Historie der Helfer

Penzberger BRK will eigene Geschichte festhalten

+
Einblick in die Vergangenheit des BRK Penzberg: Einsatzfahrzeuge aus dem Jahr 1966.

Penzberg – Ein wenig vergilbt ist das Foto bereits, auf welchem die Einsatzfahrzeuge des Bayerischen Roten Kreuzes ihre Motorhaube in die Sonne strecken und auf den Alarm warten. Ein Foto, das Oliver Kugel vermutlich selig lächeln lässt. Denn der Mann vom BRK Penzberg begibt sich gemeinsam mit seinen Kollegen gerade auf die Suche nach Fotografien dieser Art. Nicht nur, weil im kommenden Jahr das Gründungsfest ansteht.

Die Sanitätswagen auf dem vergilbten Foto könnten im kommenden Jahr auf Penzbergs Stadtplatz parken, oder zumindest Oldtimer desselben Jahrganges. Das plant das BRK Penzberg zumindest für das Gründungsfest, welches 2021 ansteht. Daneben soll es einen großen Festabend geben, und auch einen Kirchenzug mit einem Helfertag. Einblicke in die Vergangenheit sollen dann aber nicht allein motorisierte Relikte gewähren, sondern auch eine Ausstellung im Museum Penz­berg zu der Geschichte des Penzberger BRK. Noch im kommenden Herbst soll die Historie aber bereits als Chronik in Buchform erscheinen, 30 Textseiten und etwa 145 Fotografien. 

Und obgleich die Chronik bereits steht, sind die BRK-Helfer noch immer auf der Suche nach Bildmaterial, „nicht zuletzt zur Vorbereitung auf das 100-jährige Gründungsfest“, meint Kugel. „Es sind etliche Unterlagen aus den ersten Jahrzehnten vorhanden“, sagt der Mann vom BRK, wenn er auf die Protokolle aus den Jahren 1921 bis etwa 1960, das Grundbuch mit den ersten 200 Mitgliedern und Fahrtenbücher aus den Vierziger- und Fünfzigerjahren blickt, und auf reichlich Fotos, beigesteuert von Ehemaligen oder deren Angehörigen. „Aber es gibt noch Lücken“. Sobald Material in die Hände der Penzberger BRKler kommt, wird dieses digitalisiert und den Mitgliedern zugänglich gemacht, soweit es der Datenschutz zulässt. 

Und wenn Kugel auf all die Unterlagen und Bilder schaut, die er schon in den Händen halten durfte, so vermisst er doch ein paar Aufnahmen, „Fotos der Frauenbereitschaft, der ersten Fahrzeuge oder der Unterabteilungen in Iffeldorf, Sindelsdorf oder Habach“. Solche Ablichtungen scheinen wohl wahre Raritäten zu sein, nicht ohne Grund. Die Sanitätszüge existierten nur ein paar Jahre, als es weder ein Fahrzeug noch ein Telefon gab und Transporte mit der Rädertrage und der Bahn durchgeführt werden mussten. Die Unterabteilung Sanitätszug Staltach gab es ab 1938 für mehrere Jahrzehnte, der Sanitätszug Sindelsdorf existierte keine Handvoll Jahre, „bis er nach vielen Streitereien in einer Sanitätskolonne des Arbeiter-Samariter-Bundes aufging und 1933 von den Nationalsozialisten verboten wurde“, weiß Kugel. Und auch die Frauenbereitschaft, gegründet 1937, hatte ein Ablaufdatum: Sie wurde 1993 mit der Sanitätskolonne zusammengelegt. „Die geschlechtliche Trennung der Helfer war nicht mehr zeitgemäß“, sagt Kugel. Bis in die Neunzigerjahre aber spielte die Frauenbereitschaft oft eine wichtige Rolle. Insbesondere in Zeiten des Krieges und den darauffolgenden Jahren. Damals waren die Frauen bei Impfungen, in Lazaretten und im Rettungsdienst gefragt. Nur wenigen Aufnahmen von den Damen existieren, und „oft sind Jahr und Anlass unklar“, bedauert Kugel. Eine Chronik zur Geschichte der Frauenbereitschaft gilt als verschollen. ra

Wer alte Fotos, Texte, Dokumente, Ausweise, Filme und Zeitzeugenberichte zuhause hat und diese dem BRK zur Digitalisierung ausleihen oder überlassen möchte, kann sich unter Tel: 08856/2058 oder per E-Mail an ­kugelolli­@web.de bei Oliver Kugel ­melden.

Auch interessant

Meistgelesen

Vorplatz des neuen Familienbades: Planung stößt im Bauausschuss auf viel Gefallen
Vorplatz des neuen Familienbades: Planung stößt im Bauausschuss auf viel Gefallen
Bund unterstützt Sanierung des Südarkadentrakts mit 7,6 Millionen Euro
Bund unterstützt Sanierung des Südarkadentrakts mit 7,6 Millionen Euro
Antdorfer Plattler-Nachwuchs hat seine Proben wieder aufgenommen
Antdorfer Plattler-Nachwuchs hat seine Proben wieder aufgenommen
Rennen am Kesselberg: Autofahrer mit „extremen Geschwindigkeiten“ unterwegs
Rennen am Kesselberg: Autofahrer mit „extremen Geschwindigkeiten“ unterwegs

Kommentare