Schlote wie beim Bergwerk

„Roter Kamin“ gewinnt den Skulpturenwettbewerb für das Museum Penzberg

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Scheint es noch gar nicht richtig glauben zu können, dass sie gewonnen hat: die Bildhauerin Sabine Straub mit einem Modell ihrer Skulptur „Roter Kamin“.

Penzberg – Voll ist es an diesem Abend im Foyer des Stadtmuseums. Neugierig drehen sich die Leute um, sobald sich die Eingangstür öffnet. Kommt da gerade der Künstler, der die zehnköpfige Jury mit seinem Entwurf für die schon lange geplante Skulptur vor dem Museum für sich gewinnen konnte?

Vor allem für den Campendonk-Freundeskreis erfüllt sich damit ein lang gehegter Wunsch: ein Kunstwerk vor der dunklen Klinkerwand. Bei dem eigens ausgelobten Wettbewerb hatte es 84 Einsendungen gegeben, von denen sechs in die engere Auswahl kamen. Am Ende, so Museumsleiterin Diana Oesterle, „war es mit acht zu zwei Stimmen eine klare Sache“, und Sabine Straub hatte mit „Roter Kamin“ gewonnen. 

Wie zufrieden die Menge im Museum mit der Juryentscheidung war, zeigte sich am großen Beifall bei der Enthüllung der roten Skulptur, mit der Sabine Straub einen direkten Bezug zur Bergbaugeschichte Penz­bergs herstellt. „Die Schlote waren schon zu Zeiten des Bergbaus ein Orientierungspunkt und Wegweiser“, sagte die Bildhauerin über ihr Werk. Die leuchtend kaminrote Farbe ihrer Skulptur soll an die expressive Farbgebung Heinrich Campendonks erinnern, die metallisch glänzende Edelstahlskulptur wiederum an die leuchtende Hinterglasmalerei. Das Talent von Sabine Straub wurde bereits mehrfach belohnt, erhielt sie doch mehrere Auszeichnungen und Arbeitsstipendien, die sie beispielsweise nach Amerika und Frankreich führten. Die gebürtige Kölnerin studierte an der Universität der Künste in Wien, absolvierte ein Auslandssemester an der St. John Cass Faculty of Arts in London und lernte an der Hochschule für Gestaltung in Pforzheim. Nun wird eines ihrer Werke dauerhaft in Penzberg stehen. 

Etwa einen Meter wird der aus drei schmalen Stahlstreifen bestehende „Rote Kamin“ die Traufe des Museumsneubaus überragen und trotz der gut 2,3 Tonnen Edelstahl durchaus fragil wirken. Man hoffe, so der Juryvorsitzende Corbinian Böhm vom Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, dass die Skulptur „mit ihrer gestalterischen Leichtigkeit und maximalen Reduktion“ zu einem Stück Penzberg werde und sich als „Landmark“ etabliert. Voraussichtlich im Frühjahr 2020 soll die Skulptur auf dem Vorplatz des Museums errichtet werden. Etwa 60.000 Euro wird das Kunstwerk kosten, den Löwenanteil davon trägt der Campendonk-Freundeskreis des Stadtmuseums, 15.000 Euro bewilligte der Stadtrat. fra

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