Beratung ohne Hemmschwelle

Helle Räume für erhellende Gespräche: Jeanette Matthes, Mirjam Majer (Brücke Oberland), Bettina Vögele, Britta Weber (Fachzentrum ZIEL), Elisabeth Misuf und Marianne Neumayr ( von links) im neuen Regionalbüro.

Um Kinder, Jugendliche und Familien bedarfsgerecht betreuen zu können, hat die Jugendhilfe im Landkreis Bad Tölz- Wolfratshausen vier Sozialräume eingerichtet. In Bichl befindet sich seit September das Regionalbüro für das Loisachtal. Am Montag wurden die Büroräume offiziell eröffnet. Leiterin Marianne Neumayr und ihre drei Mitarbeiterinnen kümmern sich dort um die Anliegen von Familien aus Bad Heilbrunn, Bichl, Benediktbeuern, Schlehdorf, Kochel und Walchensee.

Im zweiten Stock des Bichler Gemeindekindergartens am Matthias Neuner-Weg, gleich neben dem Gasthaus „Zum Bayerischen Lö- wen“, befindet sich das Regionalbüro Loisachtal. Zwar haben sich Marianne Neumayr und drei Teilzeitkräfte schon in den Räumen eingerichtet, jedoch gibt es noch technische Hürden. Außer Telefon funktioniert noch nichts, kein E-Mail oder Internet. Bald sollen aber auch diese Probleme behoben sein. „Mit Verantwortung gemeinsame Wege finden“ - diesen Leitgedanken macht sich das Regionalbüro Loisachtal zu eigen. „Wir wollen durch enge Anbindung und Vernetzung mit den Menschen mehr und individuellere Hilfen anbieten“, betont Marianne Neumayr. Die 53-jährige Penzbergerin, in Benediktbeuern geboren, arbeitete bis September in Bad Tölz im Amt für Jugend und Familie. Das neue Regionalbüro werde schon jetzt von den Familien im Loisachtal gut angenommen, berichtet die Sozialpädagogin und Familientherapeutin, die die Eintei- lung in Sozialräume für sinnvoll erachtet, weil die Hemmschwelle wegfalle. „Trennungs- und Scheidungsberatung ist etwa ein großes Aufgabenfeld“, erklärt Marianne Neumayr. Daneben beschäftigen sich die Mitarbeiter mit Erziehungs- und Drogenproblemen. Auch Schulen und Kindergärten fragen im Regionalbüro um Rat, wenn es Schwierigkeiten mit Schülern gibt. Nicht immer können die Mitarbeiter die Hilfe aber alleine bewerkstelligen. „Wir empfehlen dann andere Beratungsstellen wie Erziehungsberatung, Therapeuten, Kliniken oder die Frühförderstelle“, berichtet die Penzbergerin. Partner des neu geschaffenen Regionalbüros sind die Brücke Oberland und das Fachzentrum ZIEL. Der Standort des Regionalbüros war lange unklar. So hätten sich die Mitarbeiter des Jugendamts auch Büros in Benediktbeuern angeschaut, sagt Marianne Neumayr. Auch die Gemeinde Kochel habe Räume in der Ortsmitte angeboten. Letztlich sei die Wahl jedoch auf Bichl gefallen - der „zentralen Lage im Loisachtal wegen“, erklärt die Sozialpädagogin. Bichls Bürgermeister Benedikt Pössenbacher freute sich, dass seine Gemeinde den Zuschlag erhielt und wünschte dem Team „eine erfolgreiche Arbeit für das ganze Loisachtal“. Und Ulrich Reiner, Leiter des Amts für Jugend und Familie in Bad Tölz, berichtete davon, wie sehr ihn das Loisachtal beeindruckt habe. „Hier gibt’s nicht so viele Profis, hier zählt der Mensch, es gibt ein gemeinsames Wollen“.

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