Unerträgliche Ungewissheit

Münchnerin Monika Graf seit Ende April vermisst – letzte Spur führt nach Iffeldorf

Mit dieser Suchanzeige will Susanne Baier ihre Schwester finden.

Iffeldorf/München – Susanne Baier klebt gerade Plakate, als sie vom Verschwinden ihrer Schwester Monika Graf erzählt. Seit Wochen hat sie nichts mehr von ihr gehört, eine Vermisstenmeldung bei der Polizei hat bislang nichts gebracht, genauso wenig Plakate, die sie in verschiedenen Orten an zentralen Plätzen aufhängt. Ende Mai dann der erste Hinweis in Form eines Strafzettels, ausgestellt in Iffeldorf.

Alle vier Wochen, spätestens, habe sie von ihrer Schwester Monika gehört, sagt Baier, sei es am Telefon oder via WhatsApp. Über den Messenger-Dienst schrieben die beiden Frauen zuletzt am 26. April. Da teilte Graf ihrer Schwester mit, dass ihr Handyladekabel defekt sei. Dann brach der Kontakt plötzlich ab. Zuletzt wurde Graf zwischen dem 19. und 26. April in Unterweilenbach bei Dachau gesehen, dort mietet die 63-Jährige einen Lagerraum. Dass sie seither nicht mehr von sich hören ließ, „ist mysteriös“, sagt Baier, „und es passt nicht zu ihr“. Schnell meldete sie ihre Schwester bei der Polizei als vermisst. Natürlich weiß Baier genau, dass ihr Schwester oft alleine unterwegs war, zum Wandern etwa. Viele Freunde und Bekannte sammelte sie nie um sich, doch die Familie sei ihrer Schwester immer wichtig gewesen, so Baier. 

In letzter Zeit beschäftigte sich Graf, die in der Floristik tätig war, viel mit ihrer Zukunft und suchte nach dem perfekten Altersruhesitz, zunächst im Starnberger Raum und am Starnberger See, schließlich verschlug es sie ins Loisachtal, nach Bichl, Benediktbeuern, Schlehdorf und schließlich auch in die Penzberger Gegend. „Sie mietete sich immer Ferienwohnungen“, sagt Baier. Graf wollte aus München weg, ihren Alterswohnsitz in Alpennähe finden. Wohl scheint es sie dabei auch nach Iffeldorf verschlagen zu haben, denn ihr Auto, ein schwarzer Seat Ibiza mit dem Kennzeichen M – VB 1219, stand am 22. Mai nachweislich an der Staltacher Straße. Woher Baier das weiß? Die Post lässt sich Graf zu ihrer Tochter schicken, und so flatterte Ende Mai ein Strafzettel aus Iffeldorf in den Briefkasten. Prompt telefonierte Baier mit der Penzberger Polizei, um herauszufinden, ob das dunkle Auto noch immer an derselben Stelle parkt, wo es laut Ordnungsamt der Verwaltungsgemeinschaft Iffeldorf-Seeshaupt mehr parken darf. „Aber es stand nicht mehr da“, sagt Baier, die vermutet, das der Pkw nicht allzu lange an der Staltacher Straße geparkt haben dürfte, denn das wäre wohl aufgefallen. Beim Ordnungsamt möchte sie sich nun erkundigen, wie lange genau der Wagen in Iffeldorf abgestellt war. Ob ihre Schwester das Auto dorthin gesteuert hat oder eine andere Person, lässt sich nicht sicher sagen. Verwunderlich ist jedoch, dass von dem Fahrzeug seither jede Spur fehlt. Dabei ist der Seat zur Fahndung ausgeschrieben. 

Was Monika Graf nach Iffeldorf verschlug, darüber kann Baier nur spekulieren, sie glaubt, dass ihre Schwester dort einmal in einem Floristikbetrieb gearbeitet haben könnte. 

„Es ist unerträglich, diese Ungewissheit“, sagt Baier. Ständig hält sie Ausschau, klebt Plakate in den Ortschaften, in denen sich ihre Schwester aufhielt, an prominenten Stellen mit viel Personen- und Straßenverkehr, etwa an Bushaltestellen. Ein Hinweis ist auf diesem Weg aber noch nicht bei ihr eingegangen. „Wir befürchten, dass irgendetwas passiert ist“, sagt Baier, die mittlerweile nach Wochen der erfolglosen Suche auch einen Suizid nicht ausschließen kann, denn „man kann in den Menschen ja nicht hineinschauen“. Von Suizid gesprochen habe ihre Schwester schon einmal, das aber liege lange Zeit zurück. Von Krankheiten weiß Susanne Baier nichts, zumindest habe ihr ihre Schwester nichts davon erzählt. Doch selbst wenn sie vom Schlimmsten ausgeht, kann sie sich nicht erklären, dass der Wagen seit Ende Mai unauffindbar ist. „Hier gibt es viel Wald“, spekuliert die suchende Schwester, die weiterhin Plakate klebt in der Hoffnung, doch noch den einen entscheidenden Hinweis zu bekommen. ra 

Die vermisste Monika Graf ist 63 Jahre alt und trägt kurze grau-blonde Haare, sie hat blaue Augen und ist etwa 1,70 Meter groß. Graf wiegt circa 65 Kilogramm und ist von schlanker Statur. Wer Hinweise zu ihrem Verbleib geben kann oder die Münchnerin gesehen hat, der kann sich unter Tel: 0176/34966771 oder per E-Mail an susannebaier@gmx.net bei Susanne Baier melden oder die zuständige Polizeidienststelle unter Tel: 0351/414080 kontaktieren.

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