Selbstlose Sammler

Vier Ausstellungen und reichlich Besucher: Museum Penzberg zieht Jahresbilanz

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Vier der fünf Damen des Museums: Tanja Schmidt, Anne Götzelmann, Freia Oliv und Maria Hübschmann (von links) bei der Vorbereitung auf die Ausstellung „Stadt – Land – Werner Berg. Wahlheimat Expressionismus“.

Penzberg – Eigentlich ist die Zahl nicht sonderlich überraschend: Rund 11.500 Kunstinteressierte sind im vergangenen Jahr durch das Museum Penzberg geschlendert. Bei vier Ausstellungen und damit jeder Menge Arbeit ist das kaum verwunderlich. Das Museumsteam freut sich dennoch über seine Lorbeeren.

Das 20-jährige Bestehen der Kunstzeche wurde mit der Ausstellung „Koffer im Kopf“ zelebriert. Danach ging es in die flusslose Welt des österreichischen Künstlers Werner Berg bei der Ausstellung „Stadt – Land – Werner Berg. Wahlheimat Expressionismus“. Mit gleich zwei Ausstellungen feierte die Stadt Penzberg sich dann noch selbst im Jahr ihres 100-jährigen Bestehens in den Bilderwelten „1919“ sowie „Campendonk und die Revolution“. Und dann ist da auch noch die laufende Winterausstellung „ZEN, ZERO & CO – abstrakt seit 1949“, die sich rund ums kunstvolle Gegenstandslose dreht. Insgesamt 44 Veranstaltungen wurden zu den Ausstellungen organisiert, bei 138 Führungen wurde durch die Gänge und Räume geführt. 

Der Aufwand, den die Museumsdamen unter der Führung von Dia­na Oesterle und Freia Oliv, um das kunstsinnige Publikum nach Penz­berg zu locken, hat sich durchaus gelohnt. Bürgermeisterin Elke Zehetner jedenfalls bezeichnete das Jahresprogramm 2019 als „Feuerwerk an Eindrücken“, das ganz offenbar auch bei den Medienschaffenden auf positive Resonanz gestoßen ist. Insgesamt 133 gedruckte Artikel mit einer Reichweite von 23 Millionen potenziellen Lesern, 48 Berichte im Internet und acht Radiobeiträge sorgen dafür, dass der für das vergangenen Jahr rund zwei Kilo wiegt und einen großen Ordner füllt. Doch damit nicht genug: Fast 60.000 Printprodukte und rund 15.500 Werbeblätter lassen zwar die Ökobilanz des Museum ein wenig alt aussehen, sie haben aber dafür gesorgt, dass „die Besucherzahlen in unserem schönen Museum stetig gestiegen sind“, wie Elke Zehetner betont. 

Von den über 300 ausgestellten Kunstwerken sind 35 Bilder Teil der Dauerausstellung, 40 Werke waren in der Ausstellung „1919“ zu betrachten 120 bei Werner Berg und rund 100 sind es in der aktuellen Ausstellung. Viele Bilder, die viele Lieferungen bedeuteten: 24 Mal rückten Kunsttransporte an, fast 40 Leihverträge wurden geschlossen. Ein Aufwand, der sich vor allem deshalb bewältigen ließ, da sich das Museumsteam der Verwaltung um Oesterle und Freia Oliv, Anne Götzelmann als wissenschaftliche Mitarbeiterin sowie Maria Hübschmann und Tanja Schmidt als Assistentinnen gut eingespielt hat. 

Ganz ansehnlich fielen auch die Einnahmen aus: über 53.000 Euro waren es an Eintrittsgeldern, hinzu kommen gut 21.000 Euro, die im Museumsshop erzielt wurden. Einnahmen, welche die Kosten aber nicht decken. „Ein ambitioniertes Programm braucht Geld“, stellt das Duo Oesterle/Oliv klar. Schließlich könne kein Museum, trotz großer Unterstützung der öffentlichen Hand, überregionale Projekte ohne Sponsoren und private Leihgeber auf die Beine stellen. So gelang es den fünf Damen beispielsweise, die Bilderwelt zu Werner Berg, immerhin über hundert Leihgaben schwer, zu realisieren, ohne Gebühren für die Werke zu zahlen. „Zwischen uns und dem Werner Berg Museum in Bleiburg stimmte einfach die Chemie. Unsere Leihgeber kamen auf eigene Kosten aus Kärnten, hielten gratis Vorträge und Konzerte“, freut sich Oliv. 

„Ein absoluter Glücksfall“ sei auch die aktuelle Ausstellung „ZEN, ZERO & CO – abstrakt seit 1949“, die nur dank großzügiger Mäzene möglich wurde, denn der Großteil der Kunstwerke stammt von einem privaten Sammler. Über 70 Werke bekam das Museum von diesem kostenfrei, selbst die Aufbereitung der Werke, Kosten von insgesamt etwa 22.000 Euro, übernahm der Leihgeber, der sich schließlich auch noch an den Kosten für den Ausstellungskatalog beteiligte. Doch bei all der großen Kunst darf eines nicht vergessen werden: das Bergwerksmuseum, das im vergangenen Jahr knapp 1.900 Besucher und 35 Führungen zählte. „Auch hier ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu verbuchen“, stellt Diana Oesterle zufrieden fest. ra

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