Balanceakt bei der Bebauung

Benediktbeuern: Gemeinde verabschiedet neue Satzung zu Abstandsflächen

Pfarrer-Huber-Weg westlich der Bahn benediktbeuern eng bebaut abstandsflächenrecht
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In Benediktbeuern gibt es nur wenig eng bebaute Gebiete wie den Pfarrer-Huber-Weg westlich der Bahn.
  • Max Müller
    vonMax Müller
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Benediktbeuern – Wie viele andere Kommunen, beschäftigte sich auch Benediktbeuerns Gemeinderat mit dem neuen Abstandsflächenrecht der Bayerischen Bauordnung.

Um den historisch gewachsenen, dörflichen Charakter zu bewahren, machte das Gremium von der Möglichkeit Gebrauch, in einer neuen Satzung größere Abstandsflächen zu verankern als vom Gesetzgeber vorgesehen. Einige Straßenzüge wurden allerdings aus der Satzung ausgenommen. Für sie gelten die reduzierten Abstandsflächen von 40 Prozent einer Wandhöhe, mindestens jedoch drei Meter.

Bürgermeister Anton Ortlieb (Benediktbeuerer Bürgervereinigung) wies eingangs auf die unterschiedlichen Zielsetzungen bei der Wohnbebauung im Klosterdorf hin. Zum einen herrsche Siedlungsdruck und die bayerische Regierung gebe die Innenverdichtung als Ziel vor, zum anderen wolle man die hohe Wohnqualität und den Dorfcharakter bewahren. „Es braucht eine Balance zwischen Wohnsicherung und Aufenthaltsqualität“, fasste Ortlieb zusammen.

Grünflächen sicherstellen

Um entsprechende Grünflächen zwischen den Häusern sicherzustellen, habe man die neue Satzung „annähernd der alten Satzung“ gestaltet. Die Abstandsflächensatzung sieht nun für überwiegende Teile des Gemeindegebiets eine Abstandfläche „an mindestens zwei Außenwänden von 70 Prozent einer Wandhöhe (0,7 H)“ vor. Ortlieb weiter: „Wir haben in unsere Überlegungen auch einbezogen, dass der Gesetzgeber mit der Abstandsflächenverkürzung eine Innenverdichtung und eine Verringerung des Flächenverbrauchs beabsichtigt.“

Dies halte man für „grundsätzlich förderungswürdig“ und habe daher Bereiche ausgewählt, in denen man die reduzierten gesetzlichen Abstandsflächen gelten lassen könne. Dabei handelt es sich um die Bebauungsplangebiete „Westlich neues Feuerwehrhaus“, „Westlich der Bahn“, „Äußeres Mühlfeld“ und „Wettersteinstraße“. Im Gegensatz zum historisch gewachsenem Gemeindegebiet dörflicher Prägung liege der Fokus dort „deutlich auf der Schaffung von Wohnraum“, heißt es in der neuen Satzung. Diese trat zum 22. Februar in Kraft und kann auf https://www.benediktbeuern.de/ eingesehen werden. Christine Weikert

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