Pellets, LED und Photovoltaik 

Gemeinde Bad Heilbrunn will mit eigenen Gebäuden künftig viel Energie sparen

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Startschuss erfolgt: Der Bad Heilbrunner Bauausschuss beauftragte den Energiemanager Andreas Scharli (5. von links) damit, die Umsetzungsbegleitung diverser Energiesparmaßnahmen in Angriff zu nehmen.

Bad Heilbrunn – „Jetzt geht es um die Umsetzung möglicher Energiesparmaßnahmen in und auf gemeindlichen Liegenschaften“, erklärte Andreas Scharli, der Energiemanager aus dem Kompetenzzentrum der Energiewende Oberland (EWO), vor dem Bauausschuss der Gemeinde Bad Heilbrunn.

Bereits 2017 hatte Scharli bei der Erstellung des „Energie-Nutzungsplans“ in der Kommune federführend mitgearbeitet, dessen Ziel es war zu ermitteln, wie viel Strom und wie viel Wärme jeweils benötigt wird. An insgesamt 21 Orten wurde dabei Verbesserungsbedarf festgestellt. Deshalb sagte Scharli jetzt: „Jede Anlage, die älter als 20 Jahre alt ist, gehört dringend gemacht.“ 

Zu den vordringlichen Fällen zählen hier der Bauhof und das daneben stehende Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr. „Da müssen wir sicher etwas machen, die Heizungsanlage ist uralt, der Kessel etwa aus dem Jahr 1975“, bestätigte auch Bürgermeister Thomas Gründl. Scharli schlug vor: „Am Bauhof könnte ich mir gut eine Pellets-Anlage mit einer Wärmeleitung zum Feuerwehrhaus vorstellen.“ 

In der Schule und der angrenzender Sporthalle werkeln derzeit sogar zwei separate, ziemlich betagte Heizanlagen. „Auch dort wäre ein Wärmeverbund sinnvoll“, sagte der EWO-Mann und empfahl hier ein gasbefeuertes Blockheizkraftwerk. Zudem sollte die Sporthallenbeleuchtung demnächst auf LED umgestellt werden. Noch einmal überprüfen müsste man allerdings, ob eine Photovoltaik-Anlage auf dem Schuldach in Frage kommt, denn dessen Traglast liegt im kritischen Bereich. „Hier müsste eventuell erst einmal der Dachstuhl saniert und verstärkt sowie anschließend das Ganze besser gedämmt werden“, führte Scharli aus. Die gleichen Probleme mit Tragfähigkeit und Zustand des Dachstuhls gibt es auch beim Rathausdach. Auch hier wäre zuerst eine weitergehende Untersuchung erforderlich. 

Als überaus sinnvoll hielt Scharli dann die Idee, Photovoltaik-Anlagen auf den gemeindlichen Pumphäuschen zu installieren: zum einen bei der Trinkwasserversorgung in Untersteinbach, auf der anderen Seite bei Abwasseranlagen auf den Gebäuden in Unterkarpfsee und Achmühle. „Dort haben zwar keine großen Anlagen Platz, aber da die Pumpen dauernd laufen müssen, würde das schon eine gewisse Einsparung beim Stromverbrauch bedeuten. Zudem wäre die Investition nicht allzu groß“, meinte Scharli.

Wegen des voraussichtlich sehr großen Finanzbedarfs schlug der Fachmann vor, den Gebäudekomplex um das Haus des Gastes und den angrenzenden Kursaal erst einmal zurückzustellen. Beide Bauwerke stammen aus den 1960er Jahren und erwiesen sich insgesamt als sanierungsbedürftig. Erst einmal keinen Sinn, einzugreifen, sah Scharli bei den zu bebauenden 10.000 Quadratmetern in der Ortsmitte: „Alles, was neu gebaut wird, unterliegt ja heute bereits der Energieeinsparverordnung, und die ist ziemlich scharf.“ 

Weitere größere Immobilien wie das Seniorenheim, die Teefabrik Bad Heilbrunner mit der Tennishalle oder die Parkvilla sind in privater Hand. Hier müsse zuerst mit den Eigentümern oder Pächtern abgeklärt werden, so Scharli, inwieweit sie bereit sind, in Energiesparmaßnahmen zu investieren. 

Letztlich erteilte der Bauausschuss Scharli und der EWO den Auftrag, ein Angebot zur Umsetzungsbegleitung der angesprochenen Einsparmaßnahmen zu erstellen. ejs

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