Belastung durch Ausflugsverkehr

"Ausbremst is!": 250 demonstrierten in Kochel

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Kochel – In Kochel gingen am Samstag, 22. August, rund 250 Menschen auf die Straße. Unter dem Motto „Ausbremst is!“ demonstrierten sie gegen den ausufernden Ausflugsverkehr in dem oberbayerischen Dorf.

Viel Verständnis wurde für den Ärger der Bewohner gezeigt, dass das Problem insgesamt nicht neu ist, wurde allerseits bestätigt, aber – ein Patentrezept gegen die Belastung des Ortes und seiner Bürger hatte keiner. Die Demonstranten blockierten die Straßen im Ortsgebiet von Kochel für etwa eineinhalb Stunden. Doch die Schlangen der ausgesperrten Autofahrer hielten sich wegen des eher trüben Wetters an diesem Tag in Grenzen. 

Organisiert von SPD

Initiiert hatte den Protest die Freie Wählergemeinschaft Walchensee, durchgeführt und organisiert war das Ganze vom Kochler SPD-Ortsverein worden. So zog der Demonstrationszug, angeführt durch SPD-Ortsvorsitzenden Sebastian Salvamoser und SPD-MdL Florian von Brunn, vom „trimini“-Parkplatz über die Schlehdorfer Straße, die Blessing-Kurve und die Mittenwalder Straße (B11) bis zur Heimatbühne wo die Schlusskundgebung folgte. Ursprünglich sollte eine zweite Gruppe vom Kochler Bahnhof losmarschieren. Die Vereinigung war an der Blessingkurve vorgesehen. „Da wir aber nicht garantieren konnten, dass am Bahnhof die Corona-Abstandsregeln zu den ankommenden Zug-Fahrgästen eingehalten werden konnten, wurde der zweite Startpunkt nicht genehmigt“, so Salvamoser. Übrigens: „Unter vorbildlicher Einhaltung der Corona-Regeln“, so die Polizei, lief die Demo mit Mundschutz ab. 

Nachhaltiger Tourismus gefordert

„Wir demonstrieren ausdrücklich nicht gegen Ausflügler und Urlauber allgemein, nicht gegen einen freien Zugang zu der Natur und den Seen in unserer Region und gegen die Verdienstmöglichkeiten der Gaststätten, Geschäfte und Tourismus-Dienstleistenden im Ort“, machte der SPD-Ortsvorsitzende in seiner kurzen Auftaktrede am „trimini“-Parkplatz deutlich. „Wir fordern einzig und allein einen qualitativeren, nachhaltigeren und kommunal besser organisierten Tourismus, der allen nutzt und dass schnellstmöglich erste Schritte in diese Richtung unternommen werden.“ „Ausbremst is“, ist eine Demo-Reihe an sechs Orten im Oberland. 

Verkehrsinfarkt drohe

Die Veranstalter wollen zum Ausdruck bringen, dass alle Bürger der Region im überbordenden Ausflugsverkehr zu ersticken drohen. So wurde betont, dass auch in Kochel die Infrastruktur an Zufahrten und Parkmöglichkeiten sowie zur Müll- und Abwasserentsorgung für die aktuellen Urlaubs- und Erholungsgewohnheiten nicht ausreicht. „Die bisherigen Antworten der Politik, nämlich die schlichte Ausweitung von Verkehrsflächen, Parkmöglichkeiten und Freizeitangeboten haben die Situation eher noch verschlimmert und die Grenze des Erträglichen – sowohl aus der Sicht der Erholungssuchenden wie auch der Anwohner – ist längst überschritten“, betonte Salvamoser. Und zweiter Bürgermeister Thomas Eberl, der für den urlaubenden Thomas Holz, teilnahm, sagte: „Die Veranstaltung heute spiegelt ganz genau wider, was derzeit im Dorf los ist.“

Ewald Scheitterer

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