Parkplätze, aber kein Klo

Benediktbeurer Gemeinderat will zwar ein öffentliches WC, ist sich aber über den Standort nicht einig

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Bleibt so, wie es ist: Trotz verschiedener Nutzungsideen wird das Nebengebäude des Rathauses (links) vorerst unverändert erhalten.

Benediktbeuern – Öffentliche Toiletten sollen auf jeden Fall kommen, doch wo die zwischen 60.000 und 100.000 teure WC-Anlage Platz finden soll, darüber ist sich der Gemeinderat von Benediktbeuern noch nicht einig. Anders sieht es bei der Außenanlage des Rathauses aus.

Nach der Fertigstellung des Rathaus-Umbaus beriet der Benediktbeurer Gemeinderat nun über die Gestaltung der Außenanlagen. Neben der Frage, was mit dem Nebengebäude passieren soll, ging es auch um das Thema einer öffentlichen Toilette, welche ursprünglich im Gästepark angesiedelt werden sollte. Das Gremium stellte beide Punkte aus finanziellen und planerischen Gründen zurück und beschloss stattdessen als Minimallösung die Fertigstellung der Außenanlagen im Bereich vor dem Rathaus sowie westlich davon die Herstellung befahrbarer Mitarbeiterparkplätze. 

Das Nebengebäude dient derzeit laut Franz Pölt als Lager für ein Sammelsurium aus Möbeln und Gegenständen des Bauhofs, was der Rathausgeschäftsführer deshalb für „nicht verkehrt“ hält, weil das kellerlose Rathaus über keinen Stauraum verfügt. Für die weitere Nutzung des Nebengebäudes skizzierte Vize-Bürgermeister Hanns-Frank Seller drei Varianten: „Beibehalten, ein öffentliches WC einbauen oder einen Parkplatz draus machen.“ Je nachdem, ob man die derzeitige Garage weiterhin nutzen oder das Gebäude um ein paar Meter verschieben will, ergäben sich vier bis zehn zusätzliche Stellplätze, rechnete Sabine Steiger vom Bauamt vor. Rudi Mühlhans (FBM) betonte in diesem Zusammenhang, man müsse ja nicht mehr Parkplätze als die geforderten 16 schaffen, lieber sollten die Mitarbeiter „mit dem Radl“ kommen. 

Unstrittig blieb die Notwendigkeit einer öffentlichen WC-Anlage in der Dorfmitte. Nur bezüglich des Standorts stellten die Gemeinderäte unterschiedliche Überlegungen an. Ralph Seifert votierte statt der „teuren Apotheke“ im Gästepark vielmehr für die Nähe zum Dorfplatz, der bei Veranstaltungen wie beim Maibaumaufstellen und beim Christkindl­markt wesentlich besser frequentiert sei. „Wo sollen wir dort noch eine Toilette hinbringen?“, gab Clemens Hammerl (CSU) hingegen zu bedenken. Er hält das stille Örtchen im Gästepark nach wie vor für sinnvoll, umso mehr, nach der von Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürger) geäußerten Idee, das Rathausnebengebäude als Schankhütte bei Festen zu nutzen. 

Die voraussichtlichen Kosten einer vollautomatischen WC-Anlage liegen dem Gremium nach wie vor schwer im Magen. Sie betragen je nach Ausführung zwischen 60.000 und 100.000 Euro und ziehen jährliche Folgekosten von 10.000 Euro nach sich. Für den Umbau des Nebengebäudes mit Keller veranschlagte Leonard Hundegger (Freie Wähler) weitere 150.000 Euro. Eine Viertelmillion Euro wollte aber derzeit kein Gemeinderat in die Hand nehmen. Man habe momentan auch noch andere Aufgaben, räumte Rudi Mühlhans (FBM) ein, der sich nichtsdestotrotz für die Zukunft im Gästepark eine Seniorentagesstätte sowie gemeindeeigene Räume für die Bücherei vorstellt. 

Trotz des Einwands von Thomas Guggemos (CSU), den finanziellen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent für Baumaßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung nicht zu vergessen, kam man letztlich überein, einen Beschluss bezüglich des Nebengebäudes sowie des Baus der Toilette zu vertagen. Beschlossen wurde hingegen die Fertigstellung der Außenanlagen vor dem Rathaus sowie die Herstellung von Mitarbeiterparkplätzen. cw

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