80 Jahre im Gemeinderat

Benediktbeuern: Ex-Räte mit Apfelbaum verabschiedet

Auf dem Foto sind die ausgeschiedenen Räte des Benediktbeurer Gemeinderats zu sehen.
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Für die sechs ausgeschiedenen Räte gab es neben einer Ehrenurkunde noch einen Apfelbaum: (v.l.) Bernhard Rauchenberger, Cölestin Allgäuer, Clemens Hammerl, Marcus Klingler und Marcus Schwabenland. Nicht im Bild ist Veronika Bauer.

Benediktbeuern – Im Rahmen der Gemeinderatssitzung hat Benediktbeuerns Bürgermeister Anton Ortlieb (Benediktbeurer Bürgervereinigung) sechs ausgeschiedene Ratsmitglieder mit einer Ehrenurkunde und einem Präsent der besonderen Art geehrt. Zusammen kamen die sechs Ex-Räte auf 80 Jahre im Gremium.

„Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben“: Wilhelm Busch hatte wenig übrig für freiwilliges Engagement. „Willst du nicht zu früh ins Grab, lehne jedes Amt gleich ab“, riet der humoristische Autor und Zeichner in einem ironischen Gedicht. Der Lohn fürs Ehrenamt sei höchstens Undankbarkeit, warnte Busch. Umso deutlicher fiel die Anerkennung von Benediktbeuerns Bürgermeister Anton Ortlieb für die sechs ausgeschiedenen Gemeinderäte aus. „Mit ihnen verlieren wir 80 Gemeinderatsjahre“, fasste der Rathauschef die Ämter zusammen. Die Tätigkeit der Räte werde oft unterschätzt. Schlecht honoriert, dauere so manche Sitzung bis spät in die Nacht. Dabei erfordere das Amt neben einer großen Portion Durchhaltevermögen noch Verantwortungsbewusstsein und Weitblick, so Ortlieb.

Viel Zeit investiert

Wie in einem demokratischen Gremium zu erwarten, habe man nicht in allen Fragen zu einem Konsens gefunden. „Dieser Diskurs ist aber ein wichtiger Part in einem Gemeinderat.“ Ortlieb bedankte sich darüber hinaus bei den Familien und Angehörigen der Räte. „Die Zeit, die sie investierten, fehlte oft für den Partner, die Kinder oder Freunde.“ Drei der sechs Lokalpolitiker waren 18 Jahre lang im Gemeinderat tätig: Clemens Hammerl, Marcus Klinger sowie Marcus Schwabenland. Veronika Bauer war 16 Jahre mit dabei. Bernd Rauchenberger und Cölestin Allgäuer können auf fünf beziehungsweise sechs Jahre im Gremium zurückblicken. Bürgermeister Ortlieb bedankte sich bei ihnen neben einer Ehrenurkunde mit einem besonderen und nachhaltigen Geschenk: „Als Dank und Symbol für die Früchte eurer Arbeit, von der die neuen Gemeinderäte noch lange zehren werden, habe ich sechs Apfelbäume mitgebracht.“

Sandra Gerbich

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