Der Bauch ist zu groß

Don-Bosco-Jugendhaus sucht dringend Unterstützung bei der Betreuung

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Leerer Lehrerparkplatz: Die Schließung von Gymnasium & Co. hat Folgen für das Don-Bosco-Jugendhaus.

Penzberg – Kinder und Jugendliche zu betreuen, sie an die Hand zu nehmen, sie zu begleiten, das sind Aufgaben, derer sich die Fachkräfte im Don-Bosco-Jugendhaus gerne annehmen, nicht selten sieben Tagen die Woche, aber normalerweise nicht 24 Stunden am Stück. Normalerweise.

Denn mit der im Rahmen der Corona-Pandemie erfolgten Schließung von Kindergärten und Schulen hat sich das geändert. Und die Betreuer werden an ihre Belastungsgrenzen gedrängt. 

Im Jugendhaus, eine heilpädagogische Einrichtung der stationären Kinder -und Jugendhilfe in Steigenberg, werden Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien im Rahmen von Hilfen zur Erziehung in Wohnformen betreut. Derzeit verfügt die Einrichtung über vier Kinder- und zwei Jugendwohngruppen mit bis zu neun Plätzen sowie verschiedene ambulante Angebote. Die Betreuten besuchen öffentlichen Schulen und musizieren, sporteln und tanzen in ihrer Freizeit in Vereinen. Das bedeutet: Die Kinder und Jugendlichen sind nicht rund um die Uhr in der Obhut des Don-Bosco-Hauses, eigentlich. Die Schließungsmaßnahmen von Schulen und Kitas hätten das Team schon überrumpelt, gesteht Leiterin Carolin Kircher. Denn nun werden jungen Bewohner auch vormittags betreut, was die Fachkräfte vor große Herausforderungen stellt. Das Problem: In der Personalberechnung ist die Betreuung während der Schul- und Kita-Zeiten nicht eingerechnet, es fehlt folglich an Kapazitäten. Die Mitarbeiter müssen nun „erheblich mehr arbeiten, freie Tage und Ruhezeiten stehen im Feuer und es entsteht ein großer Bauch an Mehrarbeit“, klagt Kircher, die nun auf der Suche nach zusätzlichem pädagogischen Betreuungspersonal wie Kinderpfleger und Erzieher ist. „Wir gehen davon aus, Interessierten einen Vertrag über ehrenamtliche Mitarbeit anbieten zu können“, so Kircher. Ziel sei es, die angespannte Situation zu entzerren, die Mitarbeiter zu entlasten und vereinzelt Angebote durchführen zu können. „Wir wissen natürlich, dass auch der Kreis aktuell freigestellter Personen überwiegend zuhause eigene Kinder zu betreuen hat, aber der ein oder andere könnte sich vielleicht geneigt fühlen und Zeit haben“, zeigt sich die Leiterin dennoch optimistisch. 

Wer ehrenamtlich das Team im Don-Bosco-Jugendhaus unterstützen möchte, kann sich unter Tel: 08856/9160 oder 08856/91635 melden und eine Nachricht mit Rückrufnummer auf dem Anrufbeantworter hinterlassen oder eine E-Mail an jugendhaus@jhdb.net senden. ra

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