Museum Penzberg und Bergwerksmuseum verursachen Defizit von 650.000 Euro

Neue Debatte über Stiftung

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Zuschussbetrieb: Weil das Museum Penzberg über eine halbe Million Euro Defizit verursacht, soll der Betrieb nun in eine Stiftung ausgelagert werden.

Penzberg – Ein Plus für die Kultur, ein Minus für den Haushalt der Stadt: Das Bergwerksmuseum und das Museum Penzberg, Herbergen der Kunst und der Geschichte, verursachen 2019 voraussichtlich ein Defizit im sechsstelligen Bereich. Ihre Überführung in eine Stiftung könnte dem Haushalt gut tun.

Dass Kultur kein Geschäft ist, mit dem sich Gewinn erzielen lässt, zeigte sich dem Finanzausschuss bei der Vorberatung des Haushalts 2019 aufs Neue. In dem gerade begonnenen Jahr wird für das Museum Penzberg mit einem Defizit von 570.000 Euro gerechnet, beim Bergwerksmuseum sind es 85.000 Euro. „So geht es nicht weiter“, grummelte deshalb Wolfgang Sacher (BfP) und forderte erneut die Überführung der Museen in eine Stiftung, um auf diese Weise den städtischen Haushalt zu entlasten.

Dabei ist es nicht einmal übertriebener Luxus, der die Kosten für die Museen so sehr in die Höhe treibt, dass kein Drandenken ist, die Ausgaben mit den Einnahmen zu decken. „Die Kosten für das Personal und die Versicherungen sind für die Höhe des Defizits verantwortlich“, sagte Kämmerer Johann Blank. BfP-Mann Sacher wollte dies gar nicht in Zweifel ziehen und auch keine Grundsatzdebatte über Sinn und Zweck der beiden Museen entfachen. Ihm ging es vor allem um eines: „Es geht nicht, dass der Haushalt dauerhaft durch so ein großes Defizit belastet wird und wir deshalb möglicherweise bei den Zuschüssen für unsere Vereine sparen müssen“, sagte er. Die Auslagerung in eine Stiftung erachtet Sacher deshalb als den einzig sinnvollen Weg. 

Darüber wird in Penzberg freilich schon seit langem diskutiert, vor zwei Jahren war man schon einmal knapp davor, ehe eine Entscheidung wieder vertagt wurde. Vor einigen Monaten brachten die BfP dann mit einem Antrag auf Stiftungsgründung wieder Schwung in die Angelegenheit. „Mittlerweile haben wir auch eine umfassende anwaltliche Prüfung für eine solche Auslagerung der Museen vorliegen“, sagte Bürgermeisterin Elke Zehetner. Dass man damit noch nicht weiter sei, begründete sie vor allem mit der Suche nach einer Nachfolgerin für Gisela Geiger. „Erst haben eine neue Museumsleitung installiert, jetzt machen wir den nächsten Schritt.“ Regina Bartusch (SPD) äußerte sich in diesem Zusammenhang aber sehr zurückhaltend und warnte: „Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll, wenn wir eine Stiftung gründen und dann das gleiche Defizit zu tragen hätten.“ la

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