Wohnhäuser an der Sigmundstraße werden um bis zu zwei Etagen aufgestockt

Bauausschuss will hoch hinaus

+
Zwei Etagen draufsetzen: Architekt Thomas Grubert erläutert dem Bauausschuss, wie er die Gebäude an der Sigmundstraße aufstocken möchte.

Penzberg – Schon bald ist Penzberg um 15 Wohnungen reicher - in einer Zeit, in welcher Wohnraum eine Rarität zu werden droht: Der Bauausschuss hat die Aufstockung von drei Gebäuden beschlossen. Zwar winkt eine stattliche staatliche Förderung, doch zugleich ist mit hohen Kosten zu rechnen.

Die Stadt will ihre drei Gebäude an der Sigmundstraße 7, 7a und 9 aufstocken, teils um zwei Etagen. Die Grundzüge skizzierte im Bauausschuss nun der damit beauftragte Architekt Thomas Grubert. Das Gremium zeigte sich davon sehr angetan und empfahl dem Stadtrat einen zustimmenden Beschluss, auch weil es eine umfangreiche staatliche Förderung geben soll. 

Architekt Grubert sprach sich dafür aus, das Haus an der Sigmundstraße 7 um ein Geschoß, die beiden anderen Gebäude mit den Hausnummern 7a und 9 um jeweils zwei Stockwerke zu erweitern. Auf diese Weise sollen 15 Wohnungen, errichtet in modularer Holzbauweise, entstehen. „So können wir die Bauzeit sehr kurz halten“, erklärte der Planer. Für die Vorplanung und die Anfertigung der Bauteile sind drei Monate kalkuliert, ebenso lange sollen dann die Bauarbeiten an den Gebäuden dauern. Der Vorteil dieses Vorgehens liegt auf der Hand: Die Bewohner der drei Gebäude werden nur für kurze Zeit durch die Baustelle beeinträchtigt. In jedem zusätzlichen Geschoß sind Gruberts Planungen zufolge drei Zwei-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe zwischen 58 und 68,5 Quadratmetern vorgesehen. Die Kosten für diese Aufstockung bezifferte Grubert auf rund 4,4 Millionen Euro. 

Mit dieser Summe hatte Manfred Reitmeier (BfP) zunächst seine Probleme, denn mit Blick auf die Quadratmeterzahl meinte er: „Da landen wir ja fast bei einem Neubau.“ Grubert indes betonte, dass das Vorhaben ja einem Neubau gleichkomme. Schließlich dürfe man nicht vergessen, dass alternativ ebenfalls hohe Kosten anfallen würden, denn die bestehenden Flachdächer sind so marode, dass sie dringend saniert werden müssen. Ein Problem, so Grubert, gebe es aber noch: die Stellplätze. Denn nach aktueller Stellplatzsatzung seien 25 nachzuweisen, tatsächlich wurde bislang aber kein einziger berücksichtigt. 

Thomas Keller (SPD) schlug deshalb vor, an der Stellplatzsatzung nochmals nachzubessern: „Das wollten wir ja eh tun.“ Konkret will er soziale Wohnbauprojekte im Rahmen dieser Satzung begünstigen, so dass pro Wohnung der Faktor 0,5 gelte: also ein halber Stellplatz pro Wohneinheit. Erfahrungen bei derartigen Wohnungen zeigten nämlich, dass maximal 30 Prozent der Bewohner einen Stellplatz benötigten. Die Prämisse, so Keller, müsse doch sein: „Wohnraum in der Innenstadt schaffen.“ Und genau das geschehe nun ja, betonte Ludwig Schmuck (CSU), der die Auffassung vertrat, dass Stellplätze am Alten Schlachthof entstehen könnten. Auch acht Parkplätze am Fußgängerweg zwischen Sigmund- und Karlstraße sind seiner Ansicht nach denkbar. Das soll nun noch geklärt werden. 

Und weil sich im Laufe der Debatte herauskristallisierte, dass die Stadt für die Aufstockung an der Sigmundstraße mit einer staatlichen Förderung von 30 Prozent rechnen kann, wollten sich am Ende auch die beiden Kritiker des Vorhabens – neben Reitmeier noch Michael Kühberger (FLP) – nicht mehr verschließen. Und so stimmte der Bauausschuss am Ende einstimmig für die Aufstockung. arr

Auch interessant

Meistgelesen

Abwasser und Graböffnung werden teurer
Abwasser und Graböffnung werden teurer
Gänsehautmoment
Gänsehautmoment
Große Wertschätzung
Große Wertschätzung
Keine Stille Nacht allein unterm Baum
Keine Stille Nacht allein unterm Baum

Kommentare