Überraschende Rochade

Parkhaus statt „Chillout“ und Krippe in den Norden: Jetzt kommt alles ganz anders

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Weicht jetzt doch einem Parkhaus: der Jugendtreff „Chillout“. Die eigentlich an dieser Stelle vorgesehene Kinderkrippe soll nun an der Nonnenwaldstraße errichtet werden.

Penzberg – „Ende gut, alles gut“: Bürgermeisterin Elke Zehetner zeigte sich ebenso wie der gesamte Bauausschuss zufrieden mit dem Ergebnis einer Ortsbesichtigung, deren einziger Sinn und Zweck es gewesen war, einen anderen Standort für die geplante neue Kinderkrippe zu finden.

Nachdem der einst dafür vorgesehene Pausenhof der Grundschule an der Birkenstraße nach massiven Elternprotesten bereits Ende vergangenen Jahres gekippt worden war, verabschiedete sich der Bauausschuss nun einstimmig auch von der bis dahin aussichtsreichsten Alternative, dem Grundstück, auf dem sich der Jugendtreff „Chillout“ befindet. Die Krippe kommt jetzt an die Nonnenwaldstraße, der Jugendtreff in die alte Molkerei und an seiner Stelle wird nun doch das Parkhaus für das neue Schwimmbad errichtet, nachdem man sich im Rathaus und den politischen Gremien gegen diese Variante lange Zeit mit Händen und Füßen gewehrt hatte. 

Zwar waren die Vertreter des Elternbeirats der Grundschule an der Birkenstraße merklich erleichtert, nachdem der Stadtrat ihrem Druck letztlich stattgegeben und erklärt hatte, dass es zu dem bis dahin als alternativlos geltenden Pausenhof nun doch eine bessere Alternative gebe. So ganz überzeugt war aber keine der beiden Seiten, dass das „Chillout“-Grundstück wirklich das Non plus ultra darstelle, vor allem die unmittelbare Nähe des Blockheizkraftwerkes, welches Schwimmbad und Sporthallen versorgt, wurde als nicht unproblematisch betrachtet. Der Bauausschuss verschaffte sich deshalb nun nochmals vor Ort einen Eindruck – und ebnete schließlich den Weg für eine neue Lösung. Die Kehrtwende ist dabei nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass diesmal nicht die Kommunalpolitiker ein wenig Monopoly spielten und einfach mal die Theaterstraße mit dem Hauptbahnhof tauschten, sondern Experten mit auf der Wiese standen: die Planer und Landschaftsarchitekten des neuen Schwimmbads sowie der Architekt, der die Krippe bauen soll. 

„Eine große Rochade“ nannte Stadtbaumeister Justus Klement hinterher in der Sitzung des Bauausschusses das Ergebnis, dessen einstige Konstante gegenüber den bisherigen Planspielen der Umzug des „Chillout“ in die alte Molkerei an der Christianstraße ist. Die Krippe aber kommt jetzt an die Nonnenwaldstraße, und zwar dorthin, wo gerade die Parkplätze fürs Sportstadion neu angelegt wurden. Die größte Überraschung aber stellt der Konsens für das Parkhaus auf dem „Chillout“-Gelände dar. Über diese Möglichkeit hatte man im Ausschuss schon lang und breit geredet, sich dann aber davon verabschiedet, weil man die freie Sichtachse auf das neue Schwimmbad nicht stören wollte. Die Theaterstraßentauscher mussten sich nun aber von den Architekten sagen lassen, dass diese vermeintlich freie Sicht kein stichhaltiges Argument sei, weil man das Bad von der Seeshaupter Straße aus eh kaum sieht. 

Wie Rathaus-Geschäftsführer Roman Reis sagte, hätte man die Krippe auf dem „Chillout“-Gelände schon durchboxen können, „aber das ist einfach nicht optimal“. An der Nonnenwaldstraße hingegen könne man nun recht zügig dieses Projekt umsetzen. Möglich wird das im sogenannten beschleunigten Bebauungsplanverfahren – Reis hofft auf eine Inbetriebnahme im Jahr 2022. „Das ist sportlich, aber das ist der Plan“, sagte er. 

Auf Nachfrage von Wolfgang Schweiger (Grüne) zur Gestaltung des Parkhauses sagte Stadtbaumeister Klement, dass dies durchaus auch ansehnlich möglich sei: „Es gibt sogar Parkhäuser, die Architektenpreise erhalten haben“, betonte er. Den Stadtwerken, so merkte Hardi Lenk (SPD) an, sei dies nun auch bewusst gemacht worden. Schließlich ist das Kommunalunternehmen nicht nur für den Neubau des Schwimmbads, sondern auch für das Parkhaus zuständig. „Wir werden denen da aber sicher unter die Arme greifen müssen“, räumte Lenk ein. Seine Fraktionskollegin Regina Bartusch riet ferner dazu, schnellstmöglich ein Anwohnergespräch anzuberaumen, um etwaige Vorbehalte gegen das Parkhaus möglichst frühzeitig auszu­räumen. dd

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