würdigung der Ehrenamtlichen, für die es, beginnend mit dem 9. Februar, im Kursaal jährlich einen Ehrenamtstag geben soll. In Frauenhand fiel das Thema Wirtschaftsförderung, bei dem Friseurin Rosi Abeltshauser und Kauffrau Berta Soukup den Erhalt verlässlicher Rahmenbedingungen für ortsansässige Betriebe und eine durchdachte Ausweisung von Gewerbeflächen ankündigten. 

„Hut ab vor dieser Liste und den vernünftigen Gedanken“, lobte anschließend der CSU-Kreisvorsitzende Thomas Holz. Er wünschte den Kandidaten „Rückgrat, Stärke und Stehvermögen“ und gratulierte ihnen zu der Entscheidung, auf der CSU-Liste zu kandidieren. Es heiße zwar immer, auf Gemeindeebene spiele Parteipolitik keine große Rolle, und das sei schon auch so, meinte er. „Aber es ist auch wichtig, zu wissen, für was die Personen stehen.“ Dass Umwelt- und Klimaschutz für die CSU ein Kernthema sei, bestätigte Holz und erinnerte daran, dass das erste Umweltministerium auf Länderebene 1970 von der CSU in Bayern errichtet wurde. Das C im Parteinamen stehe „für den Erhalt der uns geschenkten Schöpfung als urchristlicher Auftrag“. cw

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