Eine besondere Premiere

Benediktbeuern: Tanzen an der Schule

Auf dem Bild sieht man Schüler mit einem Pädagogen einen Tanz einstudieren.
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Tanzpädagoge Alan Brooks trainierte die 6. Klasse.

Benediktbeuern – Premiere an der Grund- und Mittelschule Benediktbeuern: Erstmals gastiert dort das Projekt „Tanz an bayerischen Schulen“ der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Der Tanzpädagoge Alan Brooks übte noch vor der jüngsten Corona-Krise eine Woche lang mit 29 Schülern eine Choreografie ein.

Die Idee dazu hatte Rektor Peter Mückstein: Weil es heuer mit 29 Kindern zu wenig Schüler für zwei Klassen gab, konnte nur eine 6. Klasse gebildet werden. Damit die große Gruppe sich besser kennenlernt, organisierte der Schulleiter jetzt den besonderen Teamworkshop. Mückstein, der unter anderem die 9. und 6. Klasse unterrichtet, kennt Brooks schon länger. Als Mückstein damals Schulleiter der Grundschule an der Blumenauer Straße in München war, gab es das Projekt „Theater und Schule“ (Tusch) auch an seiner Schule. Brooks, einer der damaligen Referenten vom Gärtnerplatztheater, begeisterte ihn von Beginn an. Choreograph und Tänzer Brooks initiiert und leitet seit mehr als 20 Jahren Tanzprojekte für Kinder und Jugendliche in Deutschland, Frankreich, England, Schottland und Wales, wie es auf der Internetseite des gebürtigen Briten heißt. Der 54-jährige Mückstein versuchte, das fünftägige Projekt „Tanz an bayerischen Schulen“ für die zusammengewürfelte 6. Klasse nach Benediktbeuern zu bekommen.

Spenderin gefunden

Für die Finanzierung des Workshops zahlt die Schule 200 Euro selbst. Für die Restsumme fand sich eine Spenderin. Die zwei ehemaligen 5. Klassen, die zuvor aus jeweils 16 Schülern bestanden, „ist das pädagogisch sinnvoll“, erklärt Mückstein. Der Rektor findet Alan Brooks Einstellung gut, weil dieser „alle Schüler gleich behandelt und dasselbe von Ihnen abverlangt“. Mückstein ist sichtlich zufrieden: „Brooks ist fachlich sehr wertvoll“, schwärmt der Rektor. Die Kinder haben jeden Morgen normal Unterricht und dann Training von 10 bis 13 Uhr. Der 45-jährige Tanzpädagoge Brooks findet es wichtig, „dass auch in Zeiten von Corona die Kunstform in den Körpern gefunden werden kann“.

15 Stunden für 15 Minuten

Die Klasse trainiert 15 Stunden in der Woche für eine 15-minütige Performance, die zum Schluss im kleinen Kreis den Eltern und einer 7. Klasse vorgeführt wird. Und das Ganze mit Kindern, „bei denen 90 Prozent Null Erfahrung mit Tanz haben“, lobt Fachmann Brooks. „Dass ist Profi-Niveau“. Trainer Brooks schaut aber nicht nach potentiellen Nachwuchstalenten. „Darum geht es nicht“, meint er. Jeder werde gefordert. So zum Beispiel der zwölfjährige Michael: Dieser zog sich am dritten Tag eine Verletzung zu und wurde kurzerhand zum DJ ernannt. Tom und David (beide 12) sind begeistert von dem Projekt. Tom findet, „dass Brooks am Anfang zwar chillig ist, aber dann, wenn geprobt wird, muss schon alles klappen“. Die Klasse ist an diesem Tag sehr eifrig bei der Sache. Aurelia und Leonie (beide 12 Jahre) wollen später mal Tänzerinnen werden, wie beide aufgeregt erklären.

Klassenlehrerin begeistert

Klassenlehrerin Maria Braun ist auch mit dabei. Braun, bereits seit 26 Jahren Lehrerin an der Benediktbeurer Schule, findet schon jetzt, „dass die Kinder ein anderes, Miteinander zueinander entwickelt haben“. Braun: „Und das nach einer so kurzen Zeit“. Vielleicht findet der Tanzworkshop auch nächstes Jahr wieder den Weg an die Benediktbeurer Mittelschule. Mückstein will sich auf jeden Fall dafür einsetzen.

Viktoria Gray

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