Sparsam mit Grund und Boden umgehen

Kocheler Gemeinderat beschließt: 360 Quadratmeter reichen „Am Kleinfeld“ für ein Einfamilienhaus

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Mehr Häuser auf kleineren Grundstücken: Die Gemeinde greift Anregungen auf und senkt die Mindestgrundstücksgröße im Bebauungsgebiet „Am Kleinfeld“.

Kochel – Südlich der Straße „Am Kleinfeld“ soll auf der grünen Wiese nachverdichtet werden, und zwar „maßvoll“ mit zweigeschoßigen Einfamilien- und Doppelhäusern. Die ursprünglich vorgesehene Mindestgrundstücksgröße von 500 Quadratmetern für Einfamilienhäuser senkte der Gemeinderat nun deutlich ab. 

Nach der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans für die grüne Wiese südlich der Straße „Am Kleinfeld“ beriet der Gemeinderat nun die eingegangenen Stellungnahmen. Aus der Anwohnerschaft wurde ein sparsamerer Umgang mit Grund und Boden gefordert. Statt 500 Quadratmeter solle die Mindestgrundstücksgröße für Einzelhäuser auf 400 Quadratmeter festgesetzt werden. Die Gemeinderäte folgten dem Vorschlag, obwohl die Größe nicht den bisher für Neubaugebiete üblichen Werten, sondern eher jenen für Bestandsgrundstücke im Ortszentrum entspricht. Da aber in den kommenden Jahrzehnten in diesem Gebiet grundsätzlich eine weitere Anschlussbebauung in Frage kommt, wurden aus städtebaulicher Sicht keine Einwände gesehen, die Grundstücke etwas dichter zu bebauen. Um der gestiegenen Nachfrage nach Baugrund Rechnung zu tragen und einen größtmöglichen Spielraum hinsichtlich des Platzbedarfs zu schaffen, legte das Gremium die Mindestgrundstücksgröße sogar auf sparsame 360 Quadratmeter fest. 

Eine weitere Stellungnahme ging zur geplanten Verbreiterung des Von-Aufseß-Wegs als Erschließungsstraße ein. Ein Anwohner legte Einspruch gegen die Ausweisung einer rund 220 Quadratmeter großen Verkehrsfläche auf seinem Grundstück ein, zumal dieses auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegt und somit am Bebauungsgebiet nicht direkt beteiligt ist. Auch habe er bereits in der Vergangenheit Privatgrund für die Verbreiterung des Wegs abgetreten und beabsichtige nicht, weiteren Grund zu einem verminderten Kaufpreis für Verkehrsflächen zu veräußern. „Städteplanerisch muss man in die Zukunft denken“, erklärte dazu Bürgermeister Thomas Holz. Für eine optimale Erschließung des Baugebiets und der weiter südlich gelegenen Wohnbauflächen wäre eine Verbreiterung der Erschließungsstraße sinnvoll. Dies erfolge aber nicht als „Enteignung“, sondern in Abstimmung mit dem Grundstückseigentümer, denn „ohne Einigung geht es nicht“, betonte Holz. Zugleich beharrte er darauf, die Verbreiterung planerisch darzustellen, denn dies sei „verpflichtend“ als Grundlage für zukünftige Überlegungen zur weiteren Bebauung. Der Gemeinderat folgte dieser Auffassung einstimmig. Der Bebauungsplan wird nun erneut ausgelegt, mit einer verkürzten Frist von zwei Wochen. cw

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