Änderung der Landesplanung

Bebauungsplan Benediktbeuern: „Südlich Benediktusstraße“ ist vom Tisch

Zwischen Benediktusstraße und Lainbachwald wird erstmal nicht gebaut.
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Zwischen Benediktusstraße und Lainbachwald wird erstmal nicht gebaut.

Benediktbeuern – 19 Jahre lang beschäftigte sich der Gemeinderat von Benediktbeuern mit dem Bebauungsplan „Südlich Benediktusstraße“. Nun hob das Gremium den Aufstellungsbeschluss vom Februar 2001 auf.

Private Grundeigentümer wollten ursprünglich auf großen Grundstücken am Ortsrand Einfamilien- und Doppelhäuser errichten. Das Verfahren hatte sich durch Unstimmigkeiten unter den Bauwerbern in die Länge gezogen und die Kommune laut Bürgermeister Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürgervereinigung ) mit knapp 50.000 Euro Planungskosten belastet. Inzwischen passt das Vorhaben nicht mehr in die bayerische Landesplanung: Diese gibt als Maxime Innenbereichs- vor Außenbereichsentwicklung, Berücksichtigung von Naturschutzbelangen sowie flächensparendes Bauen vor.

8900 Quadratmeter Grünland zwischen Bestandsbauten und Lainbachwald bleiben nun erhalten. Dabei hätte sich die Gemeinde die Umplanung der Fläche in 6600 Quadratmeter Bauland vor zwei Jahrzehnten durchaus vorstellen können. Immer wieder gab es Präzisierungen der Pläne, private Vereinbarungen, selbst ein Umweltbericht wurde in Auftrag gegeben. Wie Rathaus-

chef Ortlieb ausführte, scheiterten die Privatgrundbesitzer wohl an der Umlegungsvereinbarung und den Ausgleichszahlungen, die für Aufteilung der verschieden großen Grundstücke in sinnvolle Parzellen notwendig gewesen wären. „Das Bauamt beschäftigt sich seit 19 Jahren immer wieder mit dem Bebauungsplan“, erläuterte Ortlieb die „Problemlage“. Das sei nicht effektiv und verzögere andere, schneller umsetzbare Projekte der Kommune, urteilte er.

Zudem hätten sich die Vorzeichen geändert, so widerspreche die Planung inzwischen den Vorgaben der Landesplanung des Freistaats Bayern. „Innen- vor Außenbereichsbebauung und platzsparende Planung“, zählte Ortlieb auf. Auch der Eingriff in den begleitenden Auwald sei heutzutage ein Problem, wie sich beim Bürgerbegehren zum Erhalt des Lainbachwalds gezeigt habe. Über dieses „starke ökologische Statement“ freute sich Rudi Mühlhans (FBM) – der daraus ableitete, dass die Erweiterung des weiter südlich am Lainbachwald angrenzenden Gewerbegebiets „dann auch kein Thema mehr sein“ könne.

Keine Verpflichtung

Ortlieb schlug vor, das Bebauungsplanverfahren zu stoppen, da die Gemeinde keinerlei Verpflichtung zur Schaffung von Baurecht habe. „Wir müssen die Tür ja nicht ganz zu machen“, schlug Thomas Guggemos (CSU) vor. Der Wald könne stehen bleiben, wenn man die Parzellen anders plane. „19 Jahre lang war die Tür offen“, entgegnete Rathauschef Ortlieb und schritt zur Abstimmung. Diese fiel einstimmig aus – und der Bebauungsplan „Südlich Benediktusstraße“ ist Geschichte. Christine Weikert

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