Tipps vom Dorfbräu

Penzberger Bahnhofsinitiative informiert sich in Seeshaupt

Na denn Prost: Die Seeshaupter Brauer zeigen den Penzberger Bahnhofs­enthusiasten, wie die Herstellung von Gerstensaft funktioniert.

Penzberg/Seeshaupt – Für ihren Erkundungsgang brauchte die Initiative für den „Bürgerbahnhof Penzberg“ nur neun Minuten: Mit dem Zug fuhr ein Dutzend Mitglieder der Initiative nach Seeshaupt, um „Unser Dorfbräu“ zu besuchen, soll doch auch im Penzberger Bahnhof eine kleine Brauerei entstehen.

Klaus Musselmann nahm die Delegation in Empfang und berichtete von der noch jungen Geschichte der Brauerei. Anfang 2017 habe man sich zusammengetan, nach fünfzehn Jahren eigener Brauexperimente im Glühweinkocher auf der häuslichen Terrasse sei die Zeit dafür einfach reif gewesen. Mit dem wirtschaftlichen Wissen von Tizian Otto und dem Brauer Moritz Fend wird hier vom Schroten bis zur Abfüllung im Nebenerwerb alles von Hand gemacht. Ein Dreivierteljahr habe es bis zur Fertigstellung der Anlage gedauert, und dann sei es ganz langsam losgegangen. „Immer wieder haben wir auch einen Sud entsorgt. Kompromisse beim Geschmack, nein“, lacht Musselmann.

Inzwischen bietet die Kleinbrauerei acht verschiedene Sorten an, drei davon permanent. Im Laufe der vergangenen Monate ist die Nachfrage ständig gestiegen, im nahen Umfeld werden je zehn Getränkemärkte und Gaststätten beliefert. Während Musselmann ein frisches Sommerbier direkt aus dem Lagertank in Probiergläser laufen lässt, erklärt Brauer Fend den Penzbergern den gesamten Herstellungsprozess. Er kann verstehen, dass man am Bahnhof gerne eine kleine Brauerei betreiben möchte, hat er doch selbst im damaligen „Penzber­ger Brauhaus“ gelernt: „Bier wird immer nachgefragt. Bei uns inzwischen so stark, dass unsere Kapazitäten hier nicht mehr reichen.“ 

In Seeshaupt stehen drei Gär- und Lagertanks für 2.000 Liter, der größere Teil der Produktion findet mittlerweile bei der Schwendl-Brauerei in Tacherting statt. „Auch sonst hilft uns Schwendl sehr. Alte Kästen konnten wir übernehmen und mit eigenen Etiketten überkleben“, erklärt Musselmann. Regina Kanitz, die nicht nur für Kasse und Buchführung zuständig ist, ergänzt: „Auch die Flaschen bekleben wir selbst. Und jede wird einzeln von Hand abgefüllt.“ Das einstige Hob­by wird so für alle mehr und mehr zum Vollzeitjob. 

Martin Janner von der Penzberger Bahnhofsinitiative ist dankbar für die erhaltenen Auskünfte: „Wir studieren Satzungen anderer Initiativen. Aber ein in sich schlüssiges Konzept für den Bahnhof braucht auch umfassende praktische Recherchen.“ la

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