Don-Bosco-Club

Benediktbeuern: Streetworker Marcus Kolm ist auch im Teil-Lockdown ein Ansprechpartner

Das Bild zeigt den Streetworker Marcus Kolm auf einer Bank sitzend.
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Marcus Kolm ist Mobiler Jugendarbeiter im Loisachtal.

Benediktbeuern – Es gibt einen neuen Streetworker in Benediktbeuern. Marcus Kolm übernahm das Amt von Luise Klingebiel, die nun Leiterin des Don-Bosco-Clubs ist. Die Jugendangebote gibt es auch im Lockdown-Light.

Klingebiel folgte damit auf Bine Maier, die inzwischen für die Pädagogische Geschäftsführung des Trägervereins für Kinder- und Jugendarbeit im Loisachtal zuständig ist. Streetworker Marcus Kolms Amtsantritt war nicht einfach, denn er fiel mitten in die Phase des ersten Corona-Lockdowns. Seit Juni findet die mobile und offene Jugendarbeit unter Auflagen wieder statt, und der Sozialarbeiter hat bereits einen guten Draht zu den Jugendlichen im Loisachtal. Anders als im März, bleibt der Don-Bosco-Club während des Teil-Lockdowns im November geöffnet. Auch die mobile Jugendarbeit darf der Streetworker weiterhin ausüben.

Benediktbeuern gefiel ihm gut

Geboren und aufgewachsen ist Marcus Kolm im Landkreis Mühldorf. Während eines Freiwilligen Sozialen Jahres arbeitete er in einer Don-Bosco-Einrichtung in Aschau am Inn mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen. Während eines Seminars lernte er Benediktbeuern kennen. Dort gefiel es ihm so gut, dass er an der Katholischen Stiftungshochschule (KSH) Soziale Arbeit mit Musikpädagogischer Zusatzausbildung studierte. Inzwischen ist Kolm Vater einer fünf Monate alten Tochter und Ansprechpartner für die Jugendlichen im Loisachtal. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Jugendlichen „an ihren Plätzen“ aufzusuchen. Jedes Dorf hat hier seine Besonderheiten. In Bichl gebe es eine „Bauwagenkultur“, berichtet Kolm. In Schlehdorf habe es mal einen Raum gegeben, in Kochel hingegen „eigentlich nichts“. In Bad Heilbrunn ist Kolm derzeit gemeinsam mit Jugendlichen und den Jugendbeauftragten der Gemeinde dabei, den stillgelegten Jugendraum im Pfarrhaus zu reaktivieren.

Arbeit in Kleingruppen

Sechseinhalb Stunden in der Woche ist er zudem im Don-Bosco-Club anzutreffen. „Im Sommer war es einfach, da konnten wir im Club-Innenhof sein und uns viel bewegen“, erzählt Kolm. Nun zwingen die Temperaturen die Besucher in die Innenräume. Mit Kleingruppen arbeitet er dort etwa an Videoprojekten, auch der Band-Raum ist unter seiner musikalischen Hand wieder zu neuem Leben erwacht. Nachwuchsmusiker nehmen dort Lieder auf und lernen autodidaktisch Schlagzeug, Gitarre oder Keyboard spielen. Dabei besitzt der Club nur ein Schlagzeug. Akustikgitarre, E-Gitarre, Verstärker und Keyboard leihen Kolm und Kommilitonen aus ihrem Privateigentum. „Wir sind immer froh über Instrumente, die vielleicht irgendwo rumliegen und nur noch verstauben“, betont der Sozialarbeiter.

Angebote eingeschränkt

Die Angebote des offenen Jugendtreffs sind nach wie vor eingeschränkt. „Kartenspiele und Kochen sind noch nicht erlaubt“, berichtet Kolm. Die Stammgruppe von etwa 15 Jugendlichen aus Benediktbeuern und den umliegenden Orten kommt dennoch in den Club, hauptsächlich freitags und samstags. Der Don-Bosco-Club sei für die 13- bis 17-Jährigen ein Ort, um Freunde zu treffen, zu reden und „unverbindlich abzuhängen“, schildert Kolm. Wichtig sei zudem der Austausch über altersbedingte Probleme. „Konsum, Alkohol, Schlägereien, Schule und Ausbildung“, zählt der Streetworker auf. Im Club stehen mit Luise Klingebiel, Tobias Huhn und Kolm selbst immer Betreuer beiderlei Geschlechts als Ansprechpartner zur Verfügung.

Sprechstunden für Eltern

Marcus Kolm bietet zudem Sprechstunden an – für Jugendliche, für Eltern oder für beide gemeinsam. Diese können telefonisch unter 08857/6924141 oder per Mail (m.kolm.mja@don-bosco.club) vereinbart werden. Auch wer ungenutzte Instrumente für den Band-Raum spenden will, kann sich bei Kolm melden. Der Don-Bosco-Club ist, wie auch Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie Beratungsstellen im Freistaat, diesmal nicht vom Lockdown betroffen. „Wir richten uns nach den Vorgaben des Bayerischen Jugendrings, die besagen, dass Jugendarbeit auch während des Teil-Lockdowns wichtig ist“, erklärt dazu Leiterin Luise Klingebiel. Die Jugendlichen können den Club weiterhin zu den gewohnten Öffnungszeiten (Donnerstag 16.30 bis 20 Uhr, Freitag 16.30 bis 22 Uhr, Samstag 18 bis 21 Uhr) besuchen. Sie müssen allerdings zu jeder Zeit in den Räumlichkeiten eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen sowie ihre Kontaktdaten angeben.

Christine Weikert

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